Gottesdienst an Erntedank

Neues Leben in St. Agatha: Haushamer Kirche umfassend saniert

Bürgermeister Jens Zangenfeind in St. Agatha
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Bürgermeister Jens Zangenfeind dankte allen Beteiligten, die mithalfen, dass St. Agatha in frischem Glanz erstrahlt.

Hausham – Die Pfarrkirche St. Agatha in Agatharied ist umfassend saniert worden. An Erntedank konnten nun alle das Ergebnis bestaunen.

Mit einem Pontifikalgottesdienst wurde am Erntedanksonntag die frisch renovierte Pfarrkirche in Agatharied neu geweiht. Lange haben die Agatharieder auf diesen Tag gewartet, als sich die Gläubigen zum Gottesdienst im festlich geschmückten und neuen Glanz erstrahlenden Gotteshaus einfanden.

Der Trachtenverein im Festtagsgewand bezog die vorderen Plätze – die Frauen im farbigen Mieder und würdigem Schalk links, die Männer in der grauen Joppe und der Kurzen rechts. Dazu die Freiwillige Feuerwehr und die Gebirgsschützen, Fahnenabteilungen im Altarraum, überall Blumen und frohe Erwartung.

Um 1500 von Jörg von Waldeck gestiftet

Als dann unter den Klängen der Agatharieder Blasmusik Weihbischof Wolfgang Bischof mit Dekan Michael Mannhardt sowie den Diakonen Andreas Marx und Andreas Maier ins Kirchenschiff einzogen, war die Freude über die gelungene Renovierung vollends zu spüren.

Die Arbeiten hatten am Dach begonnen, wo die Schindeln nach 41 Jahren auch am Turm komplett ersetzt werden mussten. Selbst die vergoldete, fast 100 Kilo schwere Kugel in 50 Meter Höhe auf der Turmspitze wurde restauriert und wieder aufgesetzt. Sie bewahrt nun einen Brief an die Nachwelt, Geldscheine, Münzen und Fotos. Strahlend leuchtet die Fassade in Weiß und Kaisergelb. So bietet die Kirche, die um 1500 von Jörg von Waldeck aufgrund eines Gelübdes gestiftet wurde, wieder einen einladenden Anblick.

Barocke Statuen fast 400 Jahre alt

Die Restaurierung hat auch den Innenraum zu neuem Leben erweckt. Die zarte Deckenmalerei im gotischen Kreuzgewölbe und die feinen Schlierseer Stuckaturen wurden von Experten renoviert. Die Altäre erhielten von Hand mit Schwämmen und Wasser eine besonders schonende Reinigung. Die Farben der meisterlich gearbeiteten barocken Statuen wurden aufgefrischt, sodass etwa die Heiligen Agatha und Urban sowie St. Leonhard trotz ihres ehrwürdigen Alters von fast 400 Jahren ebenso wie die Engel am Haupt- und auf den Seitenaltären wie neu aussehen.

Wie gut Erntedank und Kirchenweihe inhaltlich zusammenpassen, machte gleich zu Beginn Dekan Mannhardt deutlich, als er Gott für den Erntesegen ebenso dankte wie für die nun wieder wie neu dastehende Kirche. Wie die Arbeit des Menschen nur mit der Hilfe Gottes gedeihen kann, machte auch die Lesung des 1. Paulusbriefs an die Korinther deutlich.

Viele ehrenamtliche Helfer

Den Dreischritt Pflanzen-Gießen-Werden griff schließlich Bischof Wolfgang Bischof in seiner Predigt auf. „Alles ist machbar?“, fragte er und erinnerte damit an die vor der Pandemie vorherrschende Lebenseinstellung. Erst das Coronavirus und die Umweltkatastrophe an der Ahr hätten uns unsere Grenzen deutlich gezeigt und uns aufmerksam gemacht dafür, dass wir unseren Beitrag zum Fortschritt der Welt leisten können und sollen, dass aber das Gelingen in anderen Händen liegt. Wie wichtig Solidarität in Krisen und bei allen großen Vorhaben ist, habe sich bei der Erneuerung von St. Agatha gezeigt.

Dass die Restaurierung der Kirche so vorbildlich gelungen ist, ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit, die Firmen nicht nur aus dem Landkreis Miesbach mit viel Engagement geleistet haben. Neben Planern waren unter Leitung von Hans und Marcus Czernik sowie Hans-Peter Bramböck auch Dachdecker und Fassadenexperten im Einsatz. Dass aber erst die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer zu dem hervorragenden Ergebnis geführt hat, darin waren sich Bürgermeister Jens Zangenfeind und Kirchenpfleger Bramböck ebenso einig wie Gerti Empl vom Pfarrgemeinderat. Ein aufrichtiges Vergelt‘s Gott sagte daher Wolfgang Bischof allen Beteiligten und spendete seinen Segen in der herrlich nach Weihrauch duftenden Kirche, die nun wieder als würdiger Raum für Gottesdienste und Gebete zur Verfügung steht. vwo

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