Seltenes Paar auf Hochzeitsreise

Deutlich weniger Amphibien im Teufelsgraben, aber es gibt auch gute Nachrichten

Erdkröte und Teichfrosch – ein seltenes Liebespaar, das die Amphibien-Helfer in Holzkirchen gefunden haben.
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Erdkröte und Teichfrosch – ein seltenes Liebespaar, das die Amphibien-Helfer in Holzkirchen gefunden haben.

Holzkirchen – Kurze Wanderphasen und deutlich weniger Amphibien im Teufelsgraben zeigt der Abschlussbericht des Bund Naturschutz Holzkirchen zur diesjährigen Amphibienwanderung.

Ein seltenes Paar auf Hochzeitsreise, aber generell deutlich weniger Amphibien waren heuer im Teufelsgraben unterwegs.

In diesem Jahr hat ein 16-köpfiges Helferteam der Ortsgruppe Holzkirchen im Bund Naturschutz (BN) die beiden Amphibienwanderungen in Sufferloh entlang der Kreisstraße MB19 und im Teufelsgraben betreut. In Sufferloh waren heuer knapp 1.400 Amphibien auf Wanderschaft – etwas weniger als 2019, berichtet Helmut Schneider, Verantwortlicher für das BN-Amphibien-Schutzprojekt. „Allerdings wurde auf dieser Wanderstrecke ein seltenes Liebespaar entdeckt.“ Eine Erdkröte und ein Teichfrosch.

Im Bereich des Teufelsgrabens erlebten die Helfer hingegen eine große Enttäuschung: Nach dem Trockenfallen der beiden Laichgewässer südlich der St2073 im vergangenen Jahr – heuer führten sie anfangs der Amphibienwanderung noch Wasser – wanderten 2020 nochmals deutlich weniger Amphibien zu den Laichgewässern als 2019. „Und dies zeigte sich bei den meisten dort vorkommenden Arten, also den Erdkröten, den Gras- und Springfröschen sowie bei den Bergmolchen“, erläutert Helmut Schneider.

Die Gesamtzahl der geretteten Amphibien im Bereich Teufelsgraben ging gegenüber dem Vorjahr nochmals stark zurück – um 58,5 Prozent. Wurden 2019 noch 2.723 Amphibien sicher über die Straße gebracht, waren es 2020 nur noch 1.140. Im Vergleich zum Jahr 2016, wo mehr als 4.100 Amphibien sicher über die Straße gebracht wurden, ist das ein Rückgang um über 71 Prozent.

Bei den Erdkröten verringerte sich die Zahl der wandernden Exemplare um fast die Hälfte. 2019 wurden 1.659 Erdkröten vor dem Verkehrstod gerettet, in diesem Jahr nur noch 892. Das ist ein Rückgang innerhalb eines Jahres um 46,2 Prozent.

Auch die Zahl der wandernden Grasfrösche ging dramatisch zurück. Wurden 2019 noch 160 Exemplare sicher über die Straße gebracht, waren es heuer lediglich 55. Das ist ein Rückgang um 65,6 Prozent.

Ebenfalls massiv zurückgegangen ist die Zahl der geretteten Bergmolche – minus 44,5 Prozent. Bei den Teichmolchen waren es dagegen 25,9 Prozent mehr als 2019, berichtet Helmut Schneider. ksl

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