Gemeinsame Leistung

Hessisches THW-Baufachberater-Team überreicht Andenken an Schneekatastrophe

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Als Erinnerung an ihren Einsatz während der Schneekatastrophe überreichten Lars Matzke (l.) und Roland Kadesch (r.) vom THW-Ortsverband Dillenburg Landrat Wolfgang Rzehak eine Uhr.

Miesbach/Landkreis – Eigentlich arbeiten Roland Kadesch und Lars Matzke vom THW Ortsverband im hessischen Dillenburg in Trümmern. Denn als Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW) werden sie oft in Erdbebengebieten gebraucht. Ganz anders gestaltete sich der jüngste Einsatz der Experten im Landkreis Miesbach: Während der Schneekatastrophe begutachteten sie zig Dächer, die von der Schneelast gefährdet waren. Als Andenken an ihren Einsatz überreichten sie Landrat Wolfgang Rzehak eine selbstgemachte Uhr.

Gegen Mitternacht klingelte bei Roland Kadesch das Telefon: Der Diplom Ingenieur und sein Kollege Lars Matzke sollten sich auf den Weg nach Miesbach machen. Dort herrschte zu dieser Zeit bereits seit fast einer Woche Katastrophenalarm, auf Tausenden Dächern lastete der Schnee. Um einzuschätzen, ob Gefahr drohte, mussten sie begutachtet und bei Einsturzgefahr von Einsatzkräften abgeschaufelt werden. Kadesch und Matzke haben zusammen schon unzählige Gebäude begutachtet. Normalerweise allerdings, wenn ein Erdbeben ein Gebiet erschüttert hat. Der Einsatz im Schnee war ihr erster. Doch das Baufachberater-Team setzte sich sofort ins Auto und fuhr die 550 Kilometer von Dillenburg nach Miesbach. Knapp eine Woche begutachteten sie in Zwölf-Stunden-Schichten zig Häuser. Zuerst schickte sie die Einsatzleitung zu einigen Objekten am Tegernsee, dann nach Bayrischzell.

Die Baufachberater-Teams konzentrierten sich bei ihrer Prüfung auf die Dachkonstruktion im Inneren des Hauses. Anschließend teilten sie das Gebäude in eine der fünf Gefährdungskategorien ein und meldeten ihr Ergebnis an die Einsatzleitung. Diese disponierte dann Einsatzkräfte zu allen Gebäuden mit den Gefährdungskategorien 1 („Dach sofort räumen“), 2 („innerhalb von zwei Stunden räumen“) und 3 („an diesem Tag räumen“). Gebäude der Kategorien 4 und 5 waren nicht gefährdet.

Insgesamt hat der Miesbacher THW-Ortsbeauftragte Siegfried Faltlhauser acht Baufachberater-Teams aus ganz Deutschland zur Schneekatastrophe in den Landkreis geholt. „Alleine hätten das die einheimischen Einsatzkräfte nicht stemmen können. Umso herzlicher nahmen sie die externen Helfer im Landkreis auf“, berichtet das Landratsamt. „Wir sind oft außerhalb unterwegs, aber im Landkreis Miesbach wurden wir besonders herzlich aufgenommen“, sagt Baufachberater Kadesch. Deshalb wolle sich sein Ortsverband Dillenburg für die konstruktive und angenehme Zusammenarbeit trotz der angespannten Situation erkenntlich zeigen. Sein Kollege Matzke hat dazu eine Uhr aus einer Schieferplatte hergestellt – natürlich mit dem Zeichen des Ortsverbandes und dem Hinweis auf den Einsatz im Schnee. Sie hängt nun im Büro von Landrat Wolfgang Rzehak – als Erinnerung an die hervorragende länder- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit während der Schneekatastrophe.she

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