Surfen im Bus

So soll der ÖPNV im Landkreis Miesbach verbessert werden

Surfen im Bus durch den Landkreis: (v.l.) Sandra Schäfer und Andreas Päschel (beide RVO), Peter Schiffmann, Landrat Wolfgang Rzehak, Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt und Georg Kleeberg vom Landratsamt in Miesbach.
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Surfen im Bus durch den Landkreis: (v.l.) Sandra Schäfer und Andreas Päschel (beide RVO), Peter Schiffmann, Landrat Wolfgang Rzehak, Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt und Georg Kleeberg vom Landratsamt in Miesbach.

Landkreis – Surfen im Bus soll fortan kein Problem mehr sein: WLAN und die App „Wohin du willst“ sollen den ÖPNV im Landkreis Miesbach attraktiver machen.

In 35 Bussen des Unternehmens Regionalverkehr Oberland (RVO) funktioniert nun das Bayern-WLAN – das sind fast alle im Landkreis eingesetzten Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr. Und die App „Wohin Du willst“ ist ebenfalls freigeschaltet. Die innovative Anwendung bietet den Nutzern Auskunft über alle Mobilitätsangebote der Region.

Beide Neuerungen sind jüngst auf dem Parkplatz am Gut Kaltenbrunn in einem der knallroten RVO-Busse vorgestellt worden. E-Mails abrufen oder im Internet surfen ist mit dem Bayern-WLAN kein Problem mehr – solange Netz besteht. Das bayerische Finanzministerium hat den Landkreis Miesbach jüngst informiert, dass es eine finanzielle und organisatorische Förderung geben würde, um den Ausbau zu unterstützen, berichtet Sprecher Birger Nemitz.

Nachdem es in acht Landkreisen getestet worden ist, soll das Bayern-WLAN nun am besten in Bussen im ganzen Bundesland verfügbar sein. Der Freistaat fördert die Installationskosten für 20 Busse in Höhe von 2.000 Euro je Bus. Für die weiteren 15 mit WLAN ausgestatteten Busse erhält der Landkreis 1.000 Euro pro Bus. Der Wirtschaftsausschuss hat aber entschieden, dass im Landkreis Miesbach sogar 35 Busse damit ausgestattet werden sollen, um den öffentlichen Personennahverkehr bestmöglich abdecken zu können, davon ein Bus der Wendelsteinringlinie.

Damit sind rund 90 Prozent aller im Landkreis eingesetzten Busse abgedeckt. In jedem Bus kann das WLAN nicht installiert werden, da manche der Fahrzeuge nur einmal wöchentlich im öffentlichen Einsatz sind. Die Betriebskosten von jährlich 15.000 Euro teilen sich jeweils zur Hälfte der Landkreis und das Verkehrsunternehmen. Der Vertrag läuft vorerst zwei Jahre.

Kostenlose App „Wohin du willst“

Die kostenlose App „Wohin du willst“ ist ebenfalls neu und bietet in Echtzeit Auskunft über alle Mobilitätsangebote der Region. Sie wurde für den Landkreis regionalisiert. Regelmäßige Fahrten können die Nutzer speichern. Sie erfahren über eine Echtzeitauskunft und über Push-Nachrichten etwa, ob eine Fahrt verspätet ist und können Anschlüsse heraussuchen. Auch Auskünfte über Preise erteilt die App – momentan für Busse, später auch für die Bahn.

Es besteht auch eine Schnittstelle zum Mitfahranbieter Blablacar. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dieser App den Komfort im öffentlichen Nahverkehr deutlich verbessern“, sagt Peter Schiffmann, Fachbereichsleiter Mobilität beim Landratsamt. „Die Zugriffszahlen sind gut für ein relativ neues Angebot.“

Die Anwendung wurde Mitte November 2019 freigeschaltet. „Wir hatten schon 21.000 Nutzungen des WLAN im Monat“, erklärt Schiffmann. „Wir erwarten später noch mehr. Nach meiner Meinung leisten wir mit diesem Angebot einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.“ ksl

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