Realschule Tegernseer Tal

So lief der erste digitale Elternsprechtag in Gmund

Komfortabel von zu Hause aus haben die Lehrer der Realschule Tegernseer Tal diesmal den Elternsprechtag absolviert.
+
Komfortabel von zu Hause aus haben die Lehrer der Realschule Tegernseer Tal diesmal den Elternsprechtag absolviert.

Gmund – Neue Wege ist die Realschule Tegernseer Tal angesichts der Corona-Krise in Sachen Elternsprechtag gegangen. Ein Resümee.

Schulisches Leben und Lernen kann nur auf Basis einer vertrauensvollen Beziehung gelingen. Und diese will gepflegt werden. Dazu gibt es an der Gmunder Realschule Elterngespräche sowie informelle Gesprächsanlässe wie Elternstammtische, das gemeinsame Singen im Eltern-Lehrer-Chor oder das Zusammentreffen bei Schulfesten. Da dies aufgrund der Corona-Pandemie gerade fast alles nicht möglich ist, sind die Lehrkräfte nun einen neuen Weg gegangen, um wenigstens den Sprechtag durchzuführen.

Die Termine wurden online vergeben. Die Eltern geben ein Zeitfenster an, in dem sie Gespräche führen wollen, wählen per Klick die Lehrkräfte aus, die sie sprechen wollen, und die Software stellt dann ein individuelles Gesprächsprogramm zusammen. Die Lehrkräfte kontaktieren dann zum vereinbarten Zeitpunkt die Eltern. Als technische Basis braucht es eine sogenannte Kollaborationssoftware, in der alle Familien per Videoanruf kontaktierbar sind. „Normalerweise bitten wir die Eltern, die digitalen Klassenzimmer den Lehrkräften und Kindern zu überlassen, aber beim Präsenz-Sprechtag kommen die Eltern ja auch ins Klassenzimmer ihrer Kinder. Und viele Eltern haben die Gelegenheit auch genutzt, die Gespräche gemeinsam mit ihren Kindern zu führen“, erklärt Direktor Tobias Schreiner.

Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus im Landkreis Miesbach lesen Sie in unserem Ticker.

Die Rückmeldungen der Eltern seien sehr ermutigend. Technik und Organisation hätten problemlos funktioniert, heißt es. Auch inhaltlich habe der digitale Sprechtag seinen Zweck voll erfüllt. Häufig genannte Aspekte in den Rückmeldungen waren: Entspannte Atmosphäre, weil die leidige Parkplatzsuche entfällt, keine Räume gesucht werden müssen und man Wartezeiten bequem auf dem Sofa verbringen kann. Auch sei die Teilnahme beider Eltern möglich, weil keine Kinderbetreuung organisiert werden muss. Außerdem sparen Eltern sich die Fahrzeit. Immerhin fast die Hälfte der Eltern fände es sogar gut, wenn künftig alle Sprechtage so stattfinden würden. Einige Eltern merkten in den Kommentaren aber auch an, dass das persönliche Gespräch so nicht vollständig zu ersetzen ist.

Im digitalen Lehrerzimmer habe es ebenfalls zahlreiche positive Kommentare gegeben. Einige seien überrascht gewesen, wie reibungslos die Abläufe waren. Insbesondere die Lehrkräfte, die weiter entfernt von der Schule wohnen, seien erfreut, dass sie nicht mehr ins Auto steigen, sondern nur das Headset zur Seite legen müssen, um in den Feierabend zu gehen. „Anfangs dachte ich, dass die Gespräche vielleicht etwas mechanisch oder eher unpersönlich ablaufen könnten. Dem war allerdings gar nicht so“, erklärt Lehrerin Eva Beetz. „Was uns allen, glaube ich, sehr gut getan hat, war das persönliche Feedback und das Lob von vielen Eltern für unsere Arbeit in vergangener Zeit. Das hat auch nochmal gezeigt, dass die Mehrheit der Eltern unsere Mühen nicht als selbstverständlich ansieht.“

Dem ersten digitalen Elternsprechtag habe sie zunächst mit gemischten Gefühlen gegenüber gestanden, sagt Lehrerin Silvia Neubauer. Durch die Corona-Krise seien die Gemüter zum Teil sehr angespannt gewesen. „Doch meine Sorgen blieben vollends unbegründet“, erläutert sie. „Statt der befürchteten Kritik waren sie voll des Lobes für unsere Bemühungen in den vergangenen Monaten, sodass äußerst nette, konstruktive und auch lustige Unterhaltungen im Laufe des Nachmittags stattfanden.“

Nach den positiven Rückmeldungen der Eltern und Kollegen sei es gut vorstellbar, künftig einen der beiden Tage des geteilten Sprechtags im Dezember online anzubieten, resümiert Schulleiter Tobias Schreiner. Dann könne sich jeder das raussuchen, was besser passe. ksl

Auch interessant

Meistgelesen

Nahverkehr für den Landkreis Miesbach: So läuft's aktuell
Nahverkehr für den Landkreis Miesbach: So läuft's aktuell
So soll der neue Fernwanderweg von Wörnsmühl nach Thiersee aussehen
So soll der neue Fernwanderweg von Wörnsmühl nach Thiersee aussehen
Michael Weber ist seit 57 Jahren begeistert vom Maschinenring
Michael Weber ist seit 57 Jahren begeistert vom Maschinenring
„Ihr Küchenparadies“ feiert 20-Jähriges Jubiläum
„Ihr Küchenparadies“ feiert 20-Jähriges Jubiläum

Kommentare