Kostenloses Busticket

Seniorenkarte auch in Gmund und Kritik aus Tegernsee

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Gmund/Tegernsee – Kostenlose Bustickets für Senioren gibt es bald rund um den Tegernsee Doch nicht alle sehen das Angebot positiv.

Wer mindestens 65 Jahre alt ist und seinen Hauptwohnsitz in Gmund hat, soll künftig kostenlos die RVO-Busse benutzen dürfen. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Für das Angebot gilt zunächst eine Probephase von einem Jahr. Die von der Gemeinde getragenen Kosten sollen auf einen Höchstbetrag gedeckelt werden.

Bürgermeister Alfons Besel machte sich für die Einführung einer Seniorenkarte stark, weil man damit den Individualverkehr reduzieren könne. „Außerdem wäre es ein Einstieg in Richtung Sozialticket“, zeigte der Gmunder Rathauschef auf. Martina Ettstaller (CSU) appellierte an die Ratskollegen, mitzumachen. „Es gibt viele Senioren, die gerne mit dem Bus fahren würden, es sich aber nicht leisten können“, gab Ettstaller zu bedenken. „Die Seniorenkarte ist eine gute Sache“, fand Christine Zierer (FWG), empfahl aber zugleich, sich auch über Angebote für Jugendliche Gedanken zu machen. Hans Schmid (SPD) vertrat die Meinung, dass finanzielle Mittel eingesetzt gehörten, um generell eine Verbesserung des Systems zu erzielen. „Ich würde mir wesentlich mehr im ÖPNV wünschen“, wurde Fraktionskollege Michael Huber ein Stück deutlicher und stellte fest: „Es kommt mir ein bisschen gestopselt vor.“ Franz von Preysing (CSU) sprach sich ganz klar dafür aus, die Seniorenkarte einzuführen.

Kostenloses Seniorenticket: Kritik an Alleingängen im Tegernseer Tal

Was die Kosten betrifft, stehen laut Besel etwa 40.000 Euro für die Gemeinde im Raum. Wie viele Senioren einmalig für die Karte zahlen, ist noch offen. Bei der Sitzung im November ging es zunächst einmal um einen Grundsatzbeschluss. Die genauen Bedingungen wird die Gemeinde dann mit dem RVO verhandeln.

Mittlerweile gibt es in den Gemeinden Bad Wiessee, Rottach-Egern und Tegernsee ähnliche Beschlüsse und konkrete Pläne zu dem Seniorenticket – wenn auch nicht immer ohne Zweifel. Vor allem in Tegernsee, wo das kostenlose Angebot im Dezember beschlossen worden ist, sind die Alleingänge der Nachbargemeinden vom Stadtrat kritisiert worden. „Das ist schade, weil es wäre ein talweites Thema gewesen“, sagte unter anderem der Tegernseer Stadtrat Norbert Schußmann (CSU). „Jetzt sind wir in einer Zwangslage.“ Zumal zum einen über einen MVV-Beitritt nachgedacht wird, wodurch sich die Konditionen erneut ändern würden, und es zum anderen ein kostenloses Seniorenticket mittlerweile auch vom Landkreis Miesbach gibt. Der Haken daran ist allerdings, dass Senioren dafür ihren Führerschein abgeben müssen und nur drei Jahre kostenlos fahren dürfen. Das soll bei dem Angebot in den Talgemeinden anders sein. Zunächst ist dort jeweils eine einjährige Testphase geplant. Danach soll das kostenlose Seniorenticket evaluiert werden.

Kostenloses Seniorenticket: Missbilligung der Altersgrenze

Zudem gab es Kritik an der Altersgrenze von 65 Jahren, die überschritten sein muss, um das kostenlose Seniorenticket überhaupt zu erhalten. „Diese Grenze ist völlig willkürlich gezogen“, bemängelte etwa der Tegernseer Stadtrat Andreas Obermüller (FWG) „Es gibt auch Rentner, die jünger sind.“ Zudem merkte er an, dass die Situation in einigen Schulbussen bereits jetzt grenzwertig sei und diese durch die kostenlosen Fahrten für Senioren nicht noch voller werden dürften. Die Altersgrenze liege bei 65 Jahren, weil ab da auch zu den Seniorenweihnachtsfeiern eingeladen werde, erklärt Bürgermeister Johannes Hagn. rei/ksl

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