Fruchtlose Diskussion

Holzkirchen diskutiert über bezahlbaren Wohnraum

Die fünf gemeindeeigenen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße in Holzkirchen waren ein Thema bei der Diskussion im Marktgemeinderat, wo es um bezahlbaren Wohnraum ging.
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Die fünf gemeindeeigenen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße in Holzkirchen waren ein Thema bei der Diskussion im Marktgemeinderat, wo es um bezahlbaren Wohnraum ging.

Holzkirchen – Rege Aussprache und fruchtlose Diskussion um bezahlbaren Wohnraum im Holzkirchner Marktgemeinderat.

Im Kommunalwahlkampf haben alle Parteien geworben, sich für bezahlbaren Wohnraum in Holzkirchen einzusetzen. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats wollte die SPD-Fraktion nun wissen, wie es denn damit jetzt konkret ausschaut und weitergeht. Obwohl auf das Thema unvorbereitet, kamen fraktionsübergreifend viele Ideen und Vorschläge zur Sprache. Da der Punkt aber nicht zur Abstimmung stand, wurde die muntere Diskussion im Oberbräusaal schließlich mit einem Antrag zur Tagesordnung abgebrochen.

Als der Punkt Wünsche aufgerufen wurde, meldete sich Elisabeth Dasch zu Wort und fragte nach, wie es denn jetzt mit den fünf Wohnblöcken an der Baumgartenstraße weitergehe: „Meines Wissens herrscht da großer Leerstand.“ Dazu haben, wie Bürgermeister Christoph Schmid sagte, bereits Gespräche stattgefunden. Demnach wären zwei Varianten denkbar.

Eine davon wäre, das Maximum an Wohnungen herauszuholen, was den Bau von Tiefgaragen beinhaltet, aber die Mieten in die Höhe treibt. Eine andere Idee geht in Richtung, erhaltenswerte Substanz zu sanieren und kostengünstig zu vermieten. Fakt ist, dass einige der Wohnungen wegen des schlechten Zustands bereits heute nicht mehr bewohnbar sind. „Wir werden das nach der Sommerpause angehen“, versprach Bürgermeister Christoph Schmid.

Schließlich wollte Wolfgang Huber noch wissen, wer in Holzkirchen in persona Ansprechpartner in Sachen bezahlbarer Wohnraum sei: „Wer kümmert sich konkret darum?“. Weiter schlug Huber vor, einen runden Tisch zu gründen, um dem demografischen Wandel und den tatsächlichen Wohnungsbedarf Rechnung zu tragen: „Es gibt neue Fakten und wir müssen wissen, wer denn welche Wohnungen benötigt.“ Schmid versicherte Huber, dass sich um die Vermietung der gemeindeeigenen Wohnungen ein Mitarbeiter der Verwaltung zuverlässig und gut kümmere.

„Das Hauptproblem ist, dass wir selbst nicht genug Fläche oder Gebäude haben, die wir nachverdichten können“, erklärte Schmid. Er stellte aber auch fest, dass sich die Gemeinde des Problems sehr wohl bewusst sei und vor gut einem Jahr im Sommerfeld zwei Wohnhäuser mit 16 Wohnungen fertiggestellt habe. Auch die Baugenossenschaft sei mit 219 Wohnungen ein unverzichtbarer Partner in Sachen bezahlbarer Wohnraum.

Robert Wiechmann (Grüne) warf in die Diskussion ein, dass durchaus ein geänderter Stellplatzschlüssel überlegenswert sei, wo es städtebaulich sinnvoll erscheint. Zum demografischen Wandel bat Josef Sappl sen. (CSU) darum, die älteren Mitbürger nicht zu vergessen: „Keiner soll im Alter woanders hinziehen müssen, unsere Leute müssen hier bleiben können.“ Er schlug vor, das Caritas-Altenheim St. Anna zu erweitern: „Schließlich steht es auf Gemeindegrund und wir hätten dort auch noch Flächen zur Verfügung.“ Den Vorschlag Hubers, einen runden Tisch einzurichten, lehnte der CSU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Franz rundweg ab: „So ein Gremium schafft keine einzige neue Wohnung und ist eher ein Hemmschuh für den Gemeinderat.“ Das mochte Simon Ammer (SPD) so nicht stehenlassen: „Das wäre eine wertvolle Ressource, die alle Player zusammenbringen würde und für uns Vorschläge nicht vom hohen Ross herunter erarbeiten könnte.“

Völlig überraschend stellte schließlich Karl Bär (Grüne) den Antrag, die Diskussion abzubrechen: „Das bringt doch jetzt alles nichts, weil wir dazu auch nichts beschließen.“ Mit 19:6 Stimmen wurde dem Antrag stattgegeben. Sehr zum Unwillen Hubers: „Das hätte eine Initialzündung werden können, stattdessen endet es in einem Rohrkrepierer. Aber ich bleibe da hartnäckig, das verspreche ich euch.“ hac

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