Schritt für Schritt

Plan für neues Wohngebiet in Hausham geht in zweite Runde

Mit dem Bebauungsplan „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“ möchte die Gemeinde Hausham Wohnraum für Einheimische ermöglichen. Zwei Dreispänner und fünf Doppelhäuser sieht der aktuelle Entwurf für die Fläche gegenüber dem Alpengasthof Glück Auf vor.
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Mit dem Bebauungsplan „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“ möchte die Gemeinde Hausham Wohnraum für Einheimische ermöglichen. Zwei Dreispänner und fünf Doppelhäuser sieht der aktuelle Entwurf für die Fläche gegenüber dem Alpengasthof Glück Auf vor.

Hausham – Schritt für Schritt geht es weiter mit dem Bebauungsplan für das neue Haushamer Einheimischenprojekt Abwinkl am Huberspitzweg.

Mehrere Träger öffentlicher Belange haben zur Erstauslegung des Bebauungsplans „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“ ihre Stellungnahme abgegeben. Über die eingegangenen Vorschläge stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ab. Die Beschlüsse dazu fielen einstimmig. Nach Aufnahme der Änderungen geht der Plan erneut in die Auslegung. Im Idealfall soll Ende 2020 das Bewerbungsverfahren für das neue, rund 1.800 Quadratmeter große Wohngebiet starten.

Zwei Dreispänner und fünf Doppelhäuser sollen entlang des Huberspitzwegs gegenüber dem Alpengasthof Glück Auf entstehen und vorzugsweise von einheimischen jungen Familien bezogen werden. Den Plan dazu hat das Architektenbüro Wagenpfeil gefertigt. Nach der ersten Auslegung gingen von Privatpersonen keine Stellungnahmen ein. Allerdings verfassten einige Träger öffentlicher Belange Hinweise und Änderungswünsche, die zum Teil textlich in den Bebauungsplan einflossen.

So wurde unter anderem nachgebessert, dass Garagen, die nur direkt von der Straße angefahren werden können, mit automatisch öffnenden Torantrieben ausgestattet werden müssen. Die Hinweise zur Regenwasserbewirtschaftung sah der Gemeinderat indes als erschöpfend abgehandelt. Aufgrund der bekannten komplexen Anforderungen wies Bürgermeister Jens Zangenfeind aber darauf hin, dass für alle Bauanträge ein Baugenehmigungsverfahren durchzuführen ist, bei dem auch eine mögliche wasserrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt geprüft wird. Allerdings folgte das Gremium dem Rat des Wasserwirtschafts­amtes Rosenheim, einen Passus einzufügen, der auf die Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums verweist und den Abschluss einer Elementarschadenversicherung empfiehlt.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen riet wegen der direkt an das Baugebiet angrenzenden, rund 8.800 Quadratmeter großen Wiese Vorkehrungen zu treffen, um einem Kuhglockenstreit, wie er in Holzkirchen für überregionale Schlagzeilen sorgte, aus dem Weg zu gehen. Durch eine neue Textpassage im Plan werden Bewohner verpflichtet, dass sie durch landwirtschaftliche Arbeiten verursachte Lärm-, Staub- und Geruchsemissionen zu dulden haben – und zwar auch an Sonn- und Feiertagen sowie vor 6 Uhr und nach 22 Uhr. Das segnete der Gemeinderat ebenso einstimmig ab wie die Bitte des Landesbundes für Vogelschutz, mit aufzunehmen, dass bei Einfriedungen zwischen den Grundstücken auf die Durchlässigkeit für Kleintiere wie Igel, Frosch und Co. zu achten ist.

Etwas aufwendiger umzusetzen ist der Hinweis des Wasserwerks Hausham, dass noch Leitungen umgelegt werden müssen. Wie Bauamtsleiterin Petra Sperl sagte, wird dies im Rahmen der geordneten Erschließung sichergestellt. Zudem wurde bereits ein Fachbüro mit der Planung der öffentlichen Versorgungsleitungen einschließlich der Oberflächenentwässerung beauftragt. In diesem Zusammenhang wies Sperl darauf hin, dass die Telekom bereits erklärte, das gesamte Neubaugebiet im Eigenausbau mit Glasfasertechnik zu erschließen.

Da die eingepflegten Änderungen doch umfangreicher waren, beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, den Plan erneut in das Auslegungsverfahren zu geben. Darin nicht vorgeschrieben, aber als Hinweis mit aufgenommen werden soll der Vorschlag von Thomas Danzer und Peter Wagner (beide SPD), dass ökologische Bauweisen empfohlen werden und eventuell Fernwärme zum Einsatz kommen kann. „Wir prüfen das im Rahmen dessen, dass wir das ganze Projekt Punkt für Punkt und sauber abarbeiten“, versprach Zangenfeind. Ende 2020, schätzt der Rathauschef, könnte der Bebauungsplan fertig sein und das Bewerbungsverfahren starten. hac

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