In der Krise

Wie sich die Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirkt

Für die Agentur für Arbeit in Holzkirchen liegen neue Zahlen zu den Arbeitslosenquoten vor.
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Für die Agentur für Arbeit in Holzkirchen liegen neue Zahlen zu den Arbeitslosenquoten vor.

Landkreis – Mit dem Monat April zeigt sich die Corona-Krise auch auf dem Arbeitsmarkt. Die aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Rosenheim für den Landkreis Miesbach.

Nun wird die Corona-Krise auch auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in den vergangenen Wochen nahezu lahmgelegt und in einzelnen Bereichen für gravierende wirtschaftliche Einschränkungen gesorgt“, erklärt Michael Vontra, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim, die auch für den Landkreis Miesbach zuständig ist.

In Zahlen bedeutet dies, dass im Landkreis Miesbach derzeit 1.735 Bürger arbeitslos gemeldet sind. Die Arbeitslosenquote liegt folglich bei 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Vormonat hat sie bei 2,6 Prozent gelegen, im Vorjahr sogar nur bei 2 Prozent. Von den 1.735 Arbeitslosen sind 1.320 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet – 293 mehr als im Vormonat. Die Empfänger von Arbeitslosengeld II werden direkt vom Landkreis Miesbach betreut. Dort sind beim Jobcenter 415 Arbeitslose gemeldet – 40 mehr als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.029 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 825 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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„Heute ist noch unklar, wie sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten weiter fortsetzen wird“, sagt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Dies hänge entscheidend davon ab, wie schnell das Wiederhochfahren gelinge, wie die internationalen Lieferketten anlaufen und ob es einen erneuten Anstieg von Infektionszahlen geben wird. „Wir tun aber alles, um etwaigen Negativentwicklungen entgegenzuwirken“, erklärt Aiwanger. Zudem habe die Wirtschaft viele gute Ideen, wie eine Wiederaufnahme des Betriebs mit optimalem Infektionsschutz unter einen Hut gebracht werden könne.

„Staatliche Soforthilfen, die der Bund und die Länder auf den Weg gebracht haben, und Kurzarbeitergeld, das wir in unserem Haus bearbeiten, sollen helfen, die wirtschaftlichen Existenzen von Unternehmen und damit die Beschäftigungsverhältnisse von Arbeitnehmern zu sichern“, erläutert Michael Vontra von der hiesigen Agentur für Arbeit. „Die Anzeigen für Kurzarbeit sind in den vergangenen Wochen fast im Minutentakt per E-Mail, Telefon oder mit der Post bei der Agentur für Arbeit eingegangen und wir haben auf diese Herausforderung reagiert, indem wir unser Personal in dem Bereich gebündelt haben.“

So haben die Mitarbeiter bis zum Stichtag am 26. April für die Monate März und April knapp 5.700 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit geprüft, die 55.171 Personen umfassten. Die meisten Arbeitslosmeldungen erfolgten aus den Bereichen Tourismus-, Hotel-, Gaststättenberufe, Lebensmittelherstellung und -verarbeitung, Unternehmensführung, -organisation und Verkauf, erklärt Vontra. Dies könne sich jedoch rasch ändern, wenn Geschäfte und Gastronomie wieder öffnen. ksl

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