Grün kaputt

Diese besondere Ausstellung ist derzeit in Holzkirchen zu sehen

Eröffneten die Ausstellung „Grün kaputt“: (v.l.) Manfred Burger, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Miesbach, Hans Urban (MdL) und Ulrike Küster, Kreisvorsitzende der Grünen Miesbach.
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Eröffneten die Ausstellung „Grün kaputt“: (v.l.) Manfred Burger, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Miesbach, Hans Urban (MdL) und Ulrike Küster, Kreisvorsitzende der Grünen Miesbach.

Holzkirchen – "Grün kaputt" lautet der Titel einer besonderen Ausstellung, die in Holzkirchen Landschaft und Gärten der Deutschen zeigt.

Eine Ausstellung zum Thema „Grün kaputt“ in Corona-Zeiten? Manfred und Eva Burger hatten vorsichtig 25 Besucher eingeplant. Doch zur Vernissage am Samstag (18. Juli) kamen über 50 Interessierte – darunter zahlreiche Mitglieder der Naturschutzverbände im Landkreis sowie Mitglieder der Grünen-Fraktion und die Zweiten Bürgermeister vieler Gemeinden. Das Foyer des Atriums in Holzkirchen summte und brummte.

Manfred Burger, der die Ausstellung in den Landkreis geholt hatte, beleuchtete eingangs deren Einzigartigkeit: „Grün kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen“ wurde 1983 konzipiert. „Schon damals waren die Bilder und Worte ein verstörendes Zeitdokument. Dass sie es auch heute noch sind, zeigt, wie wichtig die Arbeit des Naturschutzes war und ist. Denn noch immer sind unsere Gärten und Landschaften weit von natürlichen Lebensräumen entfernt“, erklärte er.

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Ulrike Küster, die mit ihrer Rede Premiere als stellvertretende Landrätin feierte, verwies auf die erzielten Fortschritte: „Seit die Ausstellung vor 35 Jahren zum ersten Mal gezeigt wurde, hat sich vieles zum Besseren verändert. Gerade bei uns können wir stolz darauf sein, glyphosatfreier Landkreis zu sein. Wir haben Projekte auf den Weg gebracht wie die Hag-Aktion und viele andere Aktionen in den Gemeinden.“ Dass Miesbach zudem Öko-Modellregion ist und es eine gewachsene kleinbäuerliche Struktur gebe, ist für Küster der Rahmen, achtsam mit unserer Heimat umzugehen.

Zur Geschichte der neuen Ausstellung hatte Hans Urban viel Spannendes zu erzählen. Der Landtagsabgeordnete (MdL) ist Sprecher für Forst und Jagd bei Bündnis 90/ Die Grünen. Er und Martin Geilhufe, der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz, hatten die Idee, die einst so erfolgreiche Ausstellung „Grün kaputt“ noch einmal zu zeigen.

Sie nahmen Kontakt zu Dokumentarfilmer Dieter Wieland auf, der sofort bereit war, sein Material behutsam digitalisieren und auf Roll-up-Plakate ziehen zu lassen. Was uns „Grün kaputt“, das 2019 im Kloster Beuerberg mit großem Erfolg gezeigt wurde, immer noch sagen kann, fasste Urban zusammen: „Wir dürfen uns vor allem bei Konsum und Mobilität nicht von unserem Streben nach Perfektion leiten lassen. Die Natur natürlich sein lassen – das ist der Weg.“

„Grün kaputt“ ist eine kleine, konzentrierte Ausstellung, die auf wenig Fläche viel zeigt: Jedes Roll-up-Plakat hat nur ein Thema. Doch jedes davon ist elementar: Es geht um Bäume, Wasser, Hinterhöfe, das Dorf, Städte, Straßen oder Wege. Immer gibt es ein Foto, das zeigt, was einmal natürlich und schön war. Dazu zeigt ein Foto, was der moderne Mensch daraus gemacht hat. So steht dem großen alten Laubbaum eine halb verdorrte Thuja im Betonkübel gegenüber. Der geschwungene Kiesweg zur alten Kapelle musste einer Asphaltstraße weichen.

Die Ausstellung zeigt nicht die spektakulären Veränderungen, Vereinheitlichungen oder die sprichwörtliche Betonwüste. Die Bilder erschüttern durch das Schicksal der kleinen, uns so lieben Dinge der Natur. Ihre Veränderung, das Verschwinden und der Untergang berühren. „Ein Kahlschlag geht durchs Land. Begradigung, Bereinigung, Erschließung, Kanalisierung, Neuordnung, Verordnung, Verödung“ – so fasste Dieter Wieland vor 35 Jahren zusammen, was damals galt und heute gilt. „Bäume pflanzen, die die Zeit überdauern und uns selbst. Das ist unzeitgemäß geworden.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. August im Foyer des Holzkirchner Atriums zu sehen. vwo

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