8,9 Millionen Euro für Kita

Holzkirchen erweitert Kindergarten an Erich-Kästner-Straße

Kindergarten an der Erich-Kästner-Straße in Holzkirchen
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Der Kindergarten an der Erich-Kästner-Straße in Holzkirchen soll auf der freien Fläche südöstlich einen zweistöckigen Zuwachs bekommen. Mit rund 300 Plätzen wird dies dann voraussichtlich die größte Kita im Landkreis Miesbach sein.

Holzkirchen – Zirka 300 Kinder in 14 Gruppen sollen bald in der Kinderland-Kita in Holzkirchen betreut werden. Die Kosten für den Anbau sind stattlich: rund 8,9 Millionen Euro.

Die Kinderland-Kita an der Erich-Kästner-Straße in Holzkirchen soll erweitert werden. Das Projekt steht auf der Prioritätenliste der Marktgemeinde weit oben. Geplant ist, dass die Kita künftig rund 300 Kindern in 14 Gruppen Platz bietet – rund doppelt so vielen wie jetzt. Vor Kurzem hat der Marktgemeinderat über einen Vorentwurf debattiert. Trotz der hohen Kosten stand dabei fraktionsübergreifend außer Frage, dass die Baumaßnahme notwendig ist.

Vorgestellt hat den Vorentwurf Matthias Marschner vom Architekturbüro Hirner & Riehl aus München, das auch schon die bestehende Kita entworfen hat. Damals war, so Marschner, dem Wunsch entsprochen worden, eine Erweiterung zu berücksichtigen. Damit aber nun praktisch die Plätze verdoppelt werden können, muss auf der freien Fläche südöstlich doppelstöckig gebaut werden.

Dabei soll der 47 Meter lange, 25 Meter breite und rund 8 Meter hohe Anbau die gefaltete Dachstruktur des Bestandsbaus bekommen, die im weitesten Sinne an eine Gebirgskette erinnert. Das, so der Planer, ist nur unwesentlich teurer als ein Flachdach, aber gerade am Ortsrand wesentlich ansprechender und schaue dann, wie Marschner meinte, nicht aus wie ein Aldi-Markt.

Kostenschätzung liegt bei 8,87 Millionen Euro

Schließlich kam er, wie er ankündigte, zum dicken Ende: „Die Kostenschätzung liegt bei 8,87 Millionen Euro.“ Fast schon entschuldigend fügte er hinzu: „Wir machen die Preise nicht.“ Er erklärte diese schwindelerregende Summe damit, dass der Bauboom ungebrochen und auch durch Corona nicht gebremst sei.

Geplant ist, den Anbau wieder in Holzbauweise auszuführen. Das hat sich, wie Marschner sagte, bewährt und gibt dem Gebäude ein angenehmes Raumgefühl sowie ein gutes Klima. Im Außenraum erhält der Hort zwei Hofbereiche sowie einen Gartenanteil mit einer Lärmschutzwand zur Rosenheimer Straße hin.

Betrieb zum Kindergartenjahr 2023/2024 starten

Damit die Kinder auch ihrem Alter gerecht unter sich sein können, sollen Krippe, Kindergarten und Hort multifunktional räumlich voneinander getrennt werden, wenn der Anbau fertiggestellt ist. Dafür müssen die Räume jedoch neu aufgeteilt werden. Laut Marschner könne der Betrieb zum Kindergartenjahr 2023/2024 starten: „Vorausgesetzt, wir brauchen keine großen Pirouetten drehen.“

Dem Planer schlugen dann auch wohlwollende Worte entgegen, schon, weil beim Bau der bestehenden Kita die Kosten sogar unter der damaligen Schätzung blieben. So meinte Elisabeth Dasch (SPD): „Eine gute Wahl, um ein bewährtes Konzept stimmig fortzusetzen.“

Größte Kita im Landkreis

Auf ihre Nachfrage erklärte Marschner noch, dass Bestands- und Anbau auch als zwei autarke Häuser geführt werden können, falls die Kinderland GmbH als Träger ausscheiden sollte. Das, so Marschner, war auch eine Forderung des Landratsamtes Miesbach.

Sebastian Franz (CSU) meinte, dass der Arbeitsbegriff Erweiterung verharmlosend sei: „Immerhin verdoppeln wir praktisch die Plätze von derzeit 162 auf rund 300. Damit schaffen wir die größte Kita im Landkreis.“

Mit der Planung zufrieden, meinte Bürgermeister Christoph Schmid: „Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, im Zielkorridor bleiben können und keinen BER daraus machen werden.“ Der Marktgemeinderat beauftragte dann auch einstimmig die Verwaltung damit, den Planungsprozess fortzusetzen. hac

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