Letzter Rapport

Bürgerversammlung in Holzkirchen zeigt Neues zum Mobilitätsverhalten

+
Mit ein wenig Wehmut trug Bürgermeister Olaf von Löwis ein letztes Mal den Bericht zur Lage Holzkirchens vor. Er tritt bei der Wahl für das Amt des Landrats an.

Holzkirchen – Bei seiner letzter Bürgerversammlung als Rathauschef konnte Olaf von Löwis positive Fakten und anspruchsvolle Herausforderungen präsentieren.

Update, 9. März: Holzkirchen befragt Bürger zu Mobilitätsverhalten

Bei der Bürgerversammlung informierte Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis kürzlich auch über die seit Anfang Februar laufende Mobilitätsbefragung. Diese dauert bis Ende Mai und soll grundlegende Informationen über das tägliche Verkehrsgeschehen in der Marktgemeinde liefern sowie als Basis dienen, um die Verkehrsplanung zukunftsorientiert entwickeln zu können.

Mit der von Verkehrsexperten „Modal Split“ genannten Methode werden Informationen gesammelt, welche Verkehrsmittel wann, wohin und zu welchen Zwecken genutzt werden. Das schließt Fußwege ebenso ein wie Fahrräder, Autos, Züge, Busse und Flugzeuge.

Die Umfrage wird im Auftrag der Gemeinde vom Nürnberger Planungsbüro PB-Consult durchgeführt. Das Büro verschickt dazu an zirka 2.000 per Zufall ausgewählte Haushalte Fragebögen. Damit sich die angeschriebenen Holzkirchner rechtzeitig vorbereiten können, werden sie etwa eine Woche vorher per Post informiert. Die Fragebögen werden nicht alle auf einmal, sondern über vier Monate gleichmäßig aufgeteilt verschickt.

Aus den Ergebnissen können, wie der Rathauschef versicherte, keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gewonnen werden. Die Teilnahme ist freiwillig, von Löwis bat aber ausdrücklich darum, die Fragebögen gewissenhaft auszufüllen und zurückzuschicken. „Wir brauchen diese Informationen dringend für eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und damit zur Steigerung der Lebensqualität in unserer Gemeinde“, sagte er.

Vorbericht

Seine letzte Bürgerversammlung gestaltete Bürgermeister Olaf von Löwis kürzlich im Oberbräusaal souverän und unaufgeregt. Wenngleich ihm auch eine gewisse Wehmut anzumerken war. Als Premiere konnten die Bürger diesmal in der Pause einen Fragezettel ausfüllen, den der Rathauschef dann auch gleich beantwortete soweit es ging.

Nach sechs Jahren als Bürgermeister der prosperierenden Marktgemeinde Holzkirchen strebt Olaf von Löwis bekanntlich das Amt des Landrats an. So richtig bewusst wurde ihm der Abschied vom Bürgermeistersessel, wie er im nicht ganz voll besetzten Oberbräusaal sagte, als er vor der Versammlung das Hemd mit dem Holzkirchner Wappen anzog, das er vor sechs Jahren geschenkt bekommen hatte. Nach diesem nachdenklichen Grußwort ging von Löwis aber schon in medias res.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr war, wie von Löwis sagte, die Inbetriebnahme der Geothermieanlage ein ökonomischer, ökologischer und sozialer Meilenstein. Die Einsparungen bezifferte von Löwis auf 10.000 Tonnen CO2 im Jahr und rund 50.000 Liter Heizöl täglich. In Sachen Wohnraum ging er auf das Projekt am Sommerfeld und die Überplanung des zirka dreieinhalb Hektar großen Areals an der Tölzer Straße ein. Mit der Entwicklung des Baugebietes an der Ecke Heign­kamer Straße/Ladehof soll die Gemeinde schlüsselfertige Wohnungen erhalten, die dann günstig vermietet werden können.

Im Hinblick auf die Entwicklung von Gewerbeflächen sagte von Löwis: „Wir haben dafür in den vergangenen Jahren keinen Quadratmeter neu ausgewiesen.“ Allerdings sollte sich das künftige Kommunalparlament mit dieser Thematik auseinandersetzen, weil die Standortförderung dazu immer wieder Anfragen erhält. Jedoch verfüge die Marktgemeinde selbst nur noch über 2.000 Quadratmeter im Gewerbegebiet-Nord.

Etwas genervt von Verhandlungen mit der DB Netz AG bezüglich der Kindergartenbrücke bat von Löwis noch um etwas Geduld und musste einmal mehr die Interessen der Anwohner vertrösten.

Erfreulicheres konnte von Löwis zu dem Antrag von Tim Roll berichten, der sich auf fehlende Kleinkinderschaukeln auf den gemeindlichen Spielplätzen bezog. „Ich habe den Antrag im Auftrag meiner eineinhalbjährigen Tochter gestellt, weil sie sich damit noch schwer tut“, meinte Roll. Er möge ihr bitte ausrichten, sagte von Löwis, dass geplant ist, die sechs größeren Spielplätze bis zum Sommer mit solchen Schaukeln auszustatten. Außerdem sollen eine Bestandsanalyse für alle Spielplätze erstellt und ein Konzept für deren künftige Gestaltung erarbeitet werden.

Eine Wertschätzung ist auch für die älteren Holzkirchner Bürger geplant. Für den Vorschlag von Max Röger, das kostenlose Busfahren für Holzkirchner Senioren nach dem im Tegernseer Tal bereits laufenden Modell für ein halbes Jahr zu testen, wird seitens der Verwaltung bereits an einer Beschlussvorlage gearbeitet.

Sowohl Roll als auch Röger verzichteten dann auch darauf, ihre vor der Versammlung gestellten Anträge weiter zu diskutieren. Der während der Pause gestellte Antrag, wonach die Gemeinde regelmäßig über Ortsentwicklungsplanungen informieren soll, fiel hingegen bei der Abstimmung im Saal durch. Offenbar fühlen sich die Holzkirchner von Gemeinderat und Verwaltung bei den öffentlichen Sitzungen und über die Homepage genug informiert. hac

Auch interessant

Meistgelesen

Wie die Stichwahl um das Amt von Landrat und Bürgermeister abläuft
Wie die Stichwahl um das Amt von Landrat und Bürgermeister abläuft
Diese neuen Züge rollen ab Juni durchs Oberland
Diese neuen Züge rollen ab Juni durchs Oberland
Er war seit Samstag vermisst: 30-Jähriger wohlbehalten wieder aufgetaucht
Er war seit Samstag vermisst: 30-Jähriger wohlbehalten wieder aufgetaucht
Warum Absolventen der FOS Holzkirchen an ihre Schule zurückkehren
Warum Absolventen der FOS Holzkirchen an ihre Schule zurückkehren

Kommentare