Verbindlichkeiten steigen

Haushams Schuldenberg wächst auf über 20 Millionen Euro

Bahnübergang Hausham
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Mit einer knappen Viertelmillion Euro für Hausham schlägt die Verlegung des Bahnübergangs zu Buche. Zahlreiche weitere Investitionen sollen die Gemeinde auf lange Sicht attraktiv zum Leben und Arbeiten machen. Dafür steigen aber auch die Schulden.

Hausham – Die Gemeinde Hausham plant für 2021 ein üppiges Investitionsprogramm. Somit wächst der Schuldenberg weiter.

Um die Summe des Gesamthaushalts für 2021 von gut 29 Millionen Euro zu stemmen, hat die Gemeinde Hausham einen Kredit in Höhe von 2,06 Millionen Euro angesetzt. Das entspricht einer geplanten Nettoneuverschuldung von 1,33 Millionen Euro. Damit steigt der Gesamtschuldenberg zum Jahresende auf voraussichtlich 20,39 Millionen Euro. Das kann auch nicht durch der Verkauf des alten Rathauses für 3,7 Millionen Euro abgewendet werden.

Rechnerisch bedeutet das dann eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2.422 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt im Vergleich bei 728 Euro. Dennoch hat der Gemeinderat kürzlich das von Kämmerer Martin Reisberger vorgestellte Zahlenwerk einstimmig abgesegnet. Schließlich beinhaltet der Haushalt auch ein umfangreiches Investitionsprogramm.

  • Wie Reisberger sagte, sind heuer Investitionen in Höhe von etwa 7,65 Millionen Euro vorgesehen.
  • Rund ein Drittel davon wird schon für die Sanierung der Wasserversorgung fällig.
  • Weitere größere Brocken sind der allgemeine Straßenbau mit knapp 1,4 Millionen Euro, 450.000 Euro für den Grunderwerb und die Planung des Kinderhauses auf der Fläche der ehemaligen Argulakirche, dazu 690.000 Euro für den Breitbandausbau.
  • Für die Grund- und Mittelschule sind 270.000 Euro eingeplant.
  • Der Bereich Sport schlägt mit 355.000 Euro zu Buche. Darin sind unter anderem die Sanierung der Tennisplätze, die Errichtung des Laufparks und eines Fitness-Parcours sowie die Brandschutzsanierung des Sportstüberls enthalten.
  • Die Ersatzbeschaffung eines Kran-Lkw und einer Schneefräse für den Bauhof kosten die Gemeinde weitere 260.000 Euro.
  • Dann wird noch der Restkaufpreis für das neue Rathaus mit knapp 114.000 Euro fällig.
  • Für die beiden Feuerwehren sind Mittel in Höhe von 108.000 Euro vorgesehen.
  • Außerdem sind 80.000 Euro für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Haushamer Feuerwehr einkalkuliert.
  • Die gleiche Summe findet sich für den Neubau einer Toiletten- und Duschanlage auf dem Volksfestplatz.
  • Außerdem soll die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes angestoßen werden.

Damit möchte sich die Gemeinde breit aufstellen und fit für die Zukunft machen. Dem gegenüber stehen Einnahmen, die noch nicht abschließend beurteilt werden können. „2020 sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, meinte Reisberger und verwies auf die Ausgleichszahlung vom Freistaat in Höhe von 308.500 Euro. Damit konnten die Einbrüche bei Gewerbe- und Einkommenssteuer in Höhe von rund 360.000 Euro einigermaßen aufgefangen werden. Speziell die Entwicklung der Gewerbe- und Einkommenssteuer ist, wie Reisberger sagte, corona-bedingt weiterhin schwer abzuschätzen. Außerdem sei es noch völlig offen, ob und wie der Freistaat die Mindereinnahmen in diesem Bereich auffangen möchte.

„Um auf lange Sicht von den Schulden herunter zu kommen, müssen wir auf jeden Luxus verzichten und uns auf die Pflichtaufgaben konzentrieren“, mahnte dann auch Hubert Lacrouts (CSU). Thomas Danzer (SPD) sprach von einem spannenden Zahlenwerk und meinte, dass darüber nachgedacht werden müsse, wie mehr Einnahmen generiert werden können. Speziell im Bereich der Einkommensteuer richtete er seinen Blick auf das Krankenhaus Agatharied als größten Arbeitgeber vor Ort und forderte: „Die Einkommenssituation der Menschen muss verbessert werden. Aber im Bereich der Pflege hat sich da ja noch immer nichts getan.“ Er widersprach Lacrouts und meinte: „Nur übers Sparen alleine werden wir die Situation nicht verbessern können.“

Bürgermeister Jens Zangenfeind warb für den soliden Investitionshaushalt, weil es der falsche Weg wäre, Projekte jetzt einfach abzubrechen: „Das wäre ein fatales Signal an die Wirtschaft.“ Außerdem müsse Hausham auch eine attraktive Gemeinde mit Lebensqualität bleiben. Dazu seien die Investitionen nötig. Weiter verwies Zangenfeind auf die Entwicklung der gemeindlichen Steuerkraft je Einwohner, die sich nahezu linear zum Landesdurchschnitt entwickle. Auch wenn diese mit 796 Euro in Hausham im Vergleich zum Landesdurchschnitt mit 1.172 Euro hinterherhinke. hac

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