Nicht schön, aber notwendig

Bürgerversammlung: So steht Hausham finanziell da

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Bei der Haushamer Bürgerversammlung nahm Jens Zangenfeind zur finanziellen Situation der Gemeinde Stellung.

Hausham – Nicht schön, aber notwendig sind einige Einschnitte in die Finanzen der Gemeinde Hausham in den vergangenen Jahren gewesen. Bürgermeister Jens Zangenfeind informierte jüngst bei der Bürgerversammlung über die Situation.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Hausham ist in diesem Jahr von 2.400 auf 2.163 Euro gesunken. Der Landesdurchschnitt liegt mit 731 Euro deutlich niedriger. Trotz der Schulden musste Rathauschef Jens Zangenfeind (FWG) bei der Bürgerversammlung im Bürgersaal kein düsteres Bild zur finanziellen Situation der Gemeinde malen. Die rund 60 Haushamer im Publikum hörten den Ausführungen aufmerksam zu und hatten keine Rückfragen oder negativen Anmerkungen zur allgemeinen Kassenlage.

Insgesamt beurteilt Zangenfeind die Steuerentwicklung und Wirtschaftskraft Haushams recht gut. Daher ist es auch nicht vorgesehen, Steuern zu erhöhen. „Das wäre ein schlechtes Signal“, findet er und verwies auf die von 4,66 Millionen Euro auf 4,9 Millionen Euro gestiegene Einkommensteuer, die die gute Entwicklung der Gemeinde zeige. Wichtig sei, dass die Steuerkraft steige: „Das muss nicht explosionsartig passieren, aber stetig. Die Zahlen belegen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, sagte Zangenfeind.

Finanzen in Hausham: Aufwärtskurs zeigt sich an Umlagen

Den Aufwärtskurs zeige auch die gesunkene Schlüsselzuweisung. Diese, nach einem komplizierten Verfahren berechnete und auch schon mal abwertend als Armengeld bezeichnete staatliche Zuwendung soll finanzschwachen Gemeinden helfen, sich über Wasser zu halten. Dazu sagte Zangenfeind scherzhaft: „Die Schlüsselzuweisung ist eigentlich der einzige einnahmeseitige Posten, bei dem ich froh bin, wenn er sinkt.“

Mit 4,55 Millionen Euro ist die Kreisumlage einer der größten Ausgabeposten des vergangenen Jahres. Durch die gestiegene Wirtschaftskraft wird sich der Betrag vermutlich erhöhen. In erster Linie dem Tarifsystem geschuldet sind die heuer um zirka 500.000 Euro gestiegenen Personalkosten. Rund 5,3 Millionen Euro sind jetzt für die knapp 100 Gemeindebediensteten veranschlagt. In diesem Posten sind auch die Löhne und Gehälter für die Kindergartenmitarbeiter enthalten. „Wir haben drei gemeindliche Kindergärten, und es ist unstrittig, dass das Geld dort, wie auch bei allen anderen unseren Mitarbeitern, gut angelegt ist“, sagte Zangenfeind.

„Natürlich ist der voraussichtliche Schuldenstand von 18,1 Millionen Euro zum Jahresende alles andere als erfreulich“, wollte Zangenfeind die Gemeindefinanzen nicht schönreden. Er erinnerte aber auch daran, dass in den vergangenen Jahren mit dem Bau der 2,5-fach-Turnhalle und dem Bürgersaal, der rund drei Millionen Euro teuren Sanierung des Gewerkschaftshauses, dem Bauhof, dem Rathauskauf und der über eine Million Euro teuren energetischen Sanierung der Grundschule einiges geschaffen wurde. „Ich wüsste auch nicht, wo wir da hätten vernünftig sparen können“, sagte der Rathauschef.

Finanzen in Hausham: Kindergärten und Volkshochschule verursachen Kosten

Im laufenden Betrieb verursachen außerdem die Kindergärten und die Volkshochschule Kosten. „Wir leisten uns auch den Luxus, einen Mitarbeiter des Bauhofs dauerhaft für den Friedhof abzustellen, weil wir der Meinung sind, dass die Angehörigen der Verstorbenen einen Ansprechpartner der Gemeinde vor Ort haben sollen“, fügte Zangenfeind an.

Abschließend verwies der Bürgermeister auf den direkten Vergleich der vergangenen zehn Jahre. In diesem Zeitraum stieg zwar die Nettoverschuldung um 10,5 Millionen Euro, aber es wurden auch Investitionen in Höhe von 22,8 Millionen Euro getätigt. „Wir werden weiterhin wirtschaftlich arbeiten und den Schuldenabbau im Auge behalten“, versprach Zangenfeind. hac

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