Kopien von der Wiese

Hier entstehen in Irschenberg insektenfreundliche Flächen mit heimischen Pflanzen

Kreisverkehr in Irschenberg
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Der Irschenberger Kreisverkehr soll zur insektenfreundlichen Blühfläche werden.

Irschenberg – Lebensräume für Insekten zu etablieren, ist das Ziel der Initiative „Natürlich Bayern“. In Irschenberg plant nun der Landschaftspflegeverband Miesbach mehrere Flächen.

Biodiversität ist ein Schlagwort, das in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Auch im Irschenberger Gemeinderat steht man der Thematik aufgeschlossen gegenüber. Selbiger erhielt von Barbara Krogoll, Diplom-Biologin beim Landschaftsschutzverband, Informationen. Es ging um das Anlegen insektenfreundlicher Flächen mit passenden Pflanzenarten auf Grundstücken der Kommune. Dies wird durch „Natürlich Bayern“, einer Initiative des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, unterstützt.

„Insekten benötigen bestimmte Pflanzenarten, bestimmte Strukturen. Dann passt das zusammen“, verwies Krogoll auf die wichtigsten Eckpunkte für den Erfolg. Dann komme es noch auf die richtige Pflege und besonders auch die Verbreitung heimischer Arten an. Zu all dem berate der Landschaftsschutzverband.

Mit dem Irschenberger Bauhofleiter Josef Seidl hatte die Biologin bereits Vorarbeiten geleistet. Man sah sich verschiedene gemeindliche Areale an und wurde fündig. „Es gibt eine ganz tolle Fläche an der Aussicht“, sagte Krogoll. Dort befänden sich unter anderem die Wiesenflockenblume, Hornklee, Thymian und die Wilde Möhre. Auch andere Areale hätten Potenzial etwa am Tiefbrunnen, bei der Turnhalle und der Schule. An Waldrändern, entlang von Gewässern und bei Wegen gebe es ebenso Möglichkeiten, um dort die Biodiversität voranzubringen.

Dabei verwies Krogoll auf eine spezielle Herangehensweise des Landschaftsschutzverbandes – das Wiesenkopierverfahren. Dafür würde man Samen eines artenreichen Areals sammeln und diese auf ein anderes Grundstück übertragen. Dazu biete sich selbiges an der Aussicht hervorragend an. Beachtet werden müssten zudem auch noch Schnittzeitpunkte und Mahdtechnik.

Ein großes Anliegen sei dem Verband die Neuanlage eines artenreichen Bereiches. Krogolls Vorschlag: der Kreisverkehr. Mit dem Wiesenkopierverfahren könne man dort streifenweise ab kommendem Frühjahr beginnen. Dabei ginge natürlich nicht alles sofort: „Ma braucht scho a bissl Geduld.“ Damit es nicht so leer aussehe im ersten Jahr, schlug die Biologin unter anderem fünf Wildrosen, Insektenhotels und eine Ergänzung mit einjährigen Pflanzen wie Mohn, Wegwarte und Kornblume vor. Bodenvorbereitung und Pflegemaßnahmen etwa die Entfernung unerwünschter Arten seien ebenso nötig. Kostenpunkt: 1.600 Euro. Die Initiative hat der Gemeinderat ohne Beschluss wohlwollend zur Kenntnis genommen. maf

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