Abgabe erneut Thema

Kurbeitrag: Kinder und Jugendliche sollen in Tegernsee nicht zahlen müssen

Blick vom Wallberg am Tegernsee
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Wer am Tegernsee Ferien machen will, muss Kurbeitrag zahlen. Das ist nicht unüblich in Urlaubsregionen.

Tegernsee – Die Grünen und die SPD in Tegernsee haben im Stadtrat beantragt, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr vom Kurbeitrag zu befreien.

Nachdem erst im Oktober über den Kurbeitrag in Tegernsee diskutiert worden ist, hat der Stadtrat das Thema in seiner jüngsten Sitzung erneut auf der Agenda gehabt. Anlass ist ein Antrag der Grünen und der SPD gewesen. Demnach sollen Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr von der Abgabe befreit werden.

Die neue Satzung über den Kurbeitrag soll am 1. Mai in Kraft treten. Ab dann werden 3 statt bisher 2 Euro fällig pro Übernachtung bei einem Besuch. Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren zahlen analog dazu 1,50 statt 1 Euro. Ziel dieses Beschlusses war auch, dass zumindest in vier der fünf Talgemeinden ein einheitlicher Kurbeitrag erhoben wird. In Bad Wiessee sind derzeit 3,30 Euro für Erwachsene sowie 1,65 Euro für Kinder und Jugendliche veranschlagt. Ob auch dort die Abgabe noch angepasst wird, wird derzeit eruiert.

Bereits in der Sitzung im Oktober hatten die Grünen angeregt, Kinder und Jugendliche vom Kurbeitrag zu befreien. Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH hat daraufhin anhand der Übernachtungszahlen von 2018 und 2019 berechnet, wie sich dies finanziell auswirken würde, erklärte Kämmerer Jürgen Mienert. In Tegernsee handele es sich demnach um etwa 7700 Euro pro Jahr, die in der Stadtkasse fehlen würden.

„Unser Ziel ist nachhaltiger Tourismus, der neben anderen Merkmalen auch in wechselhaften Zeiten Stabilität bei der Belegung der Unterkünfte erwarten lässt“, erklärte Grünen-Stadträtin Ursula Janssen den Antrag. „Die beschlossene Erhöhung des Kurbeitrags um 50 Prozent dient nicht der Nachhaltigkeit.“ Als ungewöhnlich und nicht werbewirksam bezeichnete sie den Preissprung, der durchaus den Ausschlag geben könne, das Familien den Tegernsee künftig als Urlaubsort gar meiden würden.

Im Gremium löste der Antrag eine kontroverse Diskussion aus. Vize-Bürgermeister Michael Bourjau (FWG) wertete den Vorschlag als familienfreundliches Signal. Thomas Mandl (SPD) merkte an, dass die Kinder von heute die Gäste von morgen seien. Markus Schertler (CSU) sah den Vorstoß eher kritisch angesichts der erst kürzlich erreichten, nahezu einheitlichen Linie. Günter Allerstorfer (CSU) lehnte den Vorschlag ab, da die Familien mit der Kurtaxe auch Gegenleistungen erhalten würden. Anton Lengmüller (FWG) lobte den guten Gedanken hinter dem Antrag. Jedoch sei es die Sache nicht wert, wenn darunter das Verhältnis zu den Nachbargemeinden leide. Ähnlich sahen es auch Florian Kohler (Bürgerliste) und Florian Widmann (CSU).

Bürgermeister Johannes Hagn appellierte ebenso an die Stadträte, beim eingeschlagenen Weg zu bleiben und Kinder sowie Jugendliche nicht vom Kurbeitrag zu befreien. So hätten es ihm auch seine Tal-Kollegen übermittelt. „Alle sagen, das wäre ein fatales Zeichen und ich sehe das auch so“, sagte er. Dem folgten die Stadträte am Ende, indem sie den Antrag mehrheitlich ablehnten. ksl

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