Informationsveranstaltung in Föching

Pflanzenschönheit mit tödlichem Gift macht Landwirten immer mehr Probleme

Elisabeth Kitzeder (vorn) vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen informierte über die Probleme mit dem giftigen Kreuzkraut.
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Elisabeth Kitzeder (vorn) vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen informierte über die Probleme mit dem giftigen Kreuzkraut.

Holzkirchen/Landkreis – Bei einer Informationsveranstaltung zum Kreuzkraut in Föching zeigt sich: Die Giftpflanze wird zunehmend auch ein Problem im Landkreis-Norden.

Hübsche gelbe Blüten können tödlich sein. Das gilt für das Kreuzkraut. Es ist eigentlich nett anzusehen, aber eine Giftpflanze mit letaler Wirkung. Nicht sofort, sondern schleichend tötet es Warmblüter, zerstört deren Leber. Das betrifft Pferde, Kühe und Schafe. Eine Informationsveranstaltung fand jüngst statt seitens des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen und des bayerischen Bauernverbandes (BBV). Mit an Bord waren betroffene Landwirte, der Bund Naturschutz, die Gemeinde Holzkirchen und die Autobahndirektion.

Bisher war die Pflanze eher im Süden des Landkreises heimisch, verbreitete sich nun aber binnen weniger Jahre auch in den Norden. Daher traf man sich auf dem Hof der Familie Reimann in Föching. „Es ist nicht so, dass die Tiere sofort umfallen“, erklärt AELF-Mitarbeiterin Elisabeth Kitzeder. Sie würden langsam am Gift des Kreuzkrautes erkranken und sterben. Deshalb sollte dieses soweit wie möglich zurückgedrängt werden.

Rund 25 verschiedene Varietäten der Pflanze gebe es, die je nach Art trockene oder auch nasse Untergründe bevorzugen. Die Samen seien zehn Jahre im Boden haltbar. Eine Möglichkeit der Bekämpfung sei eine intensive Bewirtschaftung mit mindestens drei Schnitten pro Jahr.

Dies gelte jedoch nicht für das Jakobskreuzkraut und sei auch bei extensiven Flächen nicht machbar. So sich die Pflanze zeige, sei erst einmal aufwendiges Ausstechen angesagt. Passende Schutzkleidung ist dafür notwendig, da das Kraut ein Kontaktgift enthalte, das auch die menschliche Leber schädige. Es sollten in der Wiese danach keine Lücken belassen werden, die geradewegs eine Einladung für das Kreuzkraut darstellen. „Nachsäen, nachsäen, nachsäen“, war Kitzeders Aufforderung. Das könne nicht oft genug betont werden.

Auch wichtig: Die sofortige Entsorgung, da die Pflanze binnen vier Stunden zu einer Notreifung der Samen fähig sei. Die Vivo nehme laut eigener Auskunft Pflanzen an, sagte Kitzeder. Ansonsten wären Heißkompostierung, Müllverbrennung und die Biogasanlage weitere Möglichkeiten.

Sieht hübsch aus, ist aber für Warmblüter wie Pferde, Kühe und Schafe tödlich: das Kreuzkraut.

Ebenso unabdingbar sei es, dass alle bei der Bekämpfung in der Fläche zusammen helfen: die Landwirte, Gemeinde, Autobahndirektion und Bahn. Dabei warb die AELF-Mitarbeiterin auch für das Verständnis von Nicht-Landwirten: „Die Leute sehen das oft nicht ein, weil das ja so schöne gelbe Blüten sind.“ Oft würden Landwirte bei der Bekämpfung mit Unverständnis seitens der Bürger konfrontiert. Darauf bezog sich auch Kreisbäuerin Marlene Hupf­auer: „Blühwiesen sind wunderbar. Aber dieses Kraut müssen wir bekämpfen.“

Dass die Bekämpfung auch aufgrund von Auflagen nicht immer einfach sei, monierte ein anwesender Landwirt. Er bewirtschaftet Naturschutzflächen für den Landkreis, dürfe dementsprechend nicht so oft mähen. „Und dadurch wird die Verbreitung gefördert“, lautete sein Resümee.

Dass im Sinne von Tierwohl und -gesundheit noch viel an Überzeugungsarbeit zu leisten sein wird, weiß auch Kreisobmann Hans Hacklinger: „Wir müssen die Leute sensibilisieren. Nur so kommen wir vorwärts.“ Das Kreuzkraut und seine negativen Auswirkungen würde die Landwirte wohl noch einige Jahre beschäftigen, da es so widerstandsfähig sei. „Aber ich hoffe, dass wir es schaffen“, blickte Hacklinger in die Zukunft. maf

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