Nach Unterschriftenaktion

Kritik an Baugebiet Abwinkl: So entscheidet Haushams Gemeinderat

Gegen den Beschluss des Gemeinderats im Juli 2018, für die freie Fläche an der Huberbergstraße einen Bebauungsplan aufzustellen, regte sich Widerstand. Ein Ratsbegehren soll jetzt klare Verhältnisse in Hausham schaffen.
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Gegen den Beschluss des Gemeinderats im Juli 2018, für die freie Fläche an der Huberbergstraße einen Bebauungsplan aufzustellen, regte sich Widerstand. Ein Ratsbegehren soll jetzt klare Verhältnisse in Hausham schaffen.

Hausham – Nach der Kritik am Baugebiet Abwinkl an der Huberbergstraße lässt Haushams Gemeinderat die Bürger entscheiden.

Rein formell stimmte der Haushamer Gemeinderat dem Bürgerbegehren gegen das an der Huberbergstraße gelegene Baugebiet am Abwinkl zu. Ob der Beweggründe der 760 Unterzeichner – nötig waren 637 – ließ das Gremium aber keine Zweifel daran, dass es damit ein Problem hat. Einer „Nicht vor meinem Haus“-Mentalität möchte sich der Gemeinderat nicht beugen und ist überzeugt, dass auch die Mehrheit der Haushamer das Schaffen von Wohnraum für junge Einheimische und eines neuen Heims für die Bewohner des Haus Bambi befürwortet.

Die Rechtsaufsicht des Landrats­amtes Miesbach hatte das Bürgerbegehren für zulässig erklärt. Auch wenn seitens der Gemeinde daran Zweifel bestehen, ob es einer weiteren rechtlichen Prüfung standhalten würde. Grund dafür ist ein Kopplungsverbot, bei dem wie in diesem Fall mehrere Entscheidungen in einer Fragestellung verbunden sind. Gleichwohl stellte Bürgermeister Jens Zangenfeind fest, dass eine erneute Prüfung nur zusätzliche Kosten verursachen und das Verfahren in die Länge ziehen würde. Diese Einschätzung teilte der Gemeinderat und votierte daher einstimmig dafür.

Die Sprecher aller Fraktionen im Gemeinderat haben bei der extra wegen des Bürgerbegehrens einberufenen Sitzung ihr Befürworten für das Projekt kurz, aber dafür umso deutlich dargelegt. Hubert Lacrouts (CSU) sprach in Richtung des gut zehn Personen starken Zuschauerblocks aus, was wohl viele dachten: „Hier sitzen einige, die selbst einmal froh waren, als sie vor vielen Jahren ein Häuserl bauen konnten.“ Natürlich, so Lacrouts weiter, sei Bürgerbeteiligung immer gut. Hausham stehe es aber auch gut, Baugrund für junge Einheimische auszuweisen. Außerdem könne so, wie Lacrouts sagte, 30 schwerstbehinderten Kindern aus dem Haus Bambi, die „ganz bestimmt nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, nach jahrelanger Suche mit dem Schaffen von Baurecht für ein neues Gebäude geholfen werden: „Hausham war, was das betrifft, schon immer vorbildlich und so sollte es auch bleiben.“

Als Konkurrenzvorschlag zum Bürgerbegehren sprach sich der Gemeinderat dann einstimmig für einen Bürgerentscheid aus. Mit dem auch als Ratsbegehren bekannten Verfahren ist eine Stichfrage verbunden, wie es bei einer Pattsituation weitergehen soll. „Ich kann natürlich verstehen, dass niemand begeistert ist, wenn einem auf der grünen Wiese vor der Nase ein Haus hin gebaut wird“, nahm Bürgermeister Zangenfeind die Einwände des Bürgerbegehrens ernst. Er merkte aber auch an, dass alle Planungen für das Projekt von Anfang an mit aller möglichen Transparenz geführt, Bedenken und Vorschläge von Anwohnern aufgenommen und in die Planungen eingearbeitet wurden.

Er betonte zudem, dass sich die Gemeinde in der Vergangenheit bei solchen Projekten weder finanziell verhoben, noch Bausünden oder Gefahren für die Nachbarn verursacht habe. „Viele ältere Haushamer sind dankbar, dass sie deswegen heute hier wohnen können“, sagte der Rathaus­chef. Jetzt biete sich laut Zangenfeind wieder eine Chance, ein Einheimischenprojekt zu verwirklichen und zudem dem Haus Bambi eine vernünftige Heimat zu geben. „Wir müssen an die Zukunft unserer jungen Leute denken und die Kinder vom Haus Bambi haben das jetzt endlich verdient. Ich wüsste nicht, was an all dem schlecht sein sollte“, stellte Zangenfeind abschließend fest.

Den Bürgerentscheid muss die Gemeinde jetzt innerhalb von drei Monaten umsetzen. Der Termin soll zeitnah festgelegt werden. Wenn das sogenannte Planverfahren fortgeführt wird, werde dann auch über den Vorschlag von Thomas Danzer (SPD) entschieden, die Grundstücke im Erb­pachtmodell zu vergeben. hac

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