Ein kleines Rust für Gmund

So soll das Freizeitgelände am Oedberg erweitert werden

Das Freizeitgelände am Oedberg bei Gmund soll erweitert werden.
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Das Freizeitgelände am Oedberg bei Gmund soll erweitert werden.

Gmund – Der Gemeinderat hat den Weg freigemacht, um das Freizeitgelände am Oedberg zu erweitern. Ein kleines Rust für Gmund könnte entstehen.

Es war ein Skilift, der vor über 50 Jahren die Geschichte des Oedbergs einläutete. Längst ist aus dem Areal ein beliebtes Freizeitgelände geworden, das Stück für Stück erweitert wurde und jetzt noch größer und attraktiver werden soll. Um zu sehen, wohin die Reise gehen soll, forderte die Gemeinde Gmund ein stimmiges Gesamtkonzept. Dieses stellte Georg Reisberger, Geschäftsführer der Oedberg GmbH, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor.

„Der Oedberg braucht ein wetterunabhängiges Angebot, um überleben zu können“, machte Reisberger bei seiner Präsentation deutlich und wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass zwischen 30 und 50 Arbeitsplätze an dem Betrieb hingen. Die Attraktivität des Standortes sei die Voraussetzung für dessen dauerhaften Erhalt.

Freizeitgelände am Oedberg: Zusätzliche Campingplätze geplant

Großes Potenzial sieht er vor allem bei Radfahrern und Alpenüberquerern. Prädestiniert sei der Oedberg aber auch für Familien. Gerade im Campingbereich sei die Nachfrage groß. Laut Reisberger wurden heuer 2.000 Übernachtungen auf den vorhandenen 24 Wohnmobilplätzen gezählt. Weitere 24 Plätze sollen westlich der Oedbergalm entstehen. Zudem geht es um die Umnutzung des vorhandenen Stadls in Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume und einen Radlshop. Künftig ist eine Ausdehnung des Campingplatzes nach Osten geplant. Auf der an den Freizeitpark angrenzenden Wiese sind 65 weitere Campingstellplätze mit rund 20 vermietbaren Modulen („Tiny-Houses“) angedacht. Außerdem kann sich Reisberger in diesem Bereich einen Fußball- oder Beach­volleyballplatz und ein Wasserspielbecken vorstellen.

Des Weiteren ist nördlich der Erschließungsstraße die Anordnung von rund 180 Stellplätzen vorgesehen. Langfristig soll auch der Bereich des Anwesens „Angerlweber“ in die Erweiterungsplanung mit einbezogen werden. Dort könnten Mitarbeiter- und Ferienwohnungen sowie acht Hütten als Radler­unterkünfte entstehen.

Freizeitgelände am Oedberg: Befürworter und Gegner

Es gehe nicht um jedes einzelne Detail, sondern darum, ob man sich die Freizeitanlage in besagter Größenordnung vorstellen könne, brachte es Gmunds Bürgermeister Alfons Besel auf den Punkt und stellte fest: „Diese Anlage braucht ein klares, politisches Signal.“ Die Mehrheit der Gemeinderäte war von den Plänen angetan. „Das brauchen wir im Tal“, fand Martin Mayer (FWG) und Martina Ettstaller (CSU) hob freudig hervor: „Das wird ein kleiner Freizeitpark Rust.“ Josef Berghammer (CSU) begrüßte es als Vermieter, dass seine Gäste künftig nicht mehr zum Ausflug nach Österreich fahren müssten. Er fand, dass eine Erweiterung der Oedberg-Freizeitanlage „für unsere Ferienregion dringend notwendig wäre“. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) sah das Ganze ebenfalls positiv und stellte fest: „Der Oedberg ist als Tourismuszentrum ausbaufähig.“

Neben den Befürwortern gab es auch Gegner, die am Ende das Konzept ablehnten. „Für mich ist das um a Fünferl a Durcheinand“, übte Laura Wagner (Grüne) Kritik. Barbara von Miller (SPD) sah in den Parkplätzen nahe der Wasserschutzzone ein Problem. Außerdem forderte sie einen besseren Shuttle-Service und wollte von Reisberger wissen, ob dies nun „das Ende der Fahnenstange“ sei. Die Antwort des Unternehmers: „Nochmals haben wir keine Erweiterung vor.“

Mit vier Gegenstimmen entschied sich das Ratsgremium letztlich für die Erweiterung des Freizeitgeländes Oedberg. Im Beschluss wurde festgelegt, dass der öffentliche Nahverkehr zwischen Gmund und dem Freizeitgelände ausgebaut werden müsse und ein Shuttle-Angebot zu prüfen sei. rei

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