Pflanzaktion im Herbst

Neue Streuobstwiese am Högerberg in Hausham

Auf harmonische Nachbarschaft: Die neue Streuobstwiese soll auch weiter Pferdeweide bleiben.
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Auf harmonische Nachbarschaft: Die neue Streuobstwiese soll auch weiter Pferdeweide bleiben.

Hausham - Mit einer Pflanzaktion am Högerberg soll im Herbst ein neuer Platz für zahlreiche Lebewesen geschaffen werden. Dieser ist dringend notwendig.

„Eine schöne Sache, die sich noch entwickeln könnte“, bahnt sich laut Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind am Högerberg an. Dort plant das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) eine Streuobst-Aktion.

„Das Thema Artenvielfalt ist so präsent wie nie“, sagte Elisabeth Kitzeder vom AELF bei der jüngsten Haushamer Gemeinderatssitzung. „Jedes Lebewesen braucht seinen Lebensraum und auf Streuobstwiesen gibt es viel davon.“ Leider gibt es jedoch immer weniger solcher Flächen: So geht die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft für die Zeit von 1955 bis 2010 im Freistaat von einem Verlust an Streuobstbäumen um etwa 70 Prozent aus. Diesem traurigen Trend müsse entgegengegangen werden. Das heißt: Altbäume pflegen und neue Streuobstwiesen anlegen.

Diese tragen ihren Namen übrigens nicht von heruntergefallenem, reifem Obst, sondern von der lockeren Anordnung der Bäume selbst. Im Gegensatz zu Plantagen stehen dort einzelne Obstbäume, manchmal auch in Gruppen oder Reihen, entlang von Grenzrainen, Wegen und Straßen. Charakteristisch ist die doppelte Nutzung der Fläche mit Obstanbau und einer Unterkultur als Wiese, Weide, Acker oder Garten. So auch am Högerberg in Hausham, denn das anvisierte Fleckchen mit 0,6 Hektar wird auch als Pferdeweide genutzt. Wichtig sei aber die Fläche mit ihrer Bedeutung für verschiedenste Lebewesen, nicht der Ertrag.

Denkbar ist laut Kitzeder zum Beispiel der Anbau von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüssen. Das sind traditionelle Kulturlandschaftselemente, Lebensräume und Lebensmittellieferanten. „Ein Apfel frisch vom Baum – was Besseres gibt es eigentlich gar nicht“, warb Kitzeder. 1000 Euro werden dafür vom Amt zur Verfügung gestellt, 20 bis 30 Bäume könnten so gepflanzt werden.

Natürlich muss die Streuobstwiese nicht nur angelegt, sondern auch gepflegt werden. Hier könnten in einer Art Win-Win-Situation die Schulklassen der Gemeinde sowie der Bauhof mit ins Boot geholt werden. Bereits im Herbst könnte es losgehen. Offen sei noch, wie die Früchte verwendet werden.

Peter Wagner (SPD) wollte wissen, wie das AELF ausgerechnet auf Hausham gekommen sei. „Dafür bin ich verantwortlich“, antwortete Kitzeders Kollege Peter Lechner. Dieser war um die Osterzeit für eine Flatterulmen-Pflanzaktion mit der Haushamer Grundschule am oberen Teil des Högerbergs (wir haben berichtet). Der Hang in Südlage eigne sich aus Lechners Sicht für eine Streuobstwiese. Die Bäume müssten lediglich vor allzu hungrigen Pferden geschützt werden.

Für Bürgermeister Zangenfeind ist die Aktion so interessant, weil sie „freiwillig und kreativ“ ist. Dass den Haushamern der Artenschutz wichtig ist, haben sie bereits im Zuge des jüngsten Bienen-Volksbegehrens bewiesen. Rund 850 Bürger haben dafür ihre Stimme abgegeben. she

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