Ja zum Bike-Park

Über diese neue Attraktion für die Jugend denkt der Gmunder Gemeinderat nach

Gelände neben dem Skaterplatz in Gmund-Finsterwald
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Auf diesem Gelände neben dem Skaterplatz in Gmund-Finsterwald könnte der vorgeschlagene Bike-Park entstehen.

Gmund – Eine Anlage für Jugendliche soll ich Ostin oder Finsterwald entstehen. Der Gmunder Gemeinderat hat jüngst darüber diskutiert.

Ein Bike-Park für die Gmunder Jugend: Dieser Antrag beschäftigte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Dass das Projekt auf breite Zustimmung stößt, bewies eine Schar von Jugendlichen, Kindern und Eltern schon vor Sitzungsbeginn. Sie hatten sich im Hof vor dem Neureuthersaal versammelt, um auf ihren Mountainbikes die ankommenden Gemeinderäte zu begrüßen. Die Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt verlief gleichwohl kontrovers.

Ralf Jirgens und Simon Englhart stellten den Antrag vor. „Wir stehen hier stellvertretend für unseren Nachwuchs“, betonte Jirgens. Angefangen hatte die Idee damit, dass seine Söhne ein Modell gebastelt hatten. Dann wurden in ganz Moosrain Unterschriften gesammelt. Um sich mit der Materie konkret auseinanderzusetzen, unternahm der Gemeinderat Ende September eine Exkursion zu den Anlagen in Miesbach, Bad Feilnbach und Samerberg. Zugleich hielten die Initiatoren Ausschau nach einer geeigneten Fläche. Die Wahl fiel auf das Gemeindegrundstück hinter dem Tegernseer Hof. „Durch die Nähe zum Skateboard-Platz und dem Eisplatz im Winter wäre das optimal“, fanden die beiden Referenten.

Die Idee wäre ein Pumptrack, ein Übungsplatz mit künstlich angelegtem Rundkurs. Auch das Gefälle im Wald neben der Skischanze könne mit eingebunden werden: Hier würden Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entstehen. So ein Flowtrail mit Kurven, ein Natur-Trail über Waldboden, ein North-Shore mit Holzelementen und ein Uphilltrail rechts vom Weg neben der Skischanze. Angelegt würde der Parcours in Eigeninitiative. Die Jugend soll selbst beim Anlegen der Trails mit Hand anlegen und das Areal nach eigenen Vorstellungen gestalten. Das Ganze soll nicht kommerziell betrieben werden, sondern einheimischen Jugendlichen zugute kommen, eventuell auch in Form eines Vereins. Freilich wäre im Vorfeld noch vieles zu klären, etwa die Versicherungsfrage, die Rodungserlaubnis und das Parkplatzproblem.

Zustimmung fand der Gedanke seitens der Realschule, vertreten durch Sportlehrer Markus Baum. „Die Begeisterung für Mountainbiken ist stark gestiegen“, sagte er. Leider fehlten im Tal entsprechende Übungsanlagen, weswegen Schüler mittlerweile Trails in Eigenregie bauen. „Das ist nicht ungefährlich, dort besteht dann Verletzungsgefahr“, bedauerte der Lehrer, der vor einigen Jahren sein Wahlfach Mountainbiken aufgegeben hat, da es sich wegen fehlender Anlagen nicht lohnte.

Weitaus kritischer sahen viele Gemeinderäte das Projekt. Lärmbelästigung der Anwohner und Gäste des Tegernseer Hofs befürchtete Barbara von Miller (SPD). Zudem sei der Entwurf für den Anfang zu groß, besonders die Einbeziehung der Hainzenhöhe. Einen Bike-Spielplatz wie am Samerberg fände sie dagegen echt cool. Laura Wagner (Grüne) begrüßte zwar prinzipiell das Engagement, monierte aber die ihrer Ansicht nach zu gravierenden Eingriffe in die Natur. Sie schlug vor, erst mit einem Trail anzufangen, um gegebenenfalls umzulenken. Tobias Bauer (CSU) fürchtete Konflikte mit den Anwohnern. So dürfe der Platz in Miesbach nach Ärger mit den Nachbarn nur noch an zwei Tagen öffnen.

Angetan zeigte sich dagegen Korbinian Kohler (CSU): „Hier sitzen die Kinder nicht mehr nur vor dem Computer, sondern sind in der Natur und an der Luft.“ Und Maria Kaulfersch (FWG) bedauerte das Niederschmettern einer Idee, die noch gar nicht konkret sei. Deutliche Worte fand Jugendreferentin Christine Zierer (FWG): „Wir wollen zwar eine jugendfreundliche Gemeinde sein, aber die Kinder dürften bei uns nicht älter als neun sein und dann erst mit 18 wieder aufschlagen.“ Mit diesem Projekt könnte die Gemeinde Jugendlichen das ermöglichen, was diese wollten. Stattdessen heiße es jetzt: „Um Gottes Willen, jetzt wollen die auch noch Radfahren.“

Schließlich fällte der Gmunder Gemeinderat den Beschluss, die Trails aus Sicherheits- und Naturschutzgründen abzulehnen. Einem Bike-Spielplatz steht das Gremium aber einstimmig offen gegenüber. Jetzt gilt es, zu klären, ob dieser im Ortsteil Finsterwald oder eher in Ostin angelegt werden soll. ger

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