Ende einer Posse

Mit dieser klaren Ansage endet der Holzkirchner Kuhglocken-Streit

Der Holzkirchner Kuhglocken-Streit wurde deutschlandweit bekannt und sorgte für einiges verständnisloses Kopfschütteln. Jetzt wurde er mit einem Vergleich beigelegt.
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Der Holzkirchner Kuhglocken-Streit wurde deutschlandweit bekannt und sorgte für einiges verständnisloses Kopfschütteln. Jetzt wurde er mit einem Vergleich beigelegt.

Holzkirchen – Mit einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht München findet die Posse um den bundesweit bekannt gewordenen Holzkirchner Kuhglocken-Streit ein Ende.

Der deutschlandweit bekannt gewordene Kuhlocken-Streit, der vor fünf Jahren begann, hat ein Ende. Die Prozess-Parteien – ein Ehepaar und eine Bäuerin – schlossen vor dem Oberlandesgericht München einen Vergleich. Demnach dürfen auf der Weide, die an die südliche Grundstücksgrenze der Kläger stößt, nur noch drei Kühe eine Glocke tragen. Diese dürfen dann auch nur in einem bestimmten Teil der Weide grasen. Das hatte bereits ein früherer Vergleich ergeben.

Nachdem sich ihr Mann gegen die Kuhglocken erfolglos durch alle Instanzen geklagt hatte, trat danach dessen Frau als Klägerin auf und traf am Oberlandesgerichtshof zumindest auf einen Senat, der sich die Situation vor Ort anschauen oder besser anhören wollte. Dazu waren extra Richter des Oberlandesgerichts München zur Hörprobe in den Holzkirchner Ortsteil Erlkam gereist. Zu hören bekamen sie allerdings wenig. Wie der Vorsitzende Richter Nikolaus Stackmann feststellte, habe selbst bei einem Abstand von nur wenigen Metern die Handy-App eines Richters nur etwas über 60 Dezibel angezeigt, was deutlich unter dem Grenzwert von 65 Dezibel liege. „Der Augenschein ist aus unserer Sicht mehr oder weniger nutzlos verlaufen“, bilanzierte Stackmann.

Wie die Klägerin feststellte, war dies Absicht der Bäuerin, die extra trächtige Mutterkühe anstatt aktiverer Jungkühe auf die Weide gestellt habe. Auf ihre Schmerzensgeldforderung in Höhe von 21.000 Euro wegen nächtlicher Ruhestörung und depressiver Verstimmungen als gesundheitliche Folge mochte ihr das Gericht dennoch wenig Aussicht auf Erfolg machen.

Schließlich endete der Streit in einem erneuten Vergleich, mit dem laut mehrerer Verlautbarungen alle Parteien gut leben können. Demnach dürfen künftig nur noch drei Kühe eine Glocke mit einem Durchmesser von maximal zwölf Zentimetern tragen, wobei ein Zentimeter Toleranz zulässig ist. Außerdem dürfen sich diese Kühe der Haus-und Grundstücksgrenzen des klagenden Ehepaars höchstens auf eine Entfernung von 20 Metern nähern. Das wurde bereits in einem Vergleich im Jahr 2015 beschlossen.

Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid sagte kürzlich in einer Sitzung des Gemeinderats, dass er froh sei, dass diese Posse endlich ein Ende habe. Der Marktgemeinde als Verpächterin der Weide entstanden durch die Verfahren keine Rechts- oder Gerichtskosten. Dem Vorsitzenden Richter sicherte Schmid zu, dass er den Inhalt der Vergleiche im Falle eines Pächterwechsels selbstverständlich vorher zu Kenntnis bringen werde. hac

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