„Mutige Entscheidung belohnt“

So funktioniert die Geothermieanlage in Holzkirchen

Wie Ökostrom produziert wird, zeigte Gemeindewerke-Mitarbeiter Oleg Ostapchuk einer Gruppe im Kraftwerk.
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Wie Ökostrom produziert wird, zeigte Gemeindewerke-Mitarbeiter Oleg Ostapchuk einer Gruppe im Kraftwerk.

Holzkirchen – Die Geothermieanlage der Gemeindewerke Holzkirchen ist vor Kurzem offiziell in Betrieb gegangen. Mit einem Fest und zahlreichen Besuchern.

Ein vielfältiges Programm aus Information und Unterhaltung hatten sich die Gemeindewerke Holzkirchen vor Kurzem zur Feier der offiziellen Inbetriebnahme der Geothermieanlage einfallen lassen. Nicht auf 125 Jahre Geschichte, wie die tags zuvor gefeierte Stromversorgung, konnte das Holzkirchner Geothermieprojekt zurückblicken, sondern nur auf gut 13 Jahre. Die 4.954 Tage, wie Gemeindewerke-Geschäftsführer Albert Götz scherzhaft berechnet hatte, waren jedoch phasenweise an Spannung nicht zu überbieten.

„Die Geschichte unseres Geothermieprojekts liest sich wie ein Thriller“, kündigte Bürgermeister Olaf von Löwis in seiner Fest­rede an – und was er und Götz anschließend an Episoden, Rückschlägen und freudigen Momenten aufzuzählen hatten, erfüllte diese Versprechung durchaus. Ein unverhoffter Gasfund, festsitzende Bohrmeißel, abgesprengte Bohrgestänge, Rohreinbau bei minus 21,6 Grad Celsius auf dem Bohrturm und sich bedrohlich ändernde politische Rahmenbedingungen während der Realisierungsphase kennzeichneten die knapp vier Jahre, seit im Januar 2016 mit den Bohrungen begonnen wurde.

Geothermieanlage in Holzkirchen: Landrat voll des Lobes

Wie die Einspeisung von Wärme in das Netz Mitte Dezember 2018 und die Aufnahme der Stromproduktion im Juli 2019 jedoch bewiesen, ging der unfreiwillige Parforceritt letztendlich glücklich aus. „Wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, dieses Projekt zum Erfolg zu führen“, sagte von Löwis und dankte allen daran Beteiligten für ihre hervorragenden Leistungen. Gleich in drei zentralen Bereichen sei das Projekt wegweisend: Ökologie, Ökonomie und Soziales – letzteres durch die Tatsache, dass es ein Projekt der Gemeinde und ihrer Bürger sei und man unmittelbaren Einfluss auf die weitere Gestaltung habe.

Voll des Lobes war auch Landrat Wolfgang Rzehak: „Dieses Geothermieprojekt ist ein großer Meilenstein in Richtung Energiewende, und der Landkreis kann stolz auf Holzkirchen sein.“ Ein mutiger Bürgermeister und ein mutiger Gemeinderat, sowohl zu Projektbeginn als auch heute, seien letztlich für ihre Entscheidungen belohnt worden.

Geothermieanlage in Holzkirchen: Zahlreiche Besucher bei Eröffnung

Rückenwind und gute Wünsche für das erste Geothermieprojekt im Landkreis Miesbach gab es nicht nur von Politikern – auch die Geistlichkeit bat um göttlichen Beistand. Der biblische Auftrag für jeden Menschen sei es, die Erde zu bebauen, zu bewahren und Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen, sagte Pfarrer Wolfgang Dörrich von der evangelischen Kirchengemeinde Holzkirchen, und das Geothermieprojekt sei ein Baustein zur Bewahrung der Schöpfung. Gemeinsam mit Pfarrer Gottfried Doll vom katholischen Pfarrverband Holzkirchen-Warngau gab er dem Projekt den kirchlichen Segen.

Zahlreiche Besucher nutzten im Anschluss daran die Gelegenheit, sich von Gemeindewerke-Mitarbeitern die Heizzentrale, das Kraftwerk und verschiedene Nebeneinrichtungen aus erster Hand erklären zu lassen. Eine reichhaltige Bewirtung und musikalische Unterhaltung durch die Gruppe „Monaco Groove“ rundeten die zweitägigen Feierlichkeiten der Gemeindewerke ab. ksl

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