Gegen landkreisweiten Verbund

vhs Oberland: Warum zwei Volkshochschulen nicht mitmachen

Die Volkshochschule Gmund-Dürnbach hat gegen den Verbund "vhs Oberland" gestimmt.
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Die Volkshochschule Gmund-Dürnbach hat gegen den Verbund "vhs Oberland" gestimmt.

Gmund/Bayrischzell – Ein klares Nein zur vhs Oberland gibt es aus Gmund und Bayrischzell. Die Leiterinnen der Volkshochschulen erklären, warum sie gegen den landkreisweiten Verbund sind.

Die Entscheidung ist gefallen: Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbands kürzlich im Waitzinger Keller in Miesbach wurden die Abstimmungsergebnisse der Kuratoriumsmitglieder in puncto neuer vhs Oberland bekannt. Das Ergebnis: Von den sieben vhs-Vereinen im Landkreis Miesbach waren Gmund-Dürnbach und Bayrischzell gegen einen Verschmelzungsvertrag. Um die Angebote der beiden Erwachsenenbildungseinrichtungen muss sich aber wohl niemand Sorgen machen.

„Es geht auf jeden Fall weiter“, versichert Anna-Maria Stark, Vorsitzende der vhs Gmund-Dürnbach, und betont, dass der Verein gut gewirtschaftet und ordentliche Rücklagen gebildet habe. Die Ablehnung ihres Kuratoriums zur Fusion sei deutlich gewesen. Zwar hätten zehn der 19 Mitglieder für eine Verschmelzung votiert, laut Satzung wäre aber für eine Zustimmung zum Vertrag eine Dreiviertelmehrheit notwendig gewesen. Kurzum: Es hätte 15 Ja-Stimmen bedurft. Stark, die bis zuletzt um Änderungen im Vertrag zugunsten der vhs Gmund-Dürnbach gekämpft und der Verschmelzung dann auch zugestimmt hatte, ist optimistisch, was die Zukunft angeht. Ihre Devise lautet: Nach vorne blicken. „Ich arbeite gerade an einer Lösung, wie es für Gmund-Dürnbach weitergehen kann“, sagt die Vereinsvorsitzende. Ein entsprechendes Konzept soll dann mit der Gemeinde besprochen werden. Im Übrigen sei es möglich, der vhs Oberland auch später beizutreten.

Erst einmal die Gründung des neuen Verbunds abwarten und dann sehen, wie sich dieser entwickelt – so wolle man es in Bayrischzell halten, erklärt die dortige vhs-Leiterin Barbara Mühlbauer. Bekanntlich hatten neun der 20 stimmberechtigten Kuratoriumsmitglieder eine Fusion befürwortet, während elf dagegen waren. Für eine Vertragszustimmung hätten sich in Bayrischzell satzungsgemäß vier Fünftel der Mitglieder mit einem Ja aussprechen müssen.

„Wir sind nicht gegen eine Strukturreform“, stellt Barbara Mühlbauer klar, die selbst für die Strukturreform gestimmt hatte. Allerdings hätte das Kuratorium gerne ein paar Dinge im Vertrag festgelegt. Zum einen gehe es um die ortsgebundene Verwendung und Bestimmung des Vereinsvermögens für den Standort Bayrischzell, zum anderen um eine weiterhin ortsnahe vhs-Leitung. „Man ist uns leider nicht entgegengekommen“, bedauert Mühlbauer. Auch sie hält einen späteren Beitritt zum neuen landkreisweiten Verbund durchaus für denkbar. „Der Betrieb geht wie gewohnt weiter“, lässt die Bayrischzeller Leiterin wissen und weist darauf hin, dass man auch die Betreuung von Fischbachau beibehalten wolle. rei

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