Eine Blühwiese voller neuer Ansätze

Gmunder Bahnhofs-Areal: Bürger zeigen bei Ideenwerkstatt großes Engagement

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Abschlussabend der Ideenwerkstatt: Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (2.v.r.) mit dem nonconform-Team: (v.l.) Stefan Spindler, Johanna Treberspurg, Marieluise Brandstätter, Astrid Erhartt-Perez Castro und Laurentius Terzic.

Gmund – „Großer Bahnhof für Ideen“ – unter diesem Motto stand jüngst eine dreitägige Bürgerbeteiligung (wir berichteten), bei der sich die Gmunder mit großem Engagement einbrachten. Ihre Gedanken, Vorstellungen und Wünsche sollen nun in ein Gesamtkonzept einfließen. Die Ideenwerkstatt endete mit einer Präsentation, zu der mehr als 70 Interessierte in den Neureuthersaal gekommen waren.

„Drei Tage lang wurde hier fleißigst gearbeitet“, zog Gmunds Bürgermeister Alfons Besel zufrieden Bilanz. Es sei nicht nur ein bunter Strauß verschiedener Ideen herausgekommen, sondern „eine ganze Blühwiese“, hob Besel hervor und bedankte sich bei allen Mitwirkenden.

Das Bürgerbeteiligungs-Projekt hatte die Gemeinde Gmund mit der Wiener Firma „nonconform“ initiiert. Letzteres war mit einem fünfköpfigen Team aus den Bereichen Architektur, Raumplanung und Kommunikation im Neureuthersaal eingezogen und hatte ein offenes Ideenbüro eingerichtet. Der Reihe nach berichteten am Abschlussabend die „nonconform“-Mitarbeiter über die Ergebnisse der Drei-Tage-Werkstatt. Insgesamt seien in puncto „Neugestaltung Bahnhofs-Areal“ 121 Ideenzettel mit 500 Einzelvorschlägen und sechs ausgearbeiteten Gesamtkonzepten eingegangen, fasste Marieluise Brandstätter in einem kurzen Rückblick zusammen. Besonders lobenswert fand Brandstätter, dass auch die Grundschüler einen wertvollen Beitrag geleistet hatten. Astrid Erhartt-Perez Castro, die sich auf die Suche nach der Ortsmitte von Gmund gemacht hatte, war beim Stachus fündig geworden. An dieser Kreuzung hätten früher Begegnungen stattgefunden, heute stehe sie für „viel Verkehr, Lärm, Stress, Angst, fehlende Sicherheit und fehlenden Raum für Fußgänger sowie Radfahrer“, resümierte Erhartt-Perez Castro und machte deutlich: „Diese Probleme lassen sich nicht so schnell lösen.“ Laurentius Terzic stellte fest, bei der Bürgerbeteiligung in Gmund auf große Resonanz, viel Fachwissen, Kompetenz und Engagement gestoßen zu sein. Er forderte ein Vier-Punkte-Programm, das Querungen, Lückenschließungen im Wegenetz und Barrierefreiheit genauso beinhaltet wie Verkehrs­entschleunigungen mittels schmaleren Fahrbahnen, Tempo 30 und Temposchwellen. Zudem sprach Terzic von einem attraktiveren öffentlichen Verkehr mit ansprechenden Haltestellen, modernisierten Fahrgastinformationen, einer verbesserten Beschilderung und von der Förderung alternativer Mobilitätsformen. „Gmund ist viel mehr als ein Verkehrsknoten“, brachte es Terzic auf den Punkt. Seine Kollegin Erhartt-Perez Castro gab zu bedenken, dass jeder, der am Bahnhof ankomme, den Seeblick vermisse. „Man würde sich wünschen, dass der Vorhang aufgeht.“ Vorrangiges Ziel müsste es also sein, „den See in den Ort zu holen“, wie es Johanna Trebers­purg ausdrückte.

Lobende Worte vonseiten des „nonconform“-Teams erntete die Gemeinde vor allem für ihre ausgeprägte Gastfreundschaft, beispielhafte Familienfreundlichkeit und aktive Bürgerschaft. Stefan Spindler vom Architekturbüro legte der Kommune schon mal einen Fahrplan bezüglich der Neugestaltung des Bahnhof-Areals aufs Tapet. Denn schon in diesem Herbst könnte „die Zeit für große Gedanken“ sein und ein Architekturwettbewerb eingeleitet werden. Anfang 2021 wäre es dann soweit, um mit der Umsetzung der Projekte zu beginnen.

„Wir haben ein riesen Packerl vor uns“, sagte Bürgermeister Besel, dankte den fünf Österreichern und überreichte ihnen Buchpräsente. Sich an die Gmunder Bürger wendend, meinte der Rathauschef abschließend: „Zukunft entsteht, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Ideen einbringen.“ rei

Zum Thema: Ideen fürs Bahnhofs-Areal

Gmund – Für die Neugestaltung des Bahnhof-Areals mangelte es den Gmundern weder an Ideen noch Wünschen. Ein vorrangiger Punkt bei der dreitägigen Ideenwerkstatt war die Verbesserung der Aussicht auf den Tegernsee. Vorgeschlagen wurde auch die Beseitigung des Schuppens am Bahnhofsgebäude. Außerdem war die Rede davon, den Gastgarten des Cafés Wagner in Richtung See zu drehen. Im Straßenbereich zwischen Café und Bahnhofsgebäude könnten eine Querung, eine Verkehrsinsel und eine 30er Zone entstehen. Auf dem Bahnhofsplatz sind ein Wasserspiel für Kinder sowie ein Kiosk mit kleinem Garten angedacht. Kein Parkhaus, stattdessen ein Fahrradhotel mit Tiefgarage – das könnten sich die Bürger ebenfalls gut vorstellen. Ferner wurde der Wunsch nach einem Abstellplatz für Räder und einem E-Bike-Verleih unterbreitet.rei

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