Privitera droht Schaftari

Zoff in Hausham: Grünen-Gemeinderat wehrt sich gegen Vorwurf

Die ersten beiden Sitzungen des neuen Haushamer Gemeinderats im Alpengasthof GlückAuf waren von Streit begleitet. Grund war eine Aussage, die Sascha Privitera (Grüne) bei einer Infoveranstaltung zum Baugebiet Abwinkl gemacht haben soll.
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Die ersten beiden Sitzungen des neuen Haushamer Gemeinderats im Alpengasthof GlückAuf waren von Streit begleitet. Grund war eine Aussage, die Sascha Privitera (Grüne) bei einer Infoveranstaltung zum Baugebiet Abwinkl gemacht haben soll.

Hausham – Runde 2 in Hausham: Sascha Privitera (Grüne) wehrte sich im jüngsten Gemeinderat gegen einen schweren Vorwurf von Josef Schaftari (CSU).

Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats hatte Josef Schaftari (CSU) gegen Sascha Privitera (Grüne) vor Kurzem schwere Geschütze aufgefahren und ihn zu einer Stellungnahme aufgefordert. Es ging um eine Aussage Priviteras bei einer Infoveranstaltung zum Baugebiet Abwinkl, bei der er den Gemeinderat als „abgeschmiert“ bezeichnet haben soll. Bei der jüngsten Sitzung im Alpengasthof Glück Auf ging nun Privitera zum Gegenangriff über, warf Schaftari üble Nachrede vor und drohte mit rechtlichen Schritten. Jetzt will Bürgermeister Jens Zangenfeind versuchen, die Wogen mit einem Gespräch zu glätten.

Bei der konstituierenden Sitzung Anfang Mai hatte sich Privitera nicht erinnern können, ob er tatsächlich in der – wie er sagte – hitzigen Atmosphäre der Infoveranstaltung dem damaligen gesamten Gemeinderat vorgeworfen hatte, „abgeschmiert“ zu sein. Er wollte das prüfen, Rücksprache mit seinen Leuten halten und sich gegebenenfalls entschuldigen. Stattdessen drehte er jetzt den Spieß um und warf Schaftari üble Nachrede vor. Sollte Josef Schaftari seine Aussage nicht öffentlich und in den hiesigen Medien widerrufen, drohte Privitera ihm mit einer Strafanzeige. Von den Gemeinderäten, die sich bei der konstituierenden Sitzung auf Schaftaris Seite gestellt hatten, würde Sascha Privitera hingegen eine Entschuldigung als ausreichend akzeptieren.

„Der Ausdruck ,abgeschmiert‘ ist nicht Teil meines Wortschatzes“, sagte Privitera zur Begründung seines Vorgehens. Außerdem sei ihm anonym eine Audioaufzeichnung von der Veranstaltung zugespielt worden, die dies belegen soll. Weiter erklärte er, dass eine Äußerung, wenn sie so gefallen wäre, nicht, wie Schaftari behauptet, gleichbedeutend mit dem Vorwurf und dem Tatbestand der Bestechlichkeit ist. Von Priviteras Auftritt zeigte sich Schaftari wiederum wenig beeindruckt.

Eine Situation, die Zangenfeind sichtlich zuwider war: „Ich fände es schade, wenn wir uns damit im Gemeinderat noch länger beschäftigen müssen und Kraft verschwenden.“ Viel wichtiger wäre es, so Zangenfeind, diese für die großen Projekte zu bündeln, die in Hausham anstehen. Dazu brauche es aber im Gemeinderat eine Basis der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Zangenfeind schlug daher vor, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, die Sache auszureden und sich danach die Hand zu geben: „So wie es in Hausham der Brauch ist.“ Der Aussprache stimmten dann auch beide Streithähne zu. Zangenfeind hofft, dass damit dann das Thema ein Ende hat: „Es wäre gut, wenn wir den Ärger jetzt klären können und ihn nicht weiter stillschweigend mit herumtragen. Sonst eskaliert er, wenn wir ihn überhaupt nicht brauchen können.“ hac

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