Brückenschlag für 2020?

Holzkirchen stellt aktuelle Pläne für Neubau der Kindergartenbrücke vor

Ende 2020 soll an der Austraße in Holzkirchen wieder eine Brücke über die Bahngleise führen. Wegen der geplanten Elektrifizierung muss sie höher werden als das abgerissene Bauwerk.
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Ende 2020 soll an der Austraße in Holzkirchen wieder eine Brücke über die Bahngleise führen. Wegen der geplanten Elektrifizierung muss sie höher werden als das abgerissene Bauwerk.

Holzkirchen – Der Brückenschlag könnte im Herbst 2020 stattfinden: In Holzkirchen sind aktuelle Pläne für den Neubau der Kindergartenbrücke vorgestellt worden.

Vor ziemlich genau einem Jahr musste die Kindergartenbrücke an der Austraße in Holzkirchen wegen Baumängeln abgerissen werden. Zum Unmut von Anwohnern. Lange war keine umsetzbare Lösung in Sicht. In den vergangenen Wochen hat sich aber offenbar einiges bewegt. Wie der Planer in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses sagte, könnte – vorbehaltlich der finalen Zusage der DB Netz AG und wenn sonst nichts dazwischen kommt – im Herbst 2020 eine neue Brücke stehen.

Die Überlegungen einer Behelfsbrücke sind laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) nun eigentlich ad acta gelegt. Falls die Bahn zu ihrem Wort steht – und davon geht von Löwis aus – steht dem Neubau praktisch nichts mehr im Wege. Wie Florian Welsch vom Planungsbüro Leonhardt, Andrä und Partner erklärte, ist die neue Brücke als reine Stahlkonstruktion in filigraner Fachwerkbauweise geplant.

Neue Brücke an der Austraße: Auch für Rollstuhlfahrer geeignet

Auch wird die Brücke breiter und höher als ihre Vorgängerin aus Holz. Um die Elektrifizierung der Bahnstrecke zu ermöglichen, muss die lichte Höhe von bisher 4,90 Meter auf 6,20 Meter steigen. Damit sich Fußgänger und Radler nicht in die Quere kommen, steht eine Breite von vier Metern zur Verfügung – ein Meter mehr als bei der alten. Begrenzt wird die Brücke zu beiden Seiten mit einem 1,30 Meter hohen Geländer. Im Bereich der vorgesehenen Elektrifizierung wird dies 1,80 Meter hoch sein. Gleich bleibt zur alten Brücke die lichte Weite von 22 Metern.

Der Brückenbelag wird auf Harzbasis bestehen und ohne Fugen aufgebracht. Dieser sogenannte RHD-Belag ist mit einer Schichtdicke von sechs Millimetern dick genug, dass auch ein kleines Räum- und Streufahrzeug darauf fahren kann. Die Lebensdauer der Brücke bezifferte Welsch mit 100 Jahren – allerdings nur, wenn diese auch entsprechend gewartet wird. Dazu gehöre unter anderem ein neuer Korrosionsschutz nach 30 bis 40 Jahren.

Neue Brücke an der Austraße: Im Herbst 2020 fertig?

Der vorgestellte Entwurf soll noch heuer mitsamt der Kreuzungsvereinbarung bei der DB Netz AG eingereicht werden. Sobald diese unterschrieben ist und vorliegt, kann der Markt Holzkirchen den Brückenbau ausschreiben. Wenn in dem ganzen Prozess keine Schwierigkeiten auftreten, könnte das auf der Schiene in einem Stück angelieferte sowie mit Korrosionsschutz und Belag versehene Brückenkon­strukt nach Welschs Schätzung im Herbst 2020 installiert werden.

Rund 40 Tage davor sollen die Auflieger für das neue Brückenbauwerk hergerichtet werden. Damit das aus Sicherheitsgründen für Rollstuhlfahrer höchstens zulässige Gefälle von acht Prozent und die geforderte lichte Höhe erreicht werden können, müssen die Auflieger rund 80 Zentimeter in die Höhe wachsen und auch breiter werden. Entsprechend müssen zudem die Frühlings- und Austraße angepasst werden. Hier bat Welsch schon vorab um Verständnis bei den Anliegern, weil mit einigem Schwerlastverkehr zu rechnen sein wird.

So könnte es aussehen, wenn die Brücke an der Austraße in markantem Holzkirchner Grün erstrahlt.

Ob die Brücke dann, wie Birgit Eibl (FWG) in der Sitzung vorschlug, in Holzkirchner Grün erstrahlen kann, ist momentan noch offen. Wie Welsch meinte, wäre das aber durchaus möglich. Wichtig ist aber jetzt erst einmal, wie von Löwis und Welsch sagten, dass die DB Netz AG die Kreuzungsvereinbarung absegnet. Die Hoffnung besteht, dass dies in den nächsten acht bis neun Wochen vonstatten geht. hac

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