Markt will Vorkaufsrecht geltend machen / SPD beantragt Ehrentitel-Entzug

Gröbl in der Holzkirchner Kritik

Holzkirchen/Landkreis – Der Streit brennt längst lichterloh, Parteifreunde wenden sich ab, Gemeinderatsfraktionen ziehen ihre Konsequenzen – Altlandrat Wolfgang Gröbl sieht sich heftigster Kritik (wir haben berichtet) ausgesetzt.

Besonders der Gemeinderat Holzkirchen lässt seiner Wut öffentlichen Lauf, und die SPD-Fraktion machte ihre Drohung wahr: Sie stellte den Antrag, Gröbl den Ehrentitel „Altlandrat“ zu entziehen. Gleich zu Beginn der Sitzung beantragte die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Dasch, den nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkt, der sich mit dem Vorkaufsrecht der Bahnhofsflächen beschäftigte, öffentlich zu behandeln. Geheim war ohnehin nichts mehr. Nur zwei Tage zuvor, in der ersten Gemeinderatssitzung der Woche, hatte sich Bürgermeister Josef Höß über die Vorgehensweise von Gröbl geäußert, auch im Kreistag blieb die Kritik nicht aus. Konkret geht es darum: Die Gemeinde Holzkirchen wollte das 313 Quadratmeter große Grundstück am Holzkirchner Bahnhof, das derzeit als Fahrrad-Abstellfläche dient, kaufen. Die Grundstücke der Bahn am Bahnhof besitzt die Firma Aurelis, für die Gröbl als Vermarkter tätig war und von der er sich seit 2005 schon einige Areale selbst gesichert oder an Privatleute vermittelt hat. Der Bahnhofsbereich befindet sich in einem ortsplanerischen „Sanierungsgebiet“, wo der Markt ein Vorkaufsrecht geltend machen kann. Bereits vor einem Jahr habe die Firma Aurelis dem Rathaus die Fläche angeboten, Holzkirchen zeigte Interesse, hörte seitdem aber nichts mehr. Vor kurzem dann die Überraschung: Gröbls Tochter Helena hat das Grundstück am Bahnhof gekauft – für Höß und den Gemeinderat ein Unding. Wie Bauamtsleiter Klaus Herbst in der jüngsten Sitzung des Gremiums erklärte, hat der Markt bis 13. Mai Zeit, sein Vorkaufsrecht geltend zu machen. „Das Problem ist, dass wohl ein weit überhöhter Preis bezahlt wurde“, sagte Herbst. Holzkirchen kann sein Recht zwar geltend machen, muss aber für das Areal den gleichen Preis bezahlen. Die einzige Chance sieht Herbst nun darin, einen Gutachter einzuschalten, der den Preis des Grundstücks bestimmt. Wenn dieser von der bezahlten Summe abweicht, kann sich Aurelis entscheiden, ob sie von dem Kauf zurücktritt. „Dann stehen wir wieder am Anfang“, erklärte Herbst. Immer noch erzürnt und geschockt, nahmen einige Gemeinderäte Stellung zu der Sache: „Es ist eine Sauerei, dass ein Betrieb eine Fläche aus dem öffentlichen Betrieb einfach so verschnalzt. Wir müssen das Grundstück kaufen, da führt kein Weg vorbei, aber es geht alles in die verkehrte Richtung“, sagte der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Bernd Weinmann jun.. Sein Parteikollege Herbert Gegenfurtner wurde deutlicher: „Ich möchte mich von dem Begriff Parteifreunde in dieser Sache ganz klar distanzieren, denn das Vorgehen dieses Herrn und seiner Familie trifft mich tief. Außerdem möchte ich klarstellen, dass das kein Vorgehen der CSU ist. Mir wäre es recht, wenn so ein Mensch aus der Partei ausgeschlossen wird.“ Für diese klaren Worte zollten Dasch und Robert Wiechmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, Gegenfurtner ihren Respekt. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, einen Gutachter einzuschalten und dann über den Zug des Vorkaufsrechts nachzudenken. Zudem überreichte Dasch den Antrag der SPD-Fraktion an Bürgermeister Höß, Gröbl den Ehrentitel „Altlandrat“ mit sofortiger Wirkung abzuerkennen. Einen gesonderten Antrag legt die Kreistags-Fraktion Landrat Jakob Kreidl vor. „Wenn bei diesem Menschen ein Rest Anstand da wäre, würde ich an seiner Stelle freiwillig aus der Partei austreten“, beendete der Rathauschef das Thema.    os

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