Klares Votum

So lief der Bürgerentscheid zum Baugebiet Abwinkl in Hausham

Die Gemeinde Hausham hatte mit ihrem Ratsbegehren Erfolg. Das Bebauungsplanverfahren für Abwinkl geht weiter.
+
Die Gemeinde Hausham hatte mit ihrem Ratsbegehren Erfolg. Das Bebauungsplanverfahren für Abwinkl geht weiter.

Hausham – Ein klares Votum für Abwinkl hat der Bürgerentscheid in Hausham erheben. Mehr als zwei Drittel der Stimmen gab es für die Bebauungspläne der Gemeinde.

Die Haushamer Bürger durften am Sonntag (17. Mai) entscheiden, ob in Abwinkl Wohnraum für Einheimische und ein neues Zuhause für das Haus Bambi entstehen soll oder nicht. Die Abstimmung wurde gestartet, weil der Landschaftsschutzverein Hausham (LSVH) die Bebauung aus verschiedenen Gründen verhindern möchte. 38,8 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Es ergab sich ein eindeutiges Bild: 66,22 Prozent stimmten für die Aufstellung der Bebauungspläne und 41,01 Prozent dagegen.

„Wir waren im Gemeinderat immer überzeugt, dass wir mit der Aufstellung der Bebauungspläne die richtigen Weichen für die Zukunft der Gemeinde gestellt haben“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind am Ende der Auszählung. Als Sieger wollte er sich dennoch nicht sehen. Wichtig sei es nun laut Zangenfeind, den eingeschlagenen Weg transparent weiterzugehen. Zweifeln und Verunsicherungen möchte er mit Sachargumenten entgegentreten und so auch die Kritiker der Gemeindepläne mitnehmen.

Aggressiver war die Reaktion des LSVH, der auf seiner Internetseite feststellt, dass eine Gesprächsbereitschaft nicht mehr erkennbar und der erwirkte Bürgerentscheid letztes demokratisches Mittel gegen eine Gemeindepolitik nach Gutsherrenmanier war. Dass der Verein einen Teil der Bürger nicht überzeugen konnte, lag daran, wie in der Verlautbarung weiter zu lesen ist, dass nicht jedem Haushamer der LSVH-Faktencheck persönlich auf dem Postweg zugestellt werden konnte. Auch die Art der Stimmabgabe mit Briefwahl und Urnengang kritisierte der LSVH, der eine reine Briefwahl gefordert hatte.

Jetzt erwarten die Bebauungsgegner, dass „aufgrund der zahlreichen fachlichen Mängel, die aufgetreten sind, sämtliche Unterlagen im Rahmen der Auslegung zu den Bebauungsplänen veröffentlicht werden“. Weiter fordern sie ein geotechnisches Gutachten für die Sicherheit des Hangs und ein stimmiges Entwässerungskonzept mit einer HQ100-Berechnung.

Wahnsinnig erleichtert und dankbar für die Zustimmung zeigte sich Inga Kockerols, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Miesbach. Diese wurde als Vereinigung von Eltern, Angehörigen und Freunden von geistig und mehrfach behinderten Menschen in Schliersee-Neuhaus 1969 gegründet und betreibt das Haus Bambi, das allerdings inzwischen stark in die Jahre gekommen ist. Umso mehr war das klare Bürgervotum für Kockerols, wie sie sagte, wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen: „Wir haben für ein neues Haus Bambi immer auf die Gemeinde vertraut, jetzt sind die bangen Jahre des Wartens endlich zu Ende.“ hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Wegen Corona-Krise: Schulschachverein schaltet neues Angebot für Kinder
Wegen Corona-Krise: Schulschachverein schaltet neues Angebot für Kinder
Unterricht startet wieder: Warum den Schülern dabei nicht ganz wohl ist
Unterricht startet wieder: Warum den Schülern dabei nicht ganz wohl ist
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels

Kommentare