Markus Söder beim CSU-Neujahrsempfang

Wie man Bayerns Ministerpräsidenten sprachlos macht

Für einen Moment sprachlos: Ministerpräsident Markus Söder (M.) nimmt die Wünsche der fast 101-jährigen Irmgard Schmitt (l.) aus Bad Wiessee entgegen. Ilse Aigner und Alexander Radwan lauschen ebenfalls.
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Für einen Moment sprachlos: Ministerpräsident Markus Söder (M.) nimmt die Wünsche der fast 101-jährigen Irmgard Schmitt (l.) aus Bad Wiessee entgegen. Ilse Aigner und Alexander Radwan lauschen ebenfalls.

Gmund – Für einen Moment sprachlos zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim CSU-Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn.

Ganz auf Landesvater, dennoch sprühend vor Charme und Witz präsentierte sich Ministerpräsident Markus Söder beim CSU-Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn. Sein Einzug in den Festsaal erinnerte an den politischen Aschermittwoch. Der Defiliermarsch fehlte zwar, aber dafür blieb Söder immer wieder stehen, schüttelte Hände und nahm sich sogar Zeit, die Wünsche der fast 101-jährigen Irmgard Schmitt aus Bad Wiessee entgegen zu nehmen. Die rüstige CSU-lerin machte ihn für einen Moment sprachlos.

Zu Beginn des über zweistündigen Festaktes sorgte Alexander Radwan als CSU-Kreisvorsitzender für die richtige Betriebstemperatur im anfangs eher kühlen Saal, wobei er unter den Gästen viel Landkreis-Prominenz willkommen heißen konnte. Radwan warnte davor, angesichts der aufgeregten Diskussion über den Klimawandel andere wichtige Themen aus den Augen zu verlieren. Er warnte zudem vor einer Öko-Planwirtschaft: „Die Methode des Verzichts und des Verbots ist nicht der richtige Weg.“ Man werde die Herausforderungen nur mit Technologie und Innovation lösen können.

Als gütiger Landesvater trat Ministerpräsident Markus Söder nun denn auf, sparte nicht mit Schmeicheleinheiten für die anwesenden CSU- Politiker aus dem Landkreis. Landratskandidat Olaf von Löwis mache einen charmanten Eindruck und habe außerdem hervorragende Ideen für die Zukunft des Landkreises, erklärte er. Die Wahl von Löwis würde dem Landkreis sicherlich zum Vorteil gereichen. Auch hinsichtlich des ÖPNV, um mit anderen Landkreisen zusammen mehr Aktivität zu entwickeln.

Zum Klimawandel wünschte Söder sich, „klug zu handeln, denn dieser findet statt – nicht nur in der Welt, sondern auch bei uns“. Das hätten sogar die Russen registriert. Der Grund: In der Tundra löse sich der gefrorene Boden auf und speie Me­than. Die Wertschätzung der Landwirtschaft mahnte Söder ebenfalls an. Zudem monierte er, dass die Pflege der bayerischen Kultur in Deutschland zu wenig geschätzt werde. „Schließlich will die ganze Welt, die zu uns kommt, bayerisch essen“ – dem müsse man auch Rechnung tragen.

Auch Weltprobleme sprach der amtierende Ministerpräsident mit großem Ernst an: „Seien wir nicht so sicher und so satt mit unserer Demokratie, in der wir leben dürfen“, warnte der 53-Jährige. Die allgemeine Aggressivität nehme zu und aus bösen Gedanken würden oft böse Taten, wie nicht nur den täglichen Nachrichten zu entnehmen sei. Während Söder zum nächsten Termin eilte, genossen die Besucher des CSU-Neujahrsempfangs eine warme Suppe, den gebotenen Leberkäse mit Brezn und Bier sowie Produkte von der Naturkäserei in Kreuth. iv

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