Alleine oder im Verbund?

vhs Gmund-Dürnbach: Mitglieder entscheiden über neue Struktur

Der Standort der vhs in Gmund-Dürnbach bleibt auch in Zukunft bestehen – trotz der Verschmelzung.
+
Der Standort der vhs in Gmund-Dürnbach bleibt auch in Zukunft bestehen – trotz der Verschmelzung.

Gmund – Wie soll es mit der vhs Gmund-Dürnbach weitergehen? Die Mitglieder des Kuratoriums entscheiden nun über den Beitritt zur neuen vhs Oberland.

Die Fusion der Volkshochschulen ist ein Thema, das im Landkreis Miesbach die Runde macht. Auch der Gemeinderat Gmund setzte sich kürzlich erneut damit auseinander und fasste einige Beschlüsse. Ob die 1947 gegründete Einrichtung für Erwachsenenbildung vor Ort den Weg alleine beschreiten möchte oder zustimmt, zu einem einzigen landkreisweiten Verein zu verschmelzen, entscheiden nun die 19 stimmberechtigten Mitglieder des Kuratoriums der vhs Gmund-Dürnbach. Es verspricht also spannend zu werden, wenn bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbands die ausgezählten Stimmen vorgelegt werden.

Wie Gmunds Geschäftsleiter Florian Ruml im Gemeinderat informierte, hätten alle Vorsitzenden der bisher sieben vhs-Vereine im Landkreis Miesbach – einschließlich der vhs Gmund-Dürnbach, vertreten durch deren Vorsitzende Anna-Maria Stark – den Vertrag zur Verschmelzung unter notarieller Aufsicht beurkundet. Allerdings müsse das Gmunder Kuratorium noch zustimmen, damit der Vertrag wirksam werde. „Eine entsprechende Abstimmung soll noch herbeigeführt werden“, ließ Ruml am Sitzungsabend wissen. Zudem informierte er über den aktuellen Sachstand, wonach alle 17 Landkreisgemeinden Mitglieder des Vereins „vhs Oberland“ werden und diesen auch gemeinsam finanzieren sollen.

Eine entsprechende Beitragsordnung regelt die solidarische Grundfinanzierung, die folgendermaßen aussieht: Der jährliche Beitrag ist auf 1 Euro pro Einwohner mit Erstwohnsitz festgelegt. Ein weiterer Punkt ist ein kommunaler Mitfinanzierungsbeitrag. Er bemisst sich nach einem allgemeinen Schlüssel, der sich nach der jeweiligen gemeindlichen Volkshochschulaktivität richtet und von denjenigen Gemeinden getragen wird, die einen eigenen vhs-Standort haben. „Da der bisherige vhs-Standort Gmund-Dürnbach weiter bestehen soll, wird auch die Finanzierung weiter mitgetragen“, erläuterte Ruml. Auf das Jahr 2019 zurückblickend, habe die Gemeinde gut 72.000 Euro an Personalkosten bezuschusst sowie knapp 3.000 Euro Mitgliedsbeitrag gezahlt. Beim künftigen kommunalen Mitfinanzierungsbeitrag sei zu berücksichtigen, dass die Gemeinde bislang die Kursräume an der Münchner Straße mietfrei und ohne Abrechnung der Nebenkosten zur Verfügung stelle.

Der Vertrag sieht auch vor, dass nicht nur die Vereine, sondern auch die Vermögen verschmelzen. Für das Personal besteht Besitzstandswahrung. Das heißt, die Konditionen der bisherigen Arbeitsverträge werden übernommen. Der Vorstand ist hauptamtlich und besteht aus zwei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich aus Vertretern der aktiven Mitglieder zusammen und ist auf fünf Personen beschränkt. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbands am Mittwoch (17. Juni) im Waitzinger Keller in Miesbach soll der Vertrag endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Und zwar selbst dann, wenn Gmund nicht dabei sein sollte. Ruml: „Die weitere Zeitschiene für die neue vhs Oberland und die Verschmelzung der Vereine zu selbiger sollen dadurch nicht gefährdet werden.“

Trotz ausführlicher Darstellung gab es in der Gemeinderatssitzung noch Fragen und Anmerkungen in puncto Vorstand, Aufsichtsrat und Geld. Letztendlich stimmten die Gmunder Räte aber einhellig dem Satzungsentwurf und der Beitragsordnung zu. Außerdem wurde Bürgermeister Alfons Besel einstimmig dazu ermächtigt, bei der Versammlung die entsprechenden Erklärungen für die Gemeinde abzugeben. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kuratoriums fiel auch der Beschluss, dass sich die Gemeinde über den kommunalen Mitfinanzierungsbeitrag weiterhin an der Finanzierung des vhs-Standorts Gmund-Dürnbach beteiligt. Spätestens 2021 solle verbindlich geregelt werden, wie das Nutzen der Räume angerechnet wird.

Da sich das Vereinsrecht geändert hat, sei es möglich, dass wegen der Corona-Pandemie schriftlich über den Verschmelzungsvertrag abgestimmt werde, erklärte Anna-Maria Stark, Vorsitzende der vhs Gmund-Dürnbach. Mindestens 50 Prozent der Mitglieder müssten ihre Stimme abgeben. „Die 50 Prozent sind bereits überschritten“, erklärt Stark. Um dem Vertrag zuzustimmen, sei dann eine Dreiviertelmehrheit der abgegebenen Stimmen nötig. Nun heiße es abzuwarten, wie das Ergebnis ausfällt. Die Vorsitzende berichtete, dass sie im Lenkungsausschuss mitgearbeitet und bis zuletzt um Änderungen im Vertrag zugunsten der Gmund-Dürnbacher Volkshochschule gekämpft habe.

Dass beim künftigen vhs Oberland die Stelle des Chefpostens intern besetzt werde, missfällt Stark. „Ich wollte, dass diese öffentlich ausgeschrieben wird“, sagt sie. Abschließend ließ Stark noch verlauten, was die Vereinsmitglieder der vhs Gmund-Dürnbach am meisten in Sachen Zusammenschluss stört: „Dass man eine Konstruktion gewählt hat, bei der sich die einzelnen Vereine auflösen müssen.“ rei

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dramatischer Rückgang im Gastgewerbe
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dramatischer Rückgang im Gastgewerbe
Schneller als die Polizei erlaubt: Beamte aus Holzkirchen werden auf A8 zu Geburtshelfern
Schneller als die Polizei erlaubt: Beamte aus Holzkirchen werden auf A8 zu Geburtshelfern
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Tödlicher Wanderausflug: Mann (54) bricht in Tegernseer Bergen zusammen
Tödlicher Wanderausflug: Mann (54) bricht in Tegernseer Bergen zusammen

Kommentare