Medienerziehung an der Realschule Tegernseer Tal

Experte macht Realschüler in Gmund fit für Social Media

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Medienprofi Matthias J. Lange erklärt den Realschülern im Tegernseer Tal, wie man Fake-News erkennt.

Gmund – Medienerziehung spielt eine wichtige Rolle an der Realschule Tegernseer Tal in Gmund. Nicht ohne Grund hat ein Experte die Realschüler jüngst fit für Social Media gemacht.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Jobwahl in der Zukunft? Wie finde ich im Netz, was ich suche? Wie kann man Fake-News enttarnen? Wie schütze ich mich vor Hate-Speech in den sozialen Medien? Und warum ist Threema besser als Whatsapp?

Antworten auf diese und weitere Fragen hatte der Journalist Matthias J. Lange im Gepäck, den die Realschule Tegernseer Tal mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung für einen Vortrag gewinnen konnte. Anschaulich, schülernah und mit vielen Beispielen erklärte der Medienexperte den Siebt- und Achtklässlern Hintergründe, aber auch Abgründe, die sich bei der Nutzung der verschiedenen Dienste auftun können. Er verwies zum Beispiel darauf, dass er selbst drei Jahre lang eine journalistische Ausbildung machen musste, bevor er öffentlich schreiben durfte; heutzutage könne jeder in Sekundenschnelle einen Text weltweit veröffentlichen und sei dafür aber auch voll verantwortlich.

Die verantwortliche Mediennutzung ist ein Ziel, das auch Schulleiter Tobias Schreiner wichtig ist. Der Vortrag des Experten ergänze die umfangreichen Bemühungen der Schule im Bereich der Medienerziehung: „Mit allen 5. Klassen führen wir in Kooperation mit der Jugendbeamtin der Polizei das Medienpräventionsprojekt ‚Sei gscheit‘ durch; die 6. und 7. Klassen bearbeiten alle Module des Medienführerschein Bayern. Auch im IT-Unterricht sowie in anderen Fächern, zum Beispiel in Deutsch, Religion und Ethik und in Vertretungsstunden, geht es immer wieder darum, wie die Schüler verantwortungsbewusst mit den modernen Medien umgehen können“, erläutert Schreiner.

Auch die Eltern will die Schule mit ins Boot holen: Jedes Jahr gibt es Elternabende zum Thema, zwei Lehrkräfte stehen den Erziehungsberechtigten als medienpädagogische Berater zur Seite. Erst kürzlich hat die Schule in einem ausführlichen Elternbrief zu Gefahren der Mediennutzung informiert, die zum Beispiel durch die leichtfertige Weiterleitung problematischer Inhalte entstehen können.

„Wir wollen Medien keinesfalls verteufeln“, sagt Schreiner. „Im Gegenteil setzen wir als Referenzschule für Medienbildung digitale Medien und Lernplattformen intensiv im Unterricht ein; auch viele andere Vorgänge wie Krankmeldungen, Klassenbücher und Elternbriefe wickeln wir digital ab.“ Es führe aber kein Weg daran vorbei, dass Lehrkräfte und Eltern sich intensiv mit der Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen und sich immer wieder über neue Trends schlau machen, um die Kinder kompetent unterstützen zu können, wenn es Nachfragen oder Probleme gibt.

Dass sich das Thema irgendwann erledigen wird, glaubt Schreiner nicht. „Das bleibt ein Dauerbrenner und wir fangen da mit jeder Schülergeneration wieder von vorne an; aber wenn Schule und Elternhaus dabei gut zusammenarbeiten und die Kinder und Jugendlichen eng begleiten, ist das auch nichts, wovor man Angst haben muss.“ ksl

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