Flottentausch ab Mitte Juni

Was die neuen BOB-Züge fürs Oberland alles können

Ankunft der Gäste am Holzkirchner Bahnhof: (v.l.) Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Abgeordneten Alexander Radwan (MdB) und Martin Bachhuber (MdL), BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs, der Tölzer Landrat Josef Niedermaier, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und Landrat Olaf von Löwis.
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Ankunft der Gäste am Holzkirchner Bahnhof: (v.l.) Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Abgeordneten Alexander Radwan (MdB) und Martin Bachhuber (MdL), BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs, der Tölzer Landrat Josef Niedermaier, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und Landrat Olaf von Löwis.

Holzkirchen – Der Flottentausch bei der Oberlandbahn (BOB) erfolgt ab Mitte Juni. Sechs zusätzliche Fahrzeuge des neuen Typs "Lint" folgen im Dezember.

Pendler, Ausflügler, Urlauber, Einheimische – alle dürfen sich auf neue Züge im Oberland freuen. Ab 14. Juni rollen die Fahrzeuge des Typs „Coradia Lint 54“ auf den Gleisen zwischen München und Bayrischzell, Tegernsee sowie Lenggries. Mit einer Menge Politprominenz erfolgte am Montag (25. Mai) der offizielle Startschuss für den Flottentausch in Holzkirchen. Großer Bahnhof für weniger Lärm und weniger Schadstoffe sowie mehr Komfort und mehr Zuverlässigkeit. Das versprechen sich unisono Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

Der Wechsel auf der Schiene beginnt am 14. Juni. Dann werden in einem ersten Schritt neun Lint-Züge die Talente ersetzen. Anschließend erfolgt der Tausch der in die Jahre gekommenen und störanfälligen 16 Integrale. Bis Ende August sollen nur noch Lint im Oberland fahren, insgesamt 25 Stück. Durch die einheitliche Flotte alleine sollen sich schon deutliche Vorteile ergeben. Nochmal ein Sprung in Sachen Verbesserungen ist für Dezember angekündigt. Mit dem großen Fahrplanwechsel kommen weitere sechs neue Lint-Züge auf die Gleise der Region.

Dann sind auch zusätzliche Verbindungen möglich. „Wir bauen ab Mitte Dezember, wenn die insgesamt 31 Fahrzeuge im Einsatz sind, das Fahrplanangebot weiter aus“, sagte BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. Mit dem neuen Fahrplankonzept werde die vorhandene Infrastruktur bestmöglich ausgeschöpft. Zudem versprach sie: „Die BEG bleibt am Ball.“

  • So wird im Berufsverkehr an Werktagen der Halbstundentakt am frühen Vormittag und Abend ausgeweitet. So ist etwa eine zusätzliche Verbindung gegen 19.30 Uhr am Abend von München nach Schliersee, Tegernsee und Lenggries eingeplant. Insgesamt wird sich dann der morgendliche Halbstundentakt über vier, der am Nachmittag und Abend über fünf Stunden erstrecken, erläuterte Fuchs.
  • Deutlich mehr Kapazitäten kündigte sie auch für die Wochenenden und Feiertage an. Richtung Lenggries werden nahezu ganztags Zwischenzüge verkehren und praktisch einen 30-Minuten-Takt gewährleisten.
  • In Richtung Tegernsee fahren die Züge des Stundentakts in Doppeltraktion. Außerdem werden ebenfalls nahezu ganztags Zwischenzüge eingesetzt.
  • Nach Bayrischzell wird es ab Dezember nahezu durchgängig in Doppeltraktion gehen. Von München nach Schliersee sollen zu den nachfragestarken Zeiten dann drei statt bisher zwei Verstärkerzüge pro Richtung fahren. „Auch hier schaffen wir damit sowohl vormittags als auch nachmittags jeweils über vier Stunden lang einen 30-Minuten-Rhythmus“, sagte Fuchs.

Bayerischen Oberlandbahn startet mit neuen Lint-Zügen

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (2.v.r.) war extra nach Holzkirchen angereist, um die neuen Lint-Züge zu präsentieren.
Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (2.v.r.) war extra nach Holzkirchen angereist, um die neuen Lint-Züge zu präsentieren. © Thanner
Fabian Amini, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, begrüßte die Gäste am Bahnhof in Holzkirchen.
Fabian Amini, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, begrüßte die Gäste am Bahnhof in Holzkirchen. © Thanner
Auch Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner sprach ein paar Worte an die zahlreich erschienenen Gäste und Pressevertreter.
Auch Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner sprach ein paar Worte an die zahlreich erschienenen Gäste und Pressevertreter. © Thanner
Mit diesen neuen Zügen des Modells "Lint" will die Bayerische Oberlandbahn ab Juni in die Zukunft starten.
Mit diesen neuen Zügen des Modells "Lint" will die Bayerische Oberlandbahn ab Juni in die Zukunft starten. © Thanner
Die neuen Züge des Modells "Lint" hat die Bayerische Oberlandbahn am Bahnhof Holzkirchen präsentiert.
Die neuen Züge des Modells "Lint" hat die Bayerische Oberlandbahn am Bahnhof Holzkirchen präsentiert. © Thanner
Um die wegen des Coronavirus geltenden Abstandsregeln einzuhalten, waren einige Sitze bei der Probefahrt gesperrt.
Um die wegen des Coronavirus geltenden Abstandsregeln einzuhalten, waren einige Sitze bei der Probefahrt gesperrt. © Thanner
Bei einer Sonderfahrt nach Schaftlach und zurück konnten die Gäste die neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn ausprobieren.
Bei einer Sonderfahrt nach Schaftlach und zurück konnten die Gäste die neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn ausprobieren. © Thanner
Die Sitzplätze in den neuen Zügen der Bayerischen Oberlandbahn sind zum Teil über Stufen zu erreichen.
Die Sitzplätze in den neuen Zügen der Bayerischen Oberlandbahn sind zum Teil über Stufen zu erreichen. © Thanner
Die Toiletten an Bord der neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn sind barrierefrei.
Die Toiletten an Bord der neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn sind barrierefrei. © Thanner
Auch eine 1. Klasse gibt es weiterhin in den Zügen der Bayerischen Oberlandbahn.
Auch eine 1. Klasse gibt es weiterhin in den Zügen der Bayerischen Oberlandbahn. © Thanner
Der Einstieg in die neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn ist je nach Bahnsteig ebenfalls barrierefrei möglich.
Der Einstieg in die neuen Züge der Bayerischen Oberlandbahn ist je nach Bahnsteig ebenfalls barrierefrei möglich. © Thanner
Fahrräder mitzunehmen ist ebenfalls möglich in den neuen Zügen der Bayerischen Oberlandbahn, wenn auch nur in begrenztem Maße.
Fahrräder mitzunehmen ist ebenfalls möglich in den neuen Zügen der Bayerischen Oberlandbahn, wenn auch nur in begrenztem Maße. © Thanner

Wie Tobias Heinemann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mutterkonzerns der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), sagte, würde das Unternehmen die Bahnstrecken auch über das Jahr 2026 hinaus gerne betreiben. „Das Oberland liegt uns am Herzen“, sagte er. Ein Zeichen dafür: der Flottentausch während eines laufenden Verkehrsvertrags. Eine Vielzahl an Maßnahmen habe nicht gereicht, um mit den alten Fahrzeugen einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. So leistet sich das Bahnunternehmen nun die neuen Züge und investiert dafür 100 Millionen Euro. Finanziert werden die 25 Fahrzeuge über Leasingverträge. Die sechs zusätzlichen Lint, die ab Dezember durchs Oberland fahren werden, beschafft der Freistaat.

Das Geld soll eine Menge von Verbesserungen bringen. Die neuen Züge bieten eine Reihe von Vorteilen. So sollen sie weniger störanfällig und weniger wartungsintensiv sein, außerdem deutlich leiser und weniger Stickoxid ausstoßend. Attraktiven Fahrkomfort verspricht BOB-Geschäftsführer Fabian Amini zudem. Moderne Fahrgastinformationssysteme, Gratis-WLAN, Steckdosen in jeder Sitzgruppe und leistungsstarke Klimaanlagen sollen angenehmes Reisen gewährleisten. Die Fahrradstellplatzkapazität steigt ebenfalls, wie Amini erklärte. Auch Rollstuhlfahrer konkurrieren nicht mehr mit Radfahrern. Es stehen separate Plätze zur Verfügung.

BOB-Geschäftsführer Fabian Amini (l.) freut sich über die neuen Lint-Züge (M.), die ab 14. Juni Talente und Integrale ersetzen werden. Sie sind unter anderem mit barrierefreien Toiletten ausgestattet. Mehr BiIder gibt es unter www.dasgelbeblatt.de.

Insgesamt gibt es in den Fahrzeugen 158 Sitzplätze, im Integral sind es 150, im Talent 137. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 Kilometer pro Stunde. Ein großer Vorteil ist, dass sich mit der neuen Flotte Verspätungen innerhalb des Fahrplans nicht von Verbindung zu Verbindung übertragen. Die zusätzlichen Züge stehen am Bahnhof in München bereit und können pünktlich starten, auch wenn der ankommende Zug verspätet eintrifft.

„Der Flottentausch ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zeitgemäßen Mobilität im Oberland“, sagte Ilse Aigner. Nur ein Zwischenschritt. Denn: „Wir können damit die Zeit bis zur vollständigen Elektrifizierung der Strecken bestmöglich überbrücken“, erklärte die Stimmkreisabgeordnete, die in ihrer Zeit als Verkehrsministerin den Flottentausch mit in die Wege geleitet hatte. Anfang der 2030er Jahre, so lautet das Ziel jetzt, soll die vollständige Elektrifizierung der Oberlandstrecken abgeschlossen sein. Dann wäre auch der angestrebte 30-Minuten-Takt zwischen München und Lenggries, Tegernsee sowie Bayrischzell möglich. ft

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