AELF und WBV Holzkirchen informiert

Nach dem ALB schwärmt nun der Borkenkäfer im Landkreis aus

Der Borkenkäfer mit dem lateinischen Namen Ips typographus – bekannt als Buchdrucker – fliegt auch durch den Landkreis Miesbach und richtet dort Schaden an.
+
Der Borkenkäfer mit dem lateinischen Namen Ips typographus – bekannt als Buchdrucker – fliegt auch durch den Landkreis Miesbach und richtet dort Schaden an.

Landkreis – Aktuell schwärmt der Borkenkäfer wieder im Landkreis Miesbach aus. AELF und WBV Holzkirchen rufen zu regelmäßigen Kontrollen auf.

Der Borkenkäfer fliegt wieder durch den Landkreis Miesbach. Die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen sowie der Waldbesitzervereinigungen (WBV) Wolfratshausen und Holzkirchen erwarten vor allem in den Nordlandkreisen einen starken Schwärmflug der Borkenkäfer. Waldbesitzer sollten ab jetzt regelmäßig ihre Fichtenwälder auf frischen Befall durch die Schadinsekten kontrollieren.

„Bei trockener Witterung bietet sich eine gute Gelegenheit, befallene Bäume frühzeitig zu erkennen“, erklärt Bereichsleiter Forsten Christian Webert. „Wenn die Käfer unter der Rinde fressen, werfen sie braunes Bohrmehl aus, das sich am Boden, auf der Rinde, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation finden lässt.“ In der Folge färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. In solchen Fällen ist es laut Webert wichtig, auch benachbarte Bäume intensiv zu untersuchen. „Wer diesen ersten Befall erkennt und die befallenen Fichten rechtzeitig aus dem Wald bringt, hat beste Chancen, einen Neubefall zu verhindern“, sagt Webert weiter. Gerade dort, wo 2019 Borkenkäferschäden aufgetreten sind, sei besondere Aufmerksamkeit geboten.

„Befallene Stämme müssen rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden“, erklären Michael Lechner, Vorsitzender der WBV Holzkirchen, und Johann Killer, Vorsitzender der WBV Wolfratshausen. „Auch wenn das Holz derzeit nur mit erheblichen Preisnachlässen zu vermarkten ist.“

Zudem sei es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Aber auch bisher nicht aufgearbeitetes Bruch- oder Windwurfholz aus vorausgegangenen Stürmen ist für die Käfer ideales Brutmaterial und sollte daher zügig entfernt werden. Diese sogenannte saubere Waldwirtschaft ist laut Webert die einzige wirksame und bewährte Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen kann. Neben der Beratung durch die Förster des AELF bieten auch die Waldbesitzervereinigungen Unterstützung bei der Bekämpfung.

Da die Bekämpfung des Borkenkäfers und der Erhalt der Wälder im Interesse der gesamten Gesellschaft liegen, unterstützt die Staatsregierung die Waldbesitzer bei dieser riesigen Herausforderung mit erheblichen finanziellen Mitteln. „Und darüber hinaus stehen unsere Revierförster jedem bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite“, ergänzt Webert. Detaillierte Infos zur Borkenkäferbekämpfung, den Fördermöglichkeiten und Ansprechpartnern gibt es unter www.aelf-hk.bayern.de.

Die starken Stürme, die lang­anhaltenden Trockenzeiten sowie der Borkenkäfermassenbefall zeigen, dass der Klimawandel in den Wäldern bereits seine deutlichen Spuren hinterlässt. „Eine konsequente und regelmäßige Waldpflege zur Stabilisierung der vorhandenen Wälder sowie eine Erhöhung der Mischbaum­artenanteile sind daher wichtiger denn je“, erklären Killer und Lechner daher abschließend. ksl

Auch interessant

Meistgelesen

Studie zeigt: Corona-Lockdown kostet Tourismus 80 Millionen Euro
Studie zeigt: Corona-Lockdown kostet Tourismus 80 Millionen Euro
Wechsel im FDP-Vorstand: Béatrice Vesterling wird neue Schatzmeisterin
Wechsel im FDP-Vorstand: Béatrice Vesterling wird neue Schatzmeisterin
Plan für neues Wohngebiet in Hausham geht in zweite Runde
Plan für neues Wohngebiet in Hausham geht in zweite Runde
Tour um den Tegernsee zeigt Defizite beim Radverkehr
Tour um den Tegernsee zeigt Defizite beim Radverkehr

Kommentare