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Dauerärgernis: Bahnübergang in Hausham soll 2020 endlich verlegt werden

Bis denn mal ein Zug durchfährt, bleibt die Bahnschranke in Hausham bis zu zwölf Minuten geschlossen. Jetzt konnte der Gemeinderat endlich den Beschluss fassen, diesem Dauerärgernis nächstes Jahr an den Kragen zu gehen.
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Bis denn mal ein Zug durchfährt, bleibt die Bahnschranke in Hausham bis zu zwölf Minuten geschlossen. Jetzt konnte der Gemeinderat endlich den Beschluss fassen, diesem Dauerärgernis nächstes Jahr an den Kragen zu gehen.

Hausham – Bis zu zwölf Minuten Wartezeit müssen mitunter in Kauf genommen werden. Wenn alles gut läuft, könnte das Dauerärgernis 2020 verschwinden.

Mit dem Beschluss zu einer Eisenbahnkreuzungsmaßnahme hat der Haushamer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den ersten Pflock für die Verlegung der oft dauergeschlossenen Bahnschranke eingeschlagen. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Im Idealfall soll mit den Baumaßnahmen Mitte 2020 begonnen werden. Voraussichtlich muss dabei aber die südliche Schlierseer Straße für ein paar Wochen komplett gesperrt werden.

Rund 70 Meter soll die Bahnschranke in Richtung Bahnhof wandern. Damit wird sich nach Berechnungen der DB Netz AG deren Schließzeit von aktuell bis zu zwölf Minuten im Idealfall auf 45 und maximal 90 Sekunden verkürzen. „Ich kann kaum glauben, dass wir das jetzt nach 34 Jahren endlich vom Tisch kriegen“, freute sich Bürgermeister Jens Zangenfeind über die Erfüllung des lang gehegten Wunsches der Gemeinde.

Bahnübergang Hausham: Start im Sommer 2020

Auf den Gemeinderatsbeschluss folgt nun ein verwaltungstechnischer Unterschriftenlauf bei dem noch das Straßenbauamt Rosenheim und die DB Netz AG beteiligt werden müssen. Wie Florian Deininger, beim Straßenbauamt zuständig für den Kreis Miesbach, bei der Sitzung erklärte, ist das aber nur noch Formsache.

Planer Konrad Haindl erinnerte an den langen Vorlauf des Projekts, das bereits seit 1985 die Gemüter bewegt. Nach Haindls Konzept soll die Verlegung in fünf Phasen durchgeführt werden. Während der eigentlichen Bautätigkeiten, die im Idealfall im Juni oder Juli 2020 beginnen sollen, steht demnach im Ort selbst immer auf einer Seite der Gleise eine Fahrbahn zur Verfügung.

Zu einer erheblichen Einschränkung wird es aber bei der Erneuerung der südlichen Schlierseer Straße kommen. „Bei einer Straßenbreite von nur 6,50 Meter werden wir wahrscheinlich auch aus Sicherheitsgründen nicht um eine Vollsperrung umhinkommen“, warnte Haindl den Gemeinderat schon mal vor. Die Umleitung muss dann wohl über das Leitzachtal erfolgen. Der Bahnverkehr soll während der gesamten Baumaßnahme aber praktisch ohne Einschränkungen weiter rollen.

Bahnübergang Hausham: Rund 5,5 Millionen Euro an Kosten

Auf Grundlage der aktuellen Planung belaufen sich die Gesamtkosten für die kreuzungs- und nichtkreuzungsbedingten Arbeiten auf zirka 5,5 Millionen Euro. Diese sind anteilig vom Bund, der DB Netz AG, dem staatlichen Bauamt und der Gemeinde zu tragen. Hausham muss nach der Berechnungsformel rund eine Million Euro berappen. Wie Haindl sagte, kann die Gemeinde aber mit staatlichen Zuschüssen bis zu 50 Prozent rechnen.

Mit dem Beschluss möchte Planer Haindl nun mit der Feinausplanung des bei der Sitzung vorgestellten Konzeptes beginnen. Sobald alle Zeiträume und Maßnahmen konkret werden, sollen die Bürger umfassend informiert werden. „Das wird eine Riesenbaumaßnahme, die uns lange beeinträchtigen wird. Es wäre schön, wenn sie so gut klappt wie der Kreisel. Aber so oder so, schlechter als mit der jetzigen Bahnschranke kann es nicht werden“, resümierte Bürgermeister Zangenfeind. hac

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