Jetzt wird‘s teuer

Höhere Parkgebühren: Bad Wiessee möchte den Individualverkehr einbremsen

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Ab März gelten auf den bewirtschafteten Parkplätzen in Bad Wiessee neue Tarife. Die neue Verordnung sieht außerdem vor, die Parkflächen an der Wilhelminastraße, die derzeit noch von Baumaßnahmen beeinträchtigt sind, kostenpflichtig zu machen.

Bad Wiessee – Im Nachgang zur talübergreifenden Gemeinderatssitzung zum Klimaschutz im Tegernseer Tal Ende des vergangen Jahres hat sich auch die Wiesseer Verwaltung Gedanken gemacht, wie der allwöchentlichen Blechlawine und den Abgasen begegnet werden kann. Als Ergebnis kam die Neuordnung der bewirtschafteten Parkplätze heraus. „Es soll nicht selbstverständlich sein, überall mit dem Auto hinfahren zu müssen“, erklärte Geschäftsführer Hilmar Danzinger bei der Vorstellung des Konzeptes bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Für ein Tagesticket müssen daher in der Hauptsaison bis zu zehn Euro berappt werden. Gegen die Stimmen der CSU-Fraktion wurde die Verordnung nach einer intensiven Debatte mit Wirkung zum 1. März in Kraft gesetzt.

Die neue Gebührenordnung basiert auf vier Parkzonen mit unterschiedlichen und saisonabhängigen Tarifen. Damit sollen aber nicht die Einheimischen getroffen werden, die schnell mal zum Einkaufen fahren müssen. „Deshalb bleiben die ersten 30 Minuten auch weiterhin kostenfrei“, sagte Danzinger und stellte dann die vier Bereiche vor.

Die Zone „Ortsmitte“ umfasst demnach die Bereiche Zentralparkplatz, Dourdanplatz, Hirschbergstraße und die südliche Adrian-Stoop-Straße. Nach der ersten halben Stunde sind 50 Cent je angefangene halbe Stunde zu entrichten. Die Höchstparkdauer wird auf vier Stunden begrenzt.

Die gleichen Gebühren gelten im „Kurviertel“, das den Parkplatz am Strandbad, die nördliche und südliche Wilhelminastraße und die nördliche Adrian-Stoop-Straße einschließt. Hier besteht allerdings die Möglichkeit, ein Tagesticket für fünf Euro zu lösen.

Richtig teuer wird es in der Zone „Abwinkl“ am Freibad, dem Überfahrtweg beim Aquadome und Im Sapplfeld. Zwar kosten die Tages­tickets von 1. September bis 30. April auch hier fünf Euro, von 1. Mai bis 31. August sind dann aber stolze zehn Euro zu entrichten. Wie Danzinger sagte, ist das dem besonders hohen Parkdruck in dieser Zeit geschuldet.

Auch bei den „Wanderparkplätzen“ im Söllbachtal, Sonnenbichl und Sonnenbichl-Skilift zieht die Gemeinde kräftig an. Hier kosten die Tagestickets von 1. Mai bis 30. September künftig acht Euro und in der Nebensaison fünf Euro. Im Vergleich dazu verlangt Kreuth momentan für die Wanderparkplätze drei Euro.

Deutliche Kritik an dem Vorschlag äußerte CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter. Nicht nur, weil vier Parkzonen für einen „relativ kleinen Ort“ zu viel und zu unübersichtlich sind, sondern vor allem, weil die Gebühren erheblich von denen der Nachbargemeinden abweichen: „Die Gäste sehen den Tegernsee als Einheit. Wenn wir fünf Euro mehr verlangen fahren sie halt woanders hin.“ Ähnliches befürchtet auch Georg Erlacher (CSU), wobei er aber auch meinte: „Mir tut aber keiner leid, der das zahlen muss.“

Birgit Tinkl (Wiesseer Block) meinte hingegen, dass die Neuordnung genau in die richtige Richtung geht. Außerdem regte sie an, auch die Parkplätze in den Nebenstraßen in die Bewirtschaftung mit aufzunehmen. Das sei allerdings schwierig, meinte Geschäftsführer Danzinger, weil nicht für jeden Parkplatz ein extra Automat aufgestellt werden könne. Allerdings werde dort über Zonen nachgedacht, die Anwohnern mit Parkausweisen vorbehalten sind. Rolf Neresheimer (ranBW) brachte die Diskussion dann wieder ein Stück in Richtung ökologischen Auslöser der Erhöhung. Wie er meinte, könnten mit den Mehreinnahmen beispielsweise der ÖPNV querfinanziert oder die Tickets mit einer Art Vergünstigung kombiniert werden: „Wir müssen versuchen, die Erhöhung auch als einen positiven Imagebeitrag darzustellen.“  hac

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