Rathauschef Jens Zangenfeind informiert

Wie Hausham weiter wachsen wird und warum Bürgerbeteiligung erwünscht ist

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Die Naturfreundestraße in Hausham muss saniert werden. Ob die Alleebäume die Arbeiten überstehen, ist fraglich.

Hausham – Bei der jüngsten Bürgerversammlung hat Rathauschef Jens Zangenfeind darüber informiert, wie Hausham sich entwickelt und weiter wächst.

Neben der finanziellen Lage Haushams sprach Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) kürzlich bei der Bürgerversammlung über Entwicklungen und Pläne der Gemeinde. Stellung nahm er unter anderem zum neuen Baugebiet Abwinkl und der Sanierung der Naturfreundestraße. Rund 60 Haushamer hörten den Ausführungen aufmerksam zu.

Mit den Worten „Ich verstehe jeden, der sagt, schade um die grüne Wiese“, warb Zangenfeind um Verständnis für die Entwicklung des Baugebietes Abwinkl. Er begründete dies mit der steigenden Einwohnerzahl Haushams, die allein in den vergangenen zwei Jahren um rund 450 auf jetzt etwa 8.850 gewachsen ist. Wie Zangenfeind sagte, müsse vor allem für die jungen einheimischen Familien eine Perspektive geschaffen werden: „Wir müssen für die 25- bis 35-Jährigen vor Ort bezahlbaren Wohnraum schaffen. Sie sind es, die die Ortsgemeinschaft auch in Zukunft am Laufen halten. Wandern sie ab, klappt das nicht mehr.“ Da es eh die Ausnahme ist, dass eine Gemeinde bezahlbare Grundstücke erwerben kann, habe man in Abwinkl zugegriffen, blickte Zangenfeind zurück. Der Gemeinderat habe es sich mit der Überplanung auch nicht leicht gemacht.

Auch die von Kritikern ins Feld geführte steigende Hochwassergefahr durch Flächenversiegelung wurde nicht beiseite geschoben. Diese Situation soll sich, wie Zangenfeind sagte, laut Gutachten durch kontrollierten Abfluss in die Schlierach aber sogar verbessern. „Wir sind uns einig, dass es nicht schön ist, eine grüne Wiese zu bebauen, aber wir schaffen hier 40 Wohneinheiten in bezahlbaren Größen zu einem Preis pro erschlossenem Quadratmeter von 350 bis 450 Euro, die sich junge Familien auch leisten können“, betonte Zangenfeind noch einmal die Bedeutung des Projektes.

Veränderungen wird es auch in der Naturfreundestraße geben müssen. Hier ist, wie Zangenfeind mit mehreren Bildern belegte, eine grundlegende Sanierung unumgänglich. Neben den vielen Schlaglöchern bereiten der Unterbau mit Niederschlags- und Abwasserkanal Kopfzerbrechen. Fraglich ist dabei, ob alle Alleebäume den Umbau verkraften. Hier regte sich Widerstand im Publikum.

Eine Dame meinte, dass gerade wegen des Klimawandels jeder Baum erhaltenswert ist. Der Rathauschef gab ihr Recht und verwies auf ein Gutachten, das dazu gerade erstellt wird: „Wir müssen das abwarten, natürlich ist das kein schönes Thema, aber aussitzen geht nicht.“ Wie Zangenfeind versicherte, wolle der Gemeinderat natürlich die traumhafte Atmosphäre möglichst erhalten, aber wenn viel Geld für die Bäume ausgegeben werden soll, muss auch die Aussicht bestehen, dass sie das überleben.

Das ermunterte dann den Haushamer Diakon i.R. Peter Salamon nach vorne an die Leinwand zu treten. Er forderte dazu auf, doch einmal genauer hinzuschauen: „Wir haben doch die jungen Bäume schon vor Ort.“ Weiter meinte er sinngemäß, dass wenn man etwas Neues machen muss, man sich auch einmal von Altem trennen soll. Dafür bekam Salamon Applaus aus dem Publikum.

Stellung bezog Zangenfeind darüber hinaus zum Bergbaumuseum. Wie er sagte, kann das Ensemble noch bis Anfang 2021 im Keller des alten Rathauses bleiben. Nach wie vor ist es Ziel der Gemeinde, dass der Förderturm saniert werden und dann das Museum beherbergen soll. Alleine stemmen kann das die Gemeinde aber nicht. Das Vorhaben soll aber Teil des Orts­entwicklungskonzeptes sein. Zangenfeind setzt hier auf Bürgerbeteiligung, wie sie unter anderem schon mit dem staatlich geförderten integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) bei der Eröffnung des neuen Rathauses geschah. Auch der bei der Bürgerversammlung mehrfach beanstandete Ausbau des Radewegenetzes soll da Einfluss finden. hac

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