Gemeinderat plant Zukunft des Gebäudes

Deshalb pressiert es für die Mittelschule Holzkirchen

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Die Mittelschule an der Baumgartenstraße in Holzkirchen ist in die Jahre gekommen und wird einem Ersatzneubau weichen.

Holzkirchen - Aufgrund erheblicher Mängel beim Brandschutz muss die Mittelschule an der Baumgartenstraße dringend modernisiert werden. Nun hat der Gemeinderat einen Entschluss gefasst.

Nachdem im Sommer 2017 erhebliche brandschutztechnische Mängel an der Mittelschule an der Baumgartenstraße in Holzkirchen festgestellt und provisorische Fluchttreppen installiert worden waren, beauftragte die Verwaltung ein Architekturbüro mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für ein neues Schulgebäude. Fünf Varianten wurden erarbeitet. Zwei schieden in nichtöffentlicher Sitzung bereits aus.

Kürzlich debattierte der Gemeinderat dann, ob die sich nur im Detail unterscheidenden Varianten II und III oder die Variante IV zum Zuge kommen soll. Die Entscheidung fiel schließlich mit einer Gegenstimme zugunsten eines Ersatzneubaus aus. Für Lehrer und Schüler heißt das allerdings, einige Jahre mit Unterricht im Container vorlieb zu nehmen.

Der Bedarfsberechnung wurde eine Schülerzahlentwicklung von derzeit 14 Klassen mit circa 270 Mittelschülern zugrunde gelegt. Bis zum Jahr 2023 wird mit 335 Schülern in 15 Klassen gerechnet. Sowohl Verwaltung als auch die Regierung von Oberbayern gehen allerdings davon aus, dass aufgrund zu erwartender Zuzüge langfristig mit 16 Klassen zu rechnen ist. Eine Einschätzung, die von der Schulleitung bestätigt wurde.

Bereits in nichtöffentlicher Abstimmung wurde der Variante I, die eine Sanierung mit Teilneubau auf bestehendem Grundstück vorsah, eine Absage erteilt. Ausschlaggebender Grund ist, dass laut Stellungnahme der Regierung von Oberbayern ein Neubau die wirtschaftlichere Variante darstelle und eine Sanierung daher nicht förderfähig sei.

Auch ein Neubau auf einem unbebauten Grundstück stand zur Debatte. Bei dieser sogenannten Variante V wäre eine Fläche von etwa 7.500 Quadratmetern nötig gewesen. Gleichzeitig wäre aber ein Gewinn von rund 8.000 Quadratmetern auf dem alten Schulstandort entstanden. Wie einige Marktgemeinderäte schilderten, wurde darum nichtöffentlich heftig diskutiert.

Aus zwei Gründen stimmte eine Mehrheit gegen diesen Vorschlag: Neben einer zusätzlichen Flächenversiegelung sollte verhindert werden, dass auf den von mehreren Eigentümern zu erwerbenden Grundstücken mit Erstellung eines Bebauungsplans nicht nur Baurecht für die Schule, sondern sogar darüber hinaus entstanden wäre.

Die technisch ziemlich aufwendige Variante IV mit Abbruch und Ersatzneubau auf dem Sportplatz über der Tiefgarage kam bei der öffentlichen Sitzung nicht großartig über die Vorstellung hinaus. Zu groß wären die Risiken hinsichtlich Kosten, Terminen und technischer Umsetzbarkeit gewesen. Außerdem wäre es, wie Christoph Schmid (CSU) sagte, schwer vermittelbar gewesen, den erst vor einigen Jahren neu hergerichteten Sportplatz wegzureißen und dann auf der Fläche der alten Mittelschule wieder neu zu bauen.

Mit der Gegenstimme von Josef Sappl jun. (CSU) sprach sich das Gremium schließlich für einen Abbruch und Ersatzneubau auf bestehendem Grundstück und einstimmig dafür aus, dementsprechend weiter zu planen. Für eine Interimszeit muss der Unterricht während der geschätzten Bauzeit von fünf bis sechs Jahren dann allerdings in Containern stattfinden. Die Kosten für das Projekt wurden mit circa 30 Millionen Euro beziffert.

Für die Container soll laut Bürgermeister Olaf von Löwis schnell ein Platz gefunden werden. Dem Vorschlag von Birgit Eibl und Hubert Müller (beide FWG), doch das alte Hartpenninger Schulhaus wieder zu reaktivieren oder dort die Container aufzustellen, erteilte von Löwis aus infrastrukturellen und schulorganisatorischen Gründen eine klare Absage. Der Bürgermeister ließ aber keinen Zweifel daran, dass es für die Mittelschule „jetzt pressiert und das mit Volldampf angepackt werden muss“.

Dampf abgelassen hat während der öffentlichen Sitzung bereits Josef Sappl sen. (CSU). Er hatte bewusst und lautstark das Abstimmungsverhalten der Fraktionen aus der geheimen, nichtöffentlichen Sitzung zur Variante V kundgetan. Für diesen Verstoß gegen die Geschäftsordnung fing er sich dann auch eine Rüge des Rathaus­chefs ein. Allerdings erst auf ausdrückliche Intervention von Robert Wiechmann (Grüne) hin, der aber den Prozess der Entscheidungsfindung über alle Fraktionen hinweg trotzdem als gut bewertete. hac

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