Entscheidung am 17. Mai

Bürger stimmen über neues Baugebiet Abwinkl in Hausham ab

Am 17. Mai wird es ernst für die Haushamer. Da dürfen sie entscheiden, ob an der Huberbergstraße ein neues Wohngebiet und ein neues Haus Bambi entstehen werden.
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Am 17. Mai wird es ernst für die Haushamer. Da dürfen sie entscheiden, ob an der Huberbergstraße ein neues Wohngebiet und ein neues Haus Bambi entstehen werden.

Hausham – Am 17. Mai stimmen Haushams Bürger über das Einheimischenprojekt und das neue Haus Bambi ab, das an der Huberbergstraße entstehen soll.

Einstimmig hatte sich 2019 der Haushamer Gemeinderat für das Einheimischenprojekt und das neue Zuhause für das Haus Bambi der Lebenshilfe Miesbach an der Huberbergstraße ausgesprochen. Dagegen regte sich erbitterter Widerstand durch den Landschaftsschutzverein Hausham (LSVH). In zwei groß angelegte Informationsveranstaltungen warb die Gemeinde für das Bauvorhaben. Dem LSVH reichte das nicht aus. Er moniert, dass durch fehlende Transparenz und Kommunikation ein falsches Meinungsbild entstanden ist. Am Sonntag, 17. Mai, dürfen nun die Bürger entscheiden und für klare Verhältnisse sorgen.

Der LSVH lehnt den Bebauungsplan, der sich an die bereits bestehende Bebauung anlehnt, rundherum ab und begründet dies unter anderem durch die Hangrutschgefahr und ein dazu fehlendes Gutachten. Dem gegenüber verweist die Gemeinde auf ein Schreiben des bayerischen Landesamtes für Umwelt, das auf mögliche Risiken hinweist und dem mit einem Wegrücken der Bebauung vom Fuß der Rutschmassen wesentlich Rechnung getragen wird.

Auch die Vorwürfe, dass Konzepte zur Niederschlags- und Schmutzwasserentsorgung fehlen oder nicht veröffentlicht wurden, lässt die Gemeinde so nicht stehen. Da das Baugebiet einen lehmigen Untergrund aufweist, könne es ohnehin kaum Wasser aufnehmen, eine Versiegelung daher die Situation nicht verschlechtern. Für das anfallende Oberflächenwasser ist ein Niederschlagswasserkanal mit Regenrückhaltebecken vorgesehen, von dem aus das Wasser gedrosselt in die Schlierach eingeleitet werden soll. Der LSVH hält die dazu angestellten Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim hingegen für falsch, weil als Grundlage kein 100-jährliches, sondern ein im Schnitt 5-jährliches Hochwasser herangezogen wurde.

Weiter misstraut der LSVH den Verkehrsuntersuchungen der Gemeinde und geht nach einer Korrektur der gemeindlichen Zahlen von einer Mehrbelastung am Knotenpunkt Naturfreunde-/Schlierachstraße von 70 Prozent aus. Nach Verkehrszählungen in vergleichbaren Wohngebieten und am alten Haus Bambi schätzt die Gemeinde hingegen eine etwa 10-prozentige Zunahme von Fahrzeugbewegungen. Das Hauptproblem der Naturfreundestraße sei in erster Linie die Engstelle im Bereich der katholischen Kirche St. Anton. Das könnte laut Gemeinde beispielsweise durch Parkverbote im Bereich der Kirche oder durch die Verlegung des Gehweges gelöst werden.

Neben weiteren Einlassungen zu Erschließungskosten, Spielplatzverkleinerung und Biotopzerstörungen stellt der LSVH in seinem Flyer fest, dass zwar das Haus Bambi eine vernünftige Heimat bekommen und die Gemeinde bezahlbaren Wohnraum schaffen soll, aber eben an einem anderen Ort, der ökonomisch und ökologisch besser geeignet ist als Abwinkl. Als Alternative schlägt der LSVH beispielsweise Grundstücke an der Tegernseer Straße vor. Laut LSVH haben dessen Vertreter mit aus ihrer Sicht infrage kommenden Grundstückseignern bereits Gespräche geführt und dabei erfahren, dass eine Überlassung zu ortsüblichen Konditionen möglich wäre.

Für die Gemeinde bleibt der Standort Hausham für das neue Haus Bambi alternativlos, weil für die Kinder ein kurzer Schulweg wichtig und für die erwachsenen Menschen mit Behinderung die Fahrt zu den Oberlandwerkstätten nach Miesbach nicht weit ist. Weiter wehrt sich die Gemeinde gegen den Vorwurf, andere geeignete und bezahlbare Lösungen mit Aussicht auf Baurecht nicht verfolgt zu haben. Speziell an der Tegernseer Straße sei dies schwierig, weil die Flächen mehreren Eigentümern gehören, von denen nicht alle eine Bebauung wünschen. Außerdem sei dort laut Gemeinde die Abwasser- und Landschaftsschutzsituation nicht besser als auf dem gemeindeeigenen Grundstück in Abwinkl.

Am 17. Mai werden also jetzt die Haushamer Bürger entscheiden, wer seine Hausaufgaben für ein neues Einheimischenprojekt und das neue Haus Bambi besser gemacht hat. hac

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