Grundschule bleibt am jetzigen Standort und wird umfangreich saniert

Von

WOLFGANG MOOS, Gmund – Zu einer wahren Marathonsitzung wurde das jüngste Zusammenkommen des Gmunder Gemeinderats. Das Gremium befasste sich mit dem Thema Schule und stellte die Weichen für die Zukunft. So soll die Grundschule am bisherigen Standort bleiben, für eine Mittelschule will Gmund mit Waakirchen zusammenarbeiten. Einig waren sich die Gemeinderäte darin, dass die Grundschule dringend der Sanierung bedarf – auch, um den Raumbedarf zu decken. So waren zunächst zwölf Klassenzimmer plus drei weitere Räume gefordert. Das sah auch der Entwurf von Architekt Michael Huber vor. Mit dem Architekten, Schulrat Peter Huber und Rektorin Gudrun Klotzsche hatte Bürgermeister Georg von Preysing bereits gesprochen. In Anbetracht der schwankenden Schülerzahlen habe man sich aber auf zehn Klassenräume geeinigt. Das macht dennoch den Abriss des Westflügels nötig, den kompletten Umbau des Südflügels und den Bau einer Mensa. „Denn“, sagte der Bürgermeister, „wir müssen mindestens eine Ganztagsklasse einplanen“. Weiter setzt diese Planung voraus, dass die Wohnungen im Westflügel geräumt werden, „und zwar einvernehmlich mit den Mietern“, wie von Preysing betonte. Eventuell komme auch die Installation einer Fernwärmeheizung in Betracht, die dann neben der Schule auch das Rathaus und ein weiteres Gebäude versorgen solle. Das Problem bei diesem Modell: Es werden sogenannte „mobile Klassenzimmer“, also Container, für die Zeit des Umbaus benötigt. Auch die Kosten sind nicht unerheblich, mit rund vier Millionen Euro ist zu rechnen. Alternativ zum Umbau kam die Idee auf, die Grundschule nach Finsterwald zu verlegen, wo ohnehin die Realschule neu gebaut wird. Die Mehrkosten würden sich auf rund eine Millionen Euro belaufen. Gegen diese Idee wandte sich Ludwig Lang (CSU), denn „der jetzige Standort prägt auch den Ort“. Das Ensemble Schule, Kirche und Rathaus sei zu erhalten. Dem stimmte auch Anton Grafwallner (FWG) zu, zumal damit „eine Stärkung und Belebung der Ortsmitte“ erfolge. Für einen Neubau in Finsterwald sprach sich dagegen Fraktionskollegin Christine Zierer aus. „Wir haben dann dort ein Schulzentrum und der Gedanke an eine Einheit Schule, Rathaus, Kirche gehört der Vergangenheit an“. Alfons Wagner (CSU) forderte, das Ganze „emotionslos“ zu betrachten, der Neubau sei nicht so extrem teurer als die Sanierung. Außerdem habe man dann ein komplett neues Schulgebäude. Dass das Projekt Finsterwald „zu groß“ werde, befürchtete Johann Stückler (FWG) und plädierte für einen Verbleib der Grundschule in Gmund. Bei einem Neubau werde „zudem alles, was wir saniert haben quasi vernichtet“. Letztlich „eine Herzensentscheidung“ sei der Erhalt der Schule am heutigen Standort, sagte Herbert Kozemko (CSU). Für den Verbleib in Gmund stimmten 19 der 21 Räte. Der Beschluss, lediglich zehn Klassenräume zu errichten, erfolgte einstimmig, zumal der Bürgermeister zusagte, dieses Thema während der Sommerferien mit den Beteiligten nochmals zu erörtern. Auch das Thema „(Haupt-) Mittelschule“ stand auf der Tagesordnung. Nach dem Scheitern der ursprünglichen Pläne, dass die Talgemeinden zusammen eine solche Schule in Finsterwald bauen, machte von Preysing einen Alternativvorschlag: Gmund tritt aus dem Schulverband Tegernseer Tal aus und schließt sich stattdessen mit Waakirchen zusammen. Vorteil ist, dass nur minimale Kosten an den Gebäuden entstehen. Ein anschließender Zusammenschluss der Gemeinden Gmund und Waakirchen mit den Talgemeinden hätte dann den Vorteil, dass nur an einem Tag Schüler eines Fachzuges nach Rottach-Egern pendeln müssten. Keine der bestehenden Hauptschulen dürfe aber gefährdet werden, daher sei der Verband mit Rottach-Egern Voraussetzung. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Bürgermeister, entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. Der Rathauschef will die Eltern bei den Schulthemen mit einbeziehen und lädt sie deshalb am kommenden Dienstag, 27. Juli, um 20 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in den Neureuthersaal ein.

Auch interessant

Meistgelesen

Letzter Neujahrsempfang als Miesbachs Bürgermeisterin
Letzter Neujahrsempfang als Miesbachs Bürgermeisterin
Neueröffnung Orient Mark-Et
Neueröffnung Orient Mark-Et
Freie Wähler Waakirchen nominieren Kandidaten für Bürgermeisteramt
Freie Wähler Waakirchen nominieren Kandidaten für Bürgermeisteramt
Wie Senioren in Miesbach von einem Computer fit gehalten werden
Wie Senioren in Miesbach von einem Computer fit gehalten werden

Kommentare