Einmal um den Kreisverkehr

Warum Linksabbiegen an der Fehnbachstraße fortan verboten ist

Kreuzung MB21 und B307 in Agatharied
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Wer in Agatharied von der Fehnbachstraße in Richtung Miesbach möchte, muss nun trotzdem erst nach rechts abbiegen.

Hausham – Einen Umweg über den Kreisverkehr in Agatharied müssen Autofahrer nehmen, die von der Fehnbachstraße auf die B307 nach Miesbach abbiegen wollen.

Wer in Agatharied von der Fehnbachstraße in Richtung Miesbach will, muss jetzt erst einmal in Richtung Hausham fahren. Nach links in die Bundesstraße einbiegen ist ab sofort verboten. Also erst mal nach rechts fahren, einmal um den neuen Kreisverkehr oben am Agatharieder Berg und dann wieder zurück in Richtung Miesbach.

Die Maßnahme soll den Unfallschwerpunkt zumindest teilweise entschärfen, teilt das Landrats­amt mit. Denn an der Kreuzung in Agatharied wurden laut der Mitteilung in den vergangenen fünf Jahren 21 Unfälle mit elf Verletzten polizeilich registriert. Die neue Regelung soll aber nur eine Übergangslösung sein.

Das direkte Linksabbiegen von der MB21 auf die B307 hat die Unfallkommission des Landkreises verboten. Darin vertreten sind das Landratsamt, das Staatliche Bauamt Rosenheim und die Polizei. Sie haben eine Unfallhäufung an der Kreuzung durch sogenannte Einbiege-/Kreuzen-Unfälle ausgemacht. Viele der Linksabbieger hätten aus Miesbach kommende Autofahrer übersehen, als sie Richtung Kreisstadt in die Bundesstraße eingefahren sind.

„Zudem kam es zu mehreren Auffahrunfällen wegen Linksabbiegern“, teilt das Landrats­amt mit. Weiter erklärt die Behörde: „Das Linksabbiegeverbot löst nicht alle Probleme an der Stelle.“ Es bleibe ein erhöhtes Unfallrisiko durch Linksabbieger, die von Hausham kommend in Richtung Fehner Schmiede fahren wollen. Deshalb ist die aktuelle Regelung nur als Zwischenschritt vorgesehen. Die Unfallkommission rät zu weiteren Maßnahmen.

So könnte mittelfristig eine Ampelanlage helfen, die das Staatliche Bauamt Rosenheim derzeit plant. „Langfristig ist eine Ableitung der MB21 hin zum Kreisverkehr wünschenswert“, heißt es. Der neue Kreisel könnte um einen vierten Ast ergänzt werden. Diese große Lösung mit einem Brückenbauwerk über die Bahnlinie war bereits vor Jahren vorgestellt worden. Allerdings sind Grundeigentumsverhältnisse sowie bautechnische und verwaltungsrechtliche Aspekte komplex und die Kosten hoch, erklärt das Landratsamt. Das bedeutet, eine solche Lösung braucht noch einige Zeit.

Noch im Herbst sind Gespräche auch mit Beteiligung der Gemeinde angesetzt, um eine langfristige Lösung des Verkehrsknotenpunktes zu finden. Das Linksabbiegeverbot nennt das Landratsamt als einzige kurzfristig durchführbare Möglichkeit, die Unfallgefahr an der Stelle zu reduzieren. Die Maßnahme wird in etwa eineinhalb Jahren auf ihre Wirksamkeit und Notwendigkeit hin überprüft.

Einsatzfahrzeuge und Linienbusse dürfen weiterhin nach links abbiegen. Diese Ausnahmen dienen der Sicherstellung der Hilfsfristen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie der Aufrechterhaltung und Förderung der Schülerbeförderung und des ÖPNV. Auch aus Sicht der Verkehrssicherheit seien die beiden Ausnahmen vertretbar, da das Fahrpersonal besonders qualifiziert ist und die Fahrzeuge gut erkennbar sind. ft

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