Harsche Worte zum Auftakt

Schwerer Vorwurf im Haushamer Gemeinderat führt zu Differenzen

Einstimmig wurden Ria Röpfl und Josef Schaftari (r.) in ihren Ämtern als Vertreter von Bürgermeister Jens Zangenfeind bestätigt. Dennoch sorgte im neuen Gemeinderat der ungeklärte Vorwurf eines seiner Mitglieder für Missstimmung.
+
Einstimmig wurden Ria Röpfl und Josef Schaftari (r.) in ihren Ämtern als Vertreter von Bürgermeister Jens Zangenfeind bestätigt. Dennoch sorgte im neuen Gemeinderat der ungeklärte Vorwurf eines seiner Mitglieder für Missstimmung.

Hausham – Hat Neu-Gemeinderat Sascha Privitera das alte Gremium beleidigt? Dieser Vorwurf ist zum Auftakt der neuen Amtsperiode in Hausham laut geworden.

Die konstituierende Sitzung des neuen Haushamer Gemeinderates fand corona-bedingt im Saal des Gasthofs Glück Auf statt. Sieben neue Gemeinderäte wurden vereidigt. Und da auch die Grünen im neuen Gremium vertreten sind, wurden die Sitze in den Ausschüssen paritätisch angepasst und verteilt. Harmonie und Einstimmigkeit herrschte auch bei deren Besetzung. Ebenso einstimmig wurden Josef Schaftari (CSU) als Zweiter Bürgermeister und Ria Röpfl (FWG) als Dritte Bürgermeisterin im Amt bestätigt. Zum Ende der Sitzung sprach aber dann Schaftari an, was vielen seiner Kollegen sauer aufstößt. Es ging um eine Aussage, die Neu-Gemeinderat Sascha Privitera (Grüne) im Zusammenhang mit dem Bauprojekt in Abwinkl getätigt haben soll.

„Wenn du es von dir aus nicht ansprichst, tue ich es“, sagte Schaftari in Richtung Privitera gewandt und verlas eine Erklärung, deren Kernaussage war, dass Privitera bei einer Veranstaltung zum geplanten Baugebiet Abwinkl den gesamten Gemeinderat als abgeschmiert bezeichnet habe. „Das ist nicht nur absurd und lächerlich, sondern stellt auch den Straftatbestand der Beleidigung und üblen Nachrede dar“, fuhr Schaftari fort und erntete dafür zustimmendes Tischklopfen. Um die nächsten sechs Jahre vertrauensvoll zusammenarbeiten zu können, forderte er Privitera auf, zu seiner Aussage Stellung zu nehmen.

Dieser meinte, er könne sich nicht daran erinnern, das gesagt zu haben, und wollte Namen wissen, die das bestätigen können. Ohne lange zu überlegen, bestätigten unter anderem Michael Ertl (SPD) und Gerhard Klante (FWG) Schaftaris Vorwurf. „Es ist bekannt, dass ich ein Gegner des Projektes bin“, stellte Privitera fest und meinte, dass ihm das in der aufgeheizten Stimmung vielleicht herausgerutscht sei. Er wolle sich deswegen nochmal bei seinen Leuten rückversichern, ob das wirklich so war und dann gegebenenfalls bei der nächsten Sitzung dazu etwas sagen und sich entschuldigen.

Harda von Poser (Grüne) kritisierte Schaftari, dass er das Thema „wohl um der Presse ein gefundenes Fressen vorzuwerfen“ öffentlich ansprach. „Was öffentlich gesagt wurde, darf auch öffentlich angesprochen werden“, meinte Schaftari und bekam Schützenhilfe von Ertl: „Der gesamte Gemeinderat wurde hier im vollen Saal blamiert und angegriffen. Deswegen gehört das auch in die öffentliche Sitzung.“

Bürgermeister Jens Zangenfeind dankte seinem Vize, dass er das angesprochen hat und respektierte Priviteras Vorschlag, dazu Stellung zu beziehen: „Es ist kein schönes Thema, aber es muss im Sinne einer zukünftig guten kollegialen Zusammenarbeit im Gemeinderat alsbald ausgeräumt werden.“ hac

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Unbekannte hinterlassen Graffiti in Gmund und Kreuth
Unbekannte hinterlassen Graffiti in Gmund und Kreuth
Holzkirchen: Siegerentwurf für Baugebiet Tölzer Straße findet Zuspruch
Holzkirchen: Siegerentwurf für Baugebiet Tölzer Straße findet Zuspruch
Schüler der Montessorischule Hausham präsentieren ihre „Großen Arbeiten“
Schüler der Montessorischule Hausham präsentieren ihre „Großen Arbeiten“
Nach mehr als 40 Jahren: Revierleiter Alfons Rauch geht in den Ruhestand
Nach mehr als 40 Jahren: Revierleiter Alfons Rauch geht in den Ruhestand

Kommentare