Projekt zu Telemedizin

Ärzte des Krankenhauses Agatharied zeigen neues Konzept für Patienten

Erläutern das neue Medizinprojekt „Tanne“: (v.l.) Landrat Wolfgang Rzehak, Stefan Lorenzl, Birgit Häckl, Christiane Weck, Margarita Mühlenfeld vom Gesundheitsamt und Abteilungsleiterin Teresa Nitsch.
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Erläutern das neue Medizinprojekt „Tanne“: (v.l.) Landrat Wolfgang Rzehak, Stefan Lorenzl, Birgit Häckl, Christiane Weck, Margarita Mühlenfeld vom Gesundheitsamt und Abteilungsleiterin Teresa Nitsch.

Hausham – Ein neues Projekt am Krankenhaus Agatharied gibt telemedizinische Antworten auf neuropalliative Nachfragen in Echtzeit. Start ist Ende 2020, vorgestellt wurde es bereits jetzt.

Mediziner des Krankenhauses Agatharied haben im Landratsamt das Projekt „Tanne“ vorgestellt. Die Abkürzung steht für „Telemedizinische Antworten auf neuropalliative Nachfragen in Echtzeit“. Durch das Projekt soll die ambulante Versorgung von palliativmedizinischen Patienten mit neurologischen Erkrankungen verbessert werden. Mehr Patienten sollen zu Hause behandelt, Einweisungen ins Krankenhaus vermieden werden. Im Krankenhaus Agatharied arbeitet dazu ein Team mit einer speziellen Expertise für neurologische Patienten, das mit mehreren ambulanten Palliativteams per Telemedizin verbunden ist. Offizieller Start ist Ende 2020.

Im Landratsamt stellten Professor Stefan Lorenzl, Chefarzt Neurologie, die Ärztin Christiane Weck sowie die Biologin und Studienkoordinatorin Birgit Häckl nun das Projekt vor. Eine erste Pilotstudie zu „Tanne“ wurde bereits vom Freistaat Bayern gefördert. Dabei wurden rund 100 Patienten betreut. Die neurologischen Patienten sind etwa an Amyotropher Lateralsklerose, Parkinson, Alzheimer, Multipler Sklerose und Hirntumoren erkrankt.

„Diese Patienten können – wenn es die häuslichen Umstände zulassen – auch in der letzten Phase ihres Lebens zu Hause betreut werden“, berichtet Professor Lorenzl. „Diese Betreuung erspart einen oft unnötigen Krankenhausaufenthalt. Der Stress, Schmerzen und Angst beim Transport fallen weg.“ Nach Auskunft des Mediziners gibt es auch ein Recht auf die ambulante SAPV, die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“. „Es ist noch zu wenig bekannt, dass diese Möglichkeit besteht. Nur 13 Prozent der Patienten nehmen dies wahr – und nur selten Menschen mit neurologischen Erkrankungen. Viele Ehepartner und Familien bemühen sich, ihren Partner zu Hause zu behalten. Diese Menschen können durch die SAPV unterstützt werden“, erklärt Lorenzl.

Damit kommen die Palliativmediziner auch einem Wunsch der Menschen nach. „Wo möchten Sie sterben, wenn es soweit ist?“ wurde in einer Studie gefragt. Rund 65 Prozent antworteten: „Zu Hause“. Durch einen Innovationsfond des Bundesforschungsministeriums wurden 31 Projekte in ganz Deutschland gefördert. Das Projekt in Agatharied erhielt eine Fördersumme in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Die Mediziner werden ambulante Palliativteams in Bayern beraten und betreuen, wenn diese neurologische Patienten behandeln. Wenn diesen Teams die Expertise fehlt, können die Experten aus Agatharied per Telemedizin dazugeschaltet werden. ksl

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