Gebühren neu geregelt

Warum Holzkirchen auf große Unterschiede beim alten und neuen Friedhof verzichtet

Friedhof in Holzkirchen
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Der Holzkirchner Gemeinderat hat entschieden, die Gebühren für den Friedhof an der Thanner Straße nur geringfügig höher als für den am Oskar-von-Miller-Platz festzuschreiben.

Holzkirchen – Der Marktgemeinderat Holzkirchen hat neue Gebühren für seine Friedhöfe festgelegt. Dabei gibt es Unterschiede zwischen altem und neuem Gottesacker.

Die kürzlich geweihte Aussegnungshalle am neuen Friedhof an der Thanner Straße in Holzkirchen hat sich die Marktgemeinde rund 2,9 Millionen Euro kosten lassen. Mit einer Gegenstimme hat nun kürzlich der Gemeinderat eine neue Gebührenordnung für den neuen als auch den alten Friedhof am Oskar-von-Miller-Platz beschlossen. Wichtig war dem Gremium, dass dabei die finanziellen Unterschiede nicht zu groß ausfallen und bei der Wahl der Grabsteine künftig mehr auf ökologische Gesichtspunkte Rücksicht genommen wird.

Die neue Satzung für das Friedhofs- und Bestattungswesen musste nicht zuletzt auf Anforderung des bayerischen kommunalen Prüfungsverbandes erstellt werden. Dieser erlegte der Marktgemeinde auch auf, dass beide Friedhöfe voneinander getrennt zu bewerten und zu kalkulieren sind. Wie Kämmerer Dominik Wendlinger erklärte, war die Neufassung zudem nötig, da im neuen Friedhof nicht weniger als 16 verschiedene Bestattungsformen möglich sind, die alle einer Regelung bedürfen.

Weil an der Thanner Straße viel investiert wurde, müssten die Gebühren dort eigentlich wesentlich teurer sein. Tatsächlich hält sich der Unterschied aber in Grenzen, da die Gemeinde nach Wendlingers Berechnungen dort nur 20 Prozent der Kosten über die Gebühren deckt. So werden für ein Einzelerdgrab im alten Friedhof pro Jahr 50 Euro und am neuen Friedhof 59 Euro fällig.

Bürgermeister Christoph Schmid betonte, dass es nicht wünschenswert sei, einen Luxusfriedhof zu haben: „Jeder soll hier frei entscheiden können und nicht nach dem Geldbeutel.“ Zwar seien, wie Schmid weiter sagte, die Gebühren auf kirchlichen Gottesäckern weitaus geringer, aber bei kommunalen Friedhöfen liege Holzkirchen eher im unteren Drittel.

Ein Gegner dieser getrennten Kalkulation war Hubert Müller (FWG): „Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir das einheitlich regeln können.“ Robert Wiechmann (Grüne) störte am neuen Satzungsentwurf etwas anderes: „Der Satz, dass für Grabsteine chinesischer Pandang-Granit zu verwenden ist, treibt mich ökologisch schon ziemlich um. Wenn es vorgeschrieben sein muss, dann bitte zumindest Steine aus der EU.“ Die etwas kuriose Erklärung der Passage lieferte Wendlinger, der das Gremium informierte, dass die Marktgemeinde diese Steine schon auf Lager habe, weil sie beim Bau der Aussegnungshalle verwendet wurden und somit ein einheitliches Erscheinungsbild geschaffen werden solle. Und diese Steine würde die Gemeinde nun halt auch gerne verkaufen.

Dem Vorschlag von Elisabeth Dasch (SPD), den Pandang-Absatz einfach zu streichen, stimmten schließlich alle Marktgemeinderäte zu. So kann nun, wer möchte, die Lagerware trotzdem hernehmen, ohne dass künftig neue Steine aus China beschafft werden müssen. hac

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