„Schwere Brocken“

Gmundart: Kunst, die bewegt und nachdenklich stimmt / Ausstellung bis 26. Mai

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„Kern und Schale“ heißt der Brunnenentwurf, den der Waakirchner Bildhauer Otto Wesendonck (r.) den Besuchern vorstellt.

Gmund – Malerei, Skulptur, Fotografie – es ist bereits das 16. Mal, dass die Gmundart im altehrwürdigen Jagerhaus an der Mangfallbrücke einen imposanten Reigen ausgewählter Werke präsentiert. 22 Künstler aus Gmund und Umgebung laden den Betrachter auf eine Reise in die Farb- und Formenwelt ein, bei der auch aktuelle gesellschaftliche und politische Themen eine wichtige Rolle spielen. Mitunter führt der Weg an Objekten vorbei, die sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.

Gmundart-Organisator Hans Weidinger (r.) und Bürgermeister Alfons Besel eröffneten die Ausstellung im Jagerhaus.

Es seien „schwere Brocken“, die man hier vor die Füße gelegt bekomme, meinte Gmunds Bürgermeister Alfons Besel bei der Ausstellungs-Eröffnung am vergangenen Freitagabend. Gleichzeitig dankte er für das Engagement der Gmundart-Mitwirkenden, die einen wichtigen Beitrag zum lebendigen kulturellen Leben in der Gemeinde leisten. Die Frühjahrsausstellung „braucht aber auch engagierte Betrachter, die sich die Zeit nehmen, um sich auf die Bilder und Kunstwerke einzulassen“, sagte der Rathauschef und rief dazu auf: „Gehen Sie mutig und mit frechen Augen durch die Ausstellung.“

Hinschauen ist übrigens schon vor dem Jagerhaus angesagt. Dort hat Kurt Gmeineder zwei Nixen platziert, „die energisch gegen die geplante Untertunnelung der Mangfall protestieren“, wie Gmeineder erläuterte. Zudem ist ein von Priska Büttel gefertigter blauer Eisenring mit dem Titel „Bypass“ zu sehen, der sich ebenfalls gegen das Projekt „Hochwasserschutz Tegernseer Tal“ richtet. „Bypass steht auch für die Umleitung von Kompetenzen“, erklärte Büttel und fragte, wer denn entscheide, wann der Tegernsee präventiv abgelassen werden soll. „Und woher nehmen wir das kostbare Nass, um den See wieder aufzufüllen?“, wollte die Künstlerin wissen. Sie stellte kritisch fest: „Wir maßen uns viel an, wenn wir meinen, die Natur besiegen zu können und hob abschließend hervor: „Kunst sollte immer ein Spiegel sein.“

Gmundart-Organisator Hans Weidinger bezeichnete die Außeninstallationen als „Mahnmale“, die dazu auffordern, nachzudenken. Sein Dank galt allen Künstlern, die beim jährlichen Forum im Jagerhaus ihre Werke gemeinsam zur Schau bringen. Weidinger: „Ich denke, wir dürfen ein bisserl stolz darauf sein.“

Mit seinem Bild „Abgeha(c)kt“ will Hans Schneider auf die gefällten Bäume in der Point aufmerksam machen. Ursula-Maren Fitz thematisiert mit ihren Farbglas-Bronze-Skulpturen „Umkämpft II“ und „Sie versinkt“ den Kampf um Kirche und Glauben, während Lisa Mayerhofer aus Kleinsttierskeletten filigrane Kunstwerke fertigt. Sich von der besonderen Schönheit einer „Moorlandschaft“ verzaubern oder der „Gedankenfreiheit“ Raum zu lassen – das ermöglichen die Bilder von Hans Weidinger und Helga-Lucia Kordecki.

Geöffnet hat die Frühjahrsausstellung bis einschließlich Sonntag, 26. Mai, täglich von 14 bis 18 Uhr. Die Mitwirkenden: Klaus Altmann, Muriel Breu, Konrad Broxtermann, Priska Büttel, Hilge Dennewitz, Ursula-Maren Fitz, Werner Gruss, Norbert Herbert, Kurt Gmeineder, Irnberg, Peter Keck, Eva Knevels, Antonia Leitner, Lisa Mayerhofer, Helga-Lucia Kordecki, Plettenberg/Altmann, Maria Prenzel, Sopi von Soproniy, Hans Schneider, Otto Wesendonck, Hans Weidinger und Ekaterina Zacharova.  rei

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