Ablehnung im Gemeinderat

Kein kostenloses Parken an der Huberspitzauffahrt

Parkplatz mit Schild am Huberspitz in Hausham
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Der Gemeinderat hat entschieden, dass die Autofahrer am Huberspitz-Wanderparkplatz auch zukünftig ein Tagesticket für drei Euro lösen müssen.

Hausham – An der Huberspitzauffahrt in Hausham wird es doch kein kostenloses 90-Minuten-Parkticket geben. Der Gemeinderat hat den Vorschlag abgelehnt.

Der Haushamer Gemeinderat widersprach vergangene Woche dem Vorschlag des Hauptverwaltungsausschusses, am Wanderparkplatz Huberspitz eine kostenlose Parkmöglichkeit für 90 Minuten zu schaffen. Damit hätte laut Bürgermeister Jens Zangenfeind vor allem Einheimischen das Vergnügen eines kostenlosen Spaziergangs oder einer Schlittenfahrt ermöglicht werden sollen.

Dies, sagte der Rathauschef, war ein mehrfach an die Gemeinde herangetragener Wunsch aus der Bevölkerung. Der Gemeinderat sah das allerdings mehrheitlich anders und den Umweltschutz und die Reduzierung des Verkehrsaufkommens als wichtiger an und verweigerte der notwendigen Satzungsänderung seine Zustimmung. Damit bleibt es bei der Tagesparkgebühr von drei Euro.

Mit 5:1 Stimmen entschied sich der Hauptverwaltungsausschuss im Juli dafür, die Verwaltung zu beauftragen, die Gebührensatzung zu ändern und den Parkscheinautomat mit der Funktion für ein 90-minütiges Freiticket auszustatten und dies dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen. Damals sprach sich Thomas Danzer (SPD) vorrangig aus Gründen, den Autoverkehr zu reduzieren, dagegen aus.

Die Abstimmung über diese Satzungsänderung bei der jüngsten Gemeinderatssitzung schmeckte dann allerdings einigen Räten nicht mehr. So begründete Hubert Lacrouts (CSU) sein Nein damit, dass der Parkautomat just aus dem Grund installiert wurde, dass der Verkehr eingedämmt, nicht alles zugeparkt und dem Schutz der Umwelt Rechnung getragen wird. Außerdem sei es abwegig zu denken, dass für Einheimische immer ein Parkplatz frei sei. Die Anzahl von fünf bis sechs Personen, die sich laut Zangenfeind bei ihm deswegen gemeldet hätte, wären auch nicht wirklich repräsentativ, findet Lacrouts. Nicht zuletzt sprach er sich gegen die Freiminuten aus, weil sich ja auch die Kosten für den Automaten irgendwie bezahlt machen müssen.

Harda von Poser (Grüne) mochte sich mit der Zeitspanne nicht anfreunden: „Ich halte das für merkwürdig. Kostenlos parken, um sich kurz auszulüften, ist ja okay, aber keine 90 Minuten.“ Wie der Rathauschef sagte, wurde auch darüber lange diskutiert, bis man sich im Hauptverwaltungsausschuss darauf einigte. Ria Röpfl (FWG) schlug wie schon im Hauptausschuss vor, das doch jetzt erst einmal für ein Jahr zu probieren und dann neu zu bewerten.

„Interessant“ nannte Zangenfeind den Vorschlag von Johann Harraßer (FWG), selbst Anwohner und speziell an den Wochenenden leidtragender des hohen Verkehrsaufkommens, die Freiminuten nur unter der Woche zuzulassen. Dazu meinte Lacrouts: „Jetzt wird es abenteuerlich. Lasst es uns nicht verkomplizieren, ich wüsste außerdem keinen Wanderparkplatz im Landkreis, der 90 Freiminuten zulässt.“ Mit seinem Appell, der Satzungsänderung als gutes Signal an die Einheimischen – „es muss ja auch nichts in Stein gemeißelt sein“ – zuzustimmen, fand Zangenfeind dann aber keine Mehrheit. Mit 10:7 Stimmen erteilte das Gremium den 90 Freiminuten eine Abfuhr. hac

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