Neuland betreten

Corona-Krise: So ist die aktuelle Situation in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied

In Zeiten der Corona-Krise: Geschäftsführer Gerald Niedermeier spricht zur aktuellen Situation in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Agatharied.
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In Zeiten der Corona-Krise: Geschäftsführer Gerald Niedermeier spricht zur aktuellen Situation in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Agatharied.

Hausham – Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Agatharied, erklärt, was die Corona-Krise für kleinere Kliniken bedeutet.

Nicht nur den großen Krankenhäusern, auch kleineren Kliniken kommt in Zeiten der Corona-Krise eine wichtige Rolle zu. Vor allem der kbo-Lech-Mangfall-Klinik, die sich in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus Agatharied befindet.

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Die Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik hat sich komplett umgestellt, wie Geschäftsführer Gerald Niedermeier erklärt. So gibt es nun vier Szenarien für die Patienten: Das erste ist für neu aufgenommene Patienten. Diese werden gescreent. Abstriche und Tests zeigen, ob jemand mit dem Corona­virus infiziert ist oder nicht, ehe die Neuankömmlinge auf andere Patienten treffen. „Bisher hatten wir hier keinen positiv getesteten Patienten“, sagt Gerald Niedermeier.

Auch die anderen drei Bereiche sind strikt voneinander getrennt. Im zweiten Szenario werden Patienten betreut, die Symptome wie Fieber und Husten bekommen, während sie in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik behandelt werden. Das dritte Szenario ist für den Fall der Fälle, dass jemand positiv getestet wird. Zudem gibt es eine Abteilung, in der Patienten unterkommen, die in Heimen leben. Bevor diese dorthin zurückkehren können, müssen sie in der Klinik eine zweiwöchige Quarantäne absolvieren, um weitestgehend auszuschließen, dass das Coronavirus in die jeweilige Einrichtung gelangt.

Des Weiteren steht die Klinik auch bereit, falls das somatische Krankenhaus Hilfe benötigt und mit Patienten überlastet wäre. Bisher ist dieser Fall aber noch nicht eingetreten, erklärt der Geschäftsführer.

Momentan ist die kbo-Lech-Mangfall-Klinik zu 60 bis 70 Prozent belegt – normal sind 98 bis 100 Prozent. Wo es möglich ist, wird per Telefongespräch oder Videoschalte beraten. Für jedes Bett, das die Klinik für mögliche Corona-Patienten frei hält, gibt es eine Ausgleichszahlung vom Finanzministerium, erläutert Gerald Niedermeier. „Insofern sind die finanziellen Verluste für die Klinik gering“, sagt er. Das sei die momentane Situation, wie es weitergeht, sei derzeit noch nicht abzuschätzen.

Ein Fahrplan für die nächsten Monate werde ebenfalls entwickelt. So wird zum Beispiel vorbereitet, aktuell geschlossene Bereiche wie die Tagesklinik langsam wieder zu öffnen. Wer dorthin kommt, müsste dann auch Mundschutz tragen und die üblichen Hygieneregeln einhalten. Aber: „Auch psychisch Kranke müssen behandelt werden“, erklärt der Geschäftsführer. „Doch wir versuchen, Termine mit Patienten, die kein Notfall sind, zu verschieben.“

Gerald Niedermeier geht davon aus, dass der Betrieb zwar peu à peu auf Normal zurückgeführt werden kann, aber die Schutzmaßnahmen sicher noch bis nächstes Jahr aufrechterhalten bleiben müssen. Dass sich in Deutschland nicht ein Szenario wie in anderen Ländern entwickelt hat, zeige, wie gut das Gesundheitssystem aufgebaut sei und funktioniere. Diese Erkenntnis beruhige auch die Bevölkerung, denn so eine Pandemie wie mit dem Coronavirus habe niemand auf dem Schirm gehabt, sagt der Geschäftsführer. Insofern ist die Situation trotz aller Krisen- und Katastrophenpläne, die es in den Kliniken gibt, völlig neu. Obwohl die Lage aktuell weitestgehend unter Kontrolle sei, sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen. ksl

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