Fader Beigeschmack

Affront bei der Wahl der Stellvertreter im Holzkirchner Gemeinderat

Das neue Führungstrio in der Marktgemeinde Holzkirchen: Der frisch vereidigte CSU-Bürgermeister Christoph Schmid (r.) mit seinen Stellvertretern Birgit Eibl (FWG) als Vize und Albert Kraml (CSU) als Drittem Bürgermeister.
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Das neue Führungstrio in der Marktgemeinde Holzkirchen: Der frisch vereidigte CSU-Bürgermeister Christoph Schmid (r.) mit seinen Stellvertretern Birgit Eibl (FWG) als Vize und Albert Kraml (CSU) als Drittem Bürgermeister.

Holzkirchen – Mit einem Paukenschlag ist der Holzkirchner Gemeinderat in die neue Amtsperiode gestartet. Einer ersten Entscheidung heftet ein fader Beigeschmack an.

Nur kurz nachdem Olaf von Löwis als Bürgermeister bei der konstituierenden Sitzung des neuen Holzkirchner Gemeinderats im Saal des Kultur im Oberbräu verabschiedet wurde, um sein Amt als Landrat anzutreten, waren seine überaus lobenden Worte an seine Stellvertreter Elisabeth Dasch (SPD) und Robert Wiechmann (Grüne) nur noch Schall und Rauch.

In geheimer Abstimmung haben offensichtlich die Gemeinderäte von CSU und FWG im neuen Gremium die Stellvertreter des Ex-Bürgermeisters abgewählt. Dabei hatte von Löwis wenige Minuten zuvor noch die Zusammenarbeit mit Dasch und Wiechmann als äußerst zuverlässig, vertrauensvoll und kompetent herausgestellt. Sowohl Dasch als auch Wiechmann hatten sich zur Wahl selbst in Stellung gebracht und dabei neben ihrer Erfahrung auf ihre Wählerstimmen verwiesen. Wobei Dasch aufgrund der Stimmenzahl Wiechmann den Vortritt als Vize einräumte.

Torsten Hensel, frisch vereidigter Gemeinderat und FWG-Fraktionssprecher, schlug hingegen Birgit Eibl als Zweite Bürgermeisterin vor. Als Dritten Bürgermeister brachte schließlich CSU-Fraktionssprecher Sebastian Franz seinen Parteifreund Albert Kraml ins Spiel. Sowohl Eibl als auch Kraml hatten bei der diesjährigen Kommunalwahl weitaus weniger Stimmen als Wiechmann und Dasch, wurden dann aber jeweils mit 14:10 Stimmen als Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt.

Dasch – bei der Wahl ebenfalls als Kandidatin um das höchste Amt im Rathaus angetreten – zeigte sich enttäuscht, dass ihr Appell an den Gemeinderat, den Wählerwillen zu berücksichtigen, kein Gehör fand und meinte: „Dieser CSU-FWG-Deal tritt die Demokratie mit Füßen.“ Weiter fand sie es schade, dass der Gemeinderat offenbar zur alten Lagerbildung und politischen Grabenkämpfen zurückkehren möchte.

Franz hingegen stellte nüchtern fest, dass über die Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters nicht der Wähler, sondern der Gemeinderat entscheide. Dorothea Deutsch, Ortsvorsitzende der Grünen, gab dem neuen Holzkirchner Bürgermeister Christoph Schmid eine Mitschuld am Wahlausgang und stellte in einer Pressemitteilung fest: „Schlechter Start für den neuen Bürgermeister“.

Wiechmann, der gegen Schmid bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt den Kürzeren zog, sagte, dass er trotz des für ihn unverständlichen Wahlausganges an einer sachorientierten Zusammenarbeit festhalten werde, auch wenn die CSU die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit kurzsichtigen, parteipolitischen Zielen geopfert habe. hac

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