Senioren statt Jugendheim

Großprojekt an der Fischeralm: Pflegeeinrichtung und betreutes Wohnen

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In zwei Gebäuden sollen ein Seniorenwohnheim und rund 30 barrierefreie Wohnungen an der Fischeralm entstehen.

Fischbachau – „Bei uns können und dürfen Senioren noch zuhause alt werden“, sagte Bürgermeister Josef Lechner. Und doch gebe es auch in Fischbachau „dringenden Bedarf“ für betreutes Wohnen und ein Seniorenheim. Genau das soll an der Fischeralm entstehen. Die Pläne für das Großprojekt kamen im Gemeinderat gut an, das Gremium hat beschlossen, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Eine Sanierung des seit Jahren leerstehenden früheren Jugendheims bei Aurach kommt nicht mehr infrage. An dessen Stelle und auf insgesamt rund 10.000 Quadratmetern Fläche sollen nun zwei Gebäude entstehen. Bauen möchte die Firma Erlbau aus Deggendorf, Projektleiter Frank Kühnhauser stellte die Pläne im Gemeinderat vor. Das Familienunternehmen hat sich auf Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen spezialisiert und plant für Fischbachau ein Seniorenheim mit 80 Plätzen sowie rund 30 barrierefreie und altengerechte Wohneinheiten. Diese gehen in den freien Verkauf, Basisleistungen des betreuten Wohnens müssen aber in Anspruch genommen werden. Für die Pflegeeinrichtung sucht Erlbau einen Betreiber. Vorgesehen sind zwei Baukörper, der größere in L-Form, der zweite etwas versetzt parallel zur kürzeren Seite des anderen. Die Gebäudeform, erklärte Lechner, sei angelehnt an ortstypische Klosterbauten – wie etwas das Rathaus – und Gutshöfe. „Wir bauen Qualität“, machte Kühnhauser deutlich, eine Luxusanlage werde es aber nicht. „So, dass es sich jeder Fischbachauer leisten kann“, versicherte der Projektleiter, „ein Mittelklasse-Pflegeheim“. Damit trat er Bedenken entgegen, die barrierefreien Wohnungen könnten „Spekulationsobjekt“ für reiche Hamburger und Berliner werden, wie Andreas Estner (FWG) sagte. Das lasse sich nicht von vornherein festschreiben, sagte Kühnhauser, aber: „Das soll ein Haus für die Fischbachauer werden.“ Das sei insbesondere deshalb wichtig, weil der Neubau „ein gewaltiger Eingriff in das Landschaftsbild ist“, wie Estner sagte. Seinem Fraktionskollegen Willi Rothemund „gefällt das Konzept sehr gut“. Er wollte wissen, wie die Erschließung geplant ist. „Die Zufahrt ist schon sehr eng“, ergänzte Martin Bacher (ebenfalls FWG) und fragte: „Wer bezahlt den Ausbau?“ Die offenen Fragen werden im weiteren Verfahren geklärt, sagte Lechner, „das ist heute erst der Startschuss“. Die Erschließung sei aber über die Fischeralmstraße an die B 307 vorgesehen. Gespräche mit der DB Netz über die Sicherung des Bahnübergangs laufen, erklärte Lechner. Das Konzept überzeugte die Räte, einstimmig brachten sie das Projekt auf den Weg. Damit sind dann in Fischbachau alle versorgt, vom Kleinkind bis zum Senior, wie Lechner froh bemerkte. ft

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