Mit Herzblut und Biss

Einsatz für Menschen mit Handicap: Anton Grafwallner geehrt

Olaf von Löwis (l.) ehrt Anton Grafwallner (2.v.r.) für sein langjähriges Engagement im Landkreis Miesbach.
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Olaf von Löwis (l.) ehrt Anton Grafwallner (2.v.r.) für sein langjähriges Engagement im Landkreis Miesbach.

Gmund – Mit Herzblut und Biss hat sich Anton Grafwallner jahrzehntelang für Menschen mit Behinderung im Landkreis Miesbach eingesetzt. Nun will er kürzertreten.

„Ich habe meine Behinderung von der Pike auf gelernt“, konstatierte der für seinen Sarkasmus bekannte Anton Grafwallner. 20 Jahre lang hat er als Beauftragter für Menschen mit Behinderung im Landkreis Miesbach sein Amt mit Biss und Herzblut geleitet. Nun möchte er es niederlegen.

Der Gmunder ist seit seinem 30. Lebensjahr an Multipler Sklerose erkrankt und seit 1992 zudem auf den Rollstuhl angewiesen. Nichtsdestotrotz hat er unendlich viel im Landkreis für Menschen mit Behinderung vorangebracht. Beim Neujahrsempfang der CSU auf Gut Kaltenbrunn wurde der 71-Jährige für seine Lebensleistung mit dem Ehrenpreis der Kreis-CSU gewürdigt.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet ich mal von der CSU geehrt werde“, bekannte Grafwallner schmunzelnd, der viele Jahre für die FWG im Gmunder Gemeinderat tätig war. Um ihm den Preis auf der Bühne überreichen zu können, wurde eigens eine barrierefreie Rampe zum Festakt gebaut.

„Behinderung macht einsam“ – dieses Zitat von Anton Grafwallner hat sich Laudator Olaf von Löwis gemerkt. Er bekannte, dass sich die CSU-Kreisräte bis zur Schaffung der ehrenamtlichen Stelle 1999 zurückhaltend verhalten hatten. Bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung wenige Wochen später habe Grafwallner die Politiker dann aber doch von der Notwendigkeit dieser Stelle überzeugen können, sodass der Beschluss im Sommer 2000 einstimmig ausfiel. „Diese Zugänglichkeit und den Meinungswandel lobt Anton Grafwallner noch heute“, berichtete von Löwis den Festbesuchern. „Durch den Einsatz von Anton Grafwallner hat der Landkreis einen besonderen sozialen Anstrich bekommen“, würdigte von Löwis, der auf eine gute Nachbesetzung mit Biss hofft.

Anton Grafwallner – der mit seiner Frau Anette gekommen war, die in bewundernswerter Weise ihrem Mann stets hilfreich beisteht – freute sich über die Ehrung. Er erinnerte aber auch daran, dass seine Arbeit noch lange kein Ende finden werde. Stolz verkündete der Beauftragte für Menschen mit Behinderung: „Unsere eigene Behindertenseite im Internet wird pro Monat rund 9.000-mal aufgerufen – was für sich spricht.“ iv

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